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Der siebte Sinn, schweigsame Augen und Steine am Meer. In der Rathausgalerie zeigt die Graphothek ihre aktuellen Neuzugänge.

Pressemitteilung vom 23.10.2012

Die Graphothek Berlin präsentiert ab dem 7. November 2012 in der Rathausgalerie Reinickendorf über 40 Neuerwerbungen der letzten Zeit. Im Vordergrund stehen auch diesmal zeitgenössische sowie ältere graphische Arbeiten – Collagen, Linolschnitte, Lithografien, Radierungen und Zeichnungen. Zu den Künstlerinnen und Künstlern der Ausstellung zählen beispielsweise Ulli Beckers, Ludwig Gebhard, Helmut Gutbrod, Willibrord Haas, Bettina Schilling, Christine Schlegel, Siegward Sprotte, Jochen Stenschke und Heike Ruschmeyer.

„Jemand da?“ lautet der Titel einer Collage von Ulli Beckers (geb. 1959 in Bonn) und verweist auf eine Frage, die in der Regel beim Betreten oder beim Wechsel von Räumen gestellt wird. Typisch für die ehemalige Meisterschülerin von Prof. Herbert Kaufmann und Karl-Hofer-Stipendiatin ist das Moment des Erzählerischen, des Poetischen. Durch den sehr freien Umgang mit Inhalten und Materialien werden neue, oft unvermutete Ebenen angesprochen, die der Arbeit einen offenen Charakter oder auch Witz verleihen.

Die farbigen Linolschnitte von Ludwig Gebhard (1933-2007) zählen zu den Meisterwerken der zeitgenössischen Druckgrafik. Gebhard studierte 1959 bis 1966 Malerei und Graphik als Meisterschüler von Prof. Ernst Geitlinger in München. Seine Arbeiten aus über 30 kreativen Schaffensjahren sind nicht nur geometrisch exakt und handwerklich akribisch, sondern auch kraftvoll strahlend in der Farbigkeit. Ludwig Gebhard gelangt durch präzise Handhabungen im Übereinanderdruck von bis zu elf Farbschichten zu Ergebnissen von größtmöglicher Genauigkeit. Mit gekonntem Einsatz der flächendefinierenden Linien versetzt er die Figur in eine Bewegung und erzeugt eine beeindruckende Mehrschichtigkeit. Über 120 Einzelausstellungen im In- und Ausland und über 40 Einzelpublikationen zeugen von der internationalen Bedeutung des Künstlers und der großen Anerkennung, die ihm zuteil wurde. Seine Werke befinden sich u.a. im Kupferstichkabinett Basel, in der staatlichen Sammlung München oder in der Pinakothek der Moderne. Sein Oevre umfasst Malerei, Handzeichnungen, Druckgraphik, Skulpturen aber auch Schmuck und Textildesign.

Bettina Schilling (*1951 in Mannheim), studierte 1984 – 1991 an der Berliner Hochschule der Künste u. a. bei Prof. H. J. Diehl. Nach mehreren Stipendien, u.a. 1993 bei der Karl-Hofer-Gesellschaft Berlin, gründete sie 1994 mit anderen Künstlern das Atelierhaus »Panzerhalle« im ehemaligen Kasernengebiet in Groß-Glienicke. Dort entdeckte sie das gestalterische Potential von Umrissen, Silhouetten und Kork. Mehr und mehr verließ sie gewohnte Bildformate und schuf figurative Collagen: Die aus Kork geschnittenen Figuren treten in voller Bewegung aus festgefügten Bildzusammenhängen und erzeugen eine Bildrealität, die ästhetischen Gestaltungsimpulsen folgt, wie bei den Arbeiten „Mann mit Feder“, „Ausgraben“ oder „Frau mit Schatten“ aus den Jahren 2001 bis 2004.

Zu den Neuerwerbungen zählen auch zwei weitere Arbeiten der Marianne-Werefkin-Preisträgerin Heike Ruschmeyer (geb.1956). Die 2011 entstandenen Arbeiten mit dem Titel „dunkel“ verweisen nicht nur auf das optische Phänomen. Schwarz und weiß, Leben und Tod, Figur und Abstraktion – Dunkelheit ist bei Heike Ruschmeyer äußerst vielschichtig und wird zur Herausforderung.

Die Arbeiten der Ausstellung zählen zum ausleihbaren Bestand der Graphothek. Die Ausstellung in der Rathausgalerie ist bis zum 20.12.2012 werktags in der Zeit von 9.00 bis 18.00 Uhr zu besichtigen.

NEUES AUS DER GRAPHOTHEK

Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215-239, 13437
Dauer der Ausstellung: 07.11.2012 – 20.12.2012, Mo – Fr 9 – 18 Uhr

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 06.11.2012 um 19 Uhr
Begrüßung: Katrin Schultze-Berndt (Bezirksstadträtin für Schule, Bildung und Kultur) und Dr. Cornelia Gerner (Leiterin Fachbereich Kunst und Geschichte)
Musik: Raymond Merkel, Saxophon (Dozent der Musikschule Reinickendorf)

www.graphothek-berlin.de

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