Stolpersteinprojekt in Berlin gesichert! Verlegung für neun Reinickendorfer, darunter für die Widerstandskämpfer Hans und Hilde Coppi

Pressemitteilung vom 08.08.2011

„In Reinickendorf wurden mittlerweile weit über 100 Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Stolpersteine sind Gedenksteine, die vor den letzten Wohnorten von Opfern des NS-Regimes verlegt werden. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil in unserer Gedenkkultur“, informiert die Bezirkstadträtin für Schule, Bildung und Kultur, Katrin Schultze-Berndt (CDU).

Über längere Zeit war das internationale Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig für Berlin in Frage gestellt gewesen. Nun hat der Senat die Finanzierung für den Betrieb der Koordinierungsstelle bis 2013 sichergestellt. Hierbei soll in Zukunft eine Aufgabenübertragung an den Verein Aktives Museum stattfinden, wobei die beim Senat eingestellten Mittel dem Verein als institutionelle Zuwendung zur Verfügung gestellt werden. Da der Verein – wie die Koordinierungsstelle – in den Räumen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht ist, wird es für die Koordinierungsstelle auch in Zukunft keine räumliche Veränderung geben.

In Reinickendorf wurden nun am Freitag, dem 5.8.2011 neun weitere Stolpersteine verlegt. Die erste Gedenkveranstaltung fand vor dem letzten Wohnort der Widerstandskämpfer Hans und Hilde Coppi statt, in der Seidelstraße 23 in Berlin-Tegel vor dem Eingang zur Kleingartenkolonie „Am Waldessaum“. Das Ehepaar gehörte zur Gruppe um Harro Schulze-Boysen und arbeitete mit der Widerstandsgruppe Rote Kapelle zusammen. Die Verlegung fand im Beisein des Staatssekretärs André Schmitz und der Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt statt. Außerdem war Hans Coppi, der Sohn von Hilde und Hans Coppi, anwesend. Er wurde während der Inhaftierung seiner Mutter im Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße geboren.

Danach fanden weitere Verlegungen an folgenden zwei Standorten statt:
Verlegung von vier Steinen für die Familie Gruen in der Markgrafenstraße 22 in Berlin-Frohnau.
Verlegung von drei Steinen für die Familie Herrmann in der Straße Im Amseltal 29 in Berlin-Frohnau. Hier fand eine zweite Gedenkveranstaltung mit Vertretern des Bürgervereins Frohnau und der Pfarrerin Doris Gräb von der Evangelischen Kirchengemeinde Frohnau statt.

Weitere Informationen: AG Stolpersteine, Heimatmuseum Reinickendorf, Alt-Hermsdorf 35, 13467 Berlin, T: 4044062 www.heimatmuseum-reinickendorf.de