Besichtigung des Gedenkortes Eichborndamm 238 und Reinigung der Stolpersteine

Pressemitteilung Nr. 6099 vom 09.10.2015

Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU)

Besichtigung des Gedenkortes Eichborndamm 238 und Reinigung der Stolpersteine

Am 18. Oktober 1941 verließen die ersten Deportationszüge Berlin in Richtung Litzmannstadt. Zur Erinnerung an diesen Tag wird es in zahlreichen Berliner Bezirken am 17. und 18. Oktober 2015 Stolpersteinspaziergänge geben.

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Reinickendorf spielt die ehemalige „Städtische Nervenklinik für Kinder“ am Eichborndamm 238/240, kurz „Wiesengrund“ genannt, eine besondere Rolle. Hier waren die Stationen 2 und 3 untergebracht. Letztere erhielt den täuschenden Zusatznamen „Kinderfachabteilung“. In die Klinik wurden Kinder aus ganz Berlin und der Umgebung eingewiesen, deren Krankenakten den Vermerk R.A. enthielten. Er weist darauf hin, dass der „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“ diese Kinder als „lebensunwert“ eingestuft hatte. Entsprechend wurden die Kinder „behandelt“. Viele der Kinder starben an den Folgen von medizinischen Versuchen oder riskanter Untersuchungen, aufgrund von fehlender ärztlicher Behandlung oder mangelnder Ernährung.

Aus diesem Grund richtet die AG Stolpersteine Reinickendorf das Augenmerk auf die am Eichborndamm befindlichen Stolpersteine für Kinder, die hier von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer Behinderungen ermordet wurden.

Am 17. Oktober 2015 um 15 Uhr informiert die AG Stolpersteine am Eichborndamm 238/240 über das sogenannte „Euthanasie-Programm“ der Nationalsozialisten und verliest die Lebensgeschichten der Kinder, für die dort Stolpersteine verlegt wurden. Dabei sollen auch die Steine gereinigt werden. Im Anschluss erfolgt die Besichtigung des Gedenkortes Eichborndamm 236, der heute als Geschichtslabor für Schulklassen genutzt wird.

Weitere Informationen erhalten Sie unter 030/406 20 93 (Peter Rode).