Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) zum Wettbewerb Kurt-Schumacher-Quartier der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Pressemitteilung Nr. 7395 vom 07.06.2016

„Die Jury zum Kurt-Schumacher-Quartier hat ihr Urteil gefällt. Aber jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“ so Bezirksbürgermeister Frank Balzer in einer ersten Stellungnahme.

So finde sich die Zusage von Senator Andreas Geisel, die Sportflächen am Uranusweg nicht zu überbauen, noch nicht in den Entwurfsarbeiten. Dazu Bezirksbürgermeister und Sportstadtrat Frank Balzer: „Diese Sportflächen werden von Schulen, Sportvereinen und sozialen Einrichtungen intensiv genutzt. Sie stehen nicht für Wohnbebauung zur Verfügung. Herr Senator Geisel hat auf unsere Initiative den Erhalt der Sportanlage bestätigt. Diese Zusage muss bei den weiteren Planungen nun Niederschlag finden“.

„Insgesamt muss beim Wohnungsbau auf dem Areal des ehemaligen Flughafens bereits bei der Planung verhindert werden, dass Wohnsilos und Betonburgen entstehen, deren soziale Probleme in den nächsten Jahrzehnten zu tragen sind. Deshalb müssen ausreichend Frei- und Grünflächen, Spielplätze und attraktive Schulplätze mit ausreichend Schulhofflächen entstehen“, fordert Frank Balzer.

Dass hierbei noch harte Arbeit zu leisten sei, zeige die Tatsache, dass der Siegerentwurf ein Grünflächendefizit von fast 5.000 qm aufweise. Nicht besser stehe es um den Grund- und Sekundarstandort: Für beide Schulen fehlten annähernd ein Hektar, um die Mindestgrößen sicher zu stellen.

Leider fehlten im Siegerentwurf für die Themenfelder Car-Sharing und E-Mobilität entsprechende Aussagen. Und ebenfalls keine Angaben wurden zu den Fahrradabstellflächen gemacht.

Der zuständige Bezirksstadtrat für Bauen, Martin Lambert, der am Wettbewerb teilnahm, stellt fest: „Wenn nach der Bauordnung für jede Wohneinheit zwei Fahrradabstellplätze zur Verfügung gestellt werden müssen, zeigt dies, dass hier noch sehr intensiv nachgearbeitet werden muss. Auch innovative Lösungen wie E-Mobilität oder Car-Sharing müssen in dem Kurt-Schumacher-Quartier ebenfalls Niederschlag finden.“

Und schließlich müsse bei den Baumaßnahmen die soziale Ausgewogenheit berücksichtigt werden, so Martin Lambert: „Mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) in Bereichen der Bebauung von 5,0 wird eine solch massive Verdichtung erzeugt, dass soziale Probleme nicht auszuschließen sind“.

„Ich kann den Senator für Stadtwicklung und Umwelt, Herrn Senator Geisel, nur auffordern, die weitere Entwicklung in Abstimmung und Kooperation mit dem Bezirk Reinickendorf vorzunehmen. Der Bezirk trägt für die Fläche Verantwortung, mögliche künftige negative Entwicklungen müssen bereits heute verhindert werden“, so der Appell von Bezirksbürgermeister Frank Balzer.