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Zwischen Karibik und Berlin

Pressemitteilung vom 30.03.2012

In der Rathausgalerie Reinickendorf zeigt Rüdiger Moegelin Bilder und Objekte aus drei Jahrzehnten

Vom 23. April bis zum 20. Juli 2012 ist in der Rathausgalerie eine retrospektive Ausstellung des Berliner Malers Rüdiger Moegelin zu sehen.

„Ich freue mich sehr, dass in der Rathausgalerie das umfangreiche und sehr facettenreiche Werk des Berliner Künstlers Rüdiger Moegelin ausgestellt wird. Heiter und sehr farbintensiv machen insbesondere die Bilder, die auf seinen Malreisen entstanden sind, neugierig auf Sprache, Geschichten, Land und Meer,“ begrüßt die Bezirksstadträtin für Schule, Bildung und Kultur, Katrin Schultze-Berndt (CDU) die Ausstellung.

Vor allem die Bilder der früheren Jahre zeugen von der Reisefreudigkeit des Künstlers. Die Leidenschaft für andere Welten führt ihn zunächst in die Toskana, in die Provence und nach Andalusien. Es entstehen Stillleben, Portraits sowie viele Landschafts- und Stadtbilder – unmittelbar vor dem Motiv gemalt. In der Karibik findet er schließlich eine Inspiration für die oft drastisch anmutende Farbigkeit und die symbolreiche, archaisch-expressionistische Bildsprache seiner Kunst. „Diese Bilder erzählen von tiefen Eindrücken einer fremden Welt, deren Geheimnisse sich mit Erfahrungen und Phantasien meiner eigenen Welt vermischen“, so Rüdiger Moegelin. Ein Kosmos aus Fabel, Mythos, aber auch der Schöpfungsgeschichte und wiederkehrende Fischmotive treffen auf die Farbigkeit der Karibik, wo sich Dschungel und Paradies, Erotik und seelische Abgründe mischen. Für Moegelin ist es zugleich ein erster Schritt hin zur Abstraktion, zu einer veränderten künstlerischen Wahrnehmung. Er entdeckt Rainer Maria Rilke für sich, der in den »Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« (1910) den künstlerischen Abschied von der Wirklichkeit beschreibt: „Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wusste. Alles geht dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht.“

Die im Atelier entstandenen Zyklen wie „Fressen und Gefressenwerden“ (1992-1996), „DABIDU“ (1989-1997), „Paradies und das“ (1999) oder „Wahrnehmungen“ (2000-2007) sind überreich an gesehener, zur inneren Schau verwandelter Welt. Leinwände, Gouachen und Holzobjekte suggerieren eine Fröhlichkeit, die jedoch bei genauerer Betrachtung der Ernüchterung weicht. Auch die beidseitig bemalten Paravents, oft von zerklüfteter Gestalt, verbinden Abstraktion und figurative Elemente. Im Raum stehend, gewissermaßen auf der Schwelle zwischen Malerei und Skulptur, lassen sie Moegelins ungebrochene erzählerische Schaffensfreude spürbar werden. In der Rathausgalerie zeigt Rüdiger Moegelin eine Auswahl aus den wichtigsten Schaffensphasen – ein Rückblick auf 30 Jahre Malerei.

Rüdiger Moegelin wurde 1942 in Berlin geboren. 1958 bis 1960 besuchte er die Heinrich-Zernack-Schule für angewandte und freie Künste in Ber-lin. Nach einer Lehre zum Tiefdruckretuscheur und dem Studium an der Staatlichen Akademie für Grafik, Druck und Werbung war er zunächst in der Werbewirtschaft tätig. 1982 entschied er sich für die freie Malerei.

Rathausgalerie Reinickendorf, Eichborndamm 215-239, 13437 Berlin
Vernissage: Freitag, 20. April 2012, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 23. April bis 20. Juli 2012
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9-18 Uhr

Weitere Informationen sind erhältlich unter Tel.-Nr. 404 40 62 oder www.kunstamt-reinickendorf-rathausgalerie.de