Verleihung des Reinickendorfer Integrationspreises 2010

Pressemitteilung vom 20.12.2010
v.l. Bezirksbügermeister Frank Balzer (CDU), Kerstin Gaebel (Leiterin des Sportamtes), Guido Kersten (Berliner Wasserratten 1889 e.V.), Frau Froböse und Ute Pemöller (Frauensport & Kampfkunst e.V.), Tülay Asman und Dr. Suad Özcan (Berliner Wasserratten 1889 e.V.), Karsten Polte (Borsigwalder SC) und Dieter Braunsdorf (Vorsitzender des Sportausschusses)
v.l. Bezirksbügermeister Frank Balzer (CDU), Kerstin Gaebel (Leiterin des Sportamtes), Guido Kersten (Berliner Wasserratten 1889 e.V.), Frau Froböse und Ute Pemöller (Frauensport & Kampfkunst e.V.), Tülay Asman und Dr. Suad Özcan (Berliner Wasserratten 1889 e.V.), Karsten Polte (Borsigwalder SC) und Dieter Braunsdorf (Vorsitzender des Sportausschusses)
Bild: BA-Reinickendorf

Den Beschluss der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung, dass der Bezirk jährlich einen mit 1.000 Euro dotierten Preis für gelungene, vorbildliche Projekte und Initiativen zur Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Bezirk vergeben wird, hat das Bezirksamt gerne umgesetzt und entschieden, den diesjährigen Preis an einen Sportverein zu verleihen, der eigeninitiativ durch seine Arbeit und sein Engagement den Integrationsprozess von Migrantinnen und Migranten sowie Menschen mit Migrationshintergrund im Bezirk Reinickendorf im besonderen Maße aktiv begleitet und vorantreibt.

Der Jury, die aus den Mitgliedern des Sportausschusses, allen voran -dem auch für den Sport im Bezirk Verantwortlichen- Bürgermeister Frank Balzer (CDU) bestand, ist die Auswahl der Bewerber nicht leicht gefallen. „Soviel vorbildliches Engagement muss einfach auch die entsprechende Belohnung und Anerkennung finden“, betonte der Bürgermeister, stockte das Preisgeld auf 1.500 € auf und so hat sie sich die Jury dann einstimmig für gleich drei Preisträger entschieden, die alle mit ganz unterschiedlichen Konzepten überzeugen konnten.

Der Verein „Frauensport und Kampfkunst“ fördert das gleichberechtigte, respektvolle Miteinander von Mädchen- und Frauen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft, verschiedener Generationen sowie mit und ohne Behinderung. Hierbei wird insbesondere auf respektvollen Umgang, Wertschätzung Anderer trotz Unterschieden sowie Achtung von Grenzen Anderer Wert gelegt, wofür sich das Training von Kampfkunst und Selbstverteidigung besonders gut eignet. Da es sich um einen reinen Mädchen- und Frauenverein handelt, bietet er insbesondere denjenigen eine Möglichkeit Sport zu treiben, die im öffentlichen Raum Wert auf Geschlechtertrennung legen.

Die Mitglieder des Schwimmvereins „Berliner Wasserratten“ kommen aus 27 Ländern. Da insbesondere bei der muslimischen und russischen Bevölkerungsgruppe Defizite beim Schwimmen aufgefallen sind, hat der Verein hier einen großen Handlungsbedarf gesehen. Um die Betroffenen zu erreichen, wurde Kontakt zu Imamen und zu muslimischen Glaubensvereinigungen aufgenommen, konnte eine türkische Schwimmtrainerin sowie ein russisch sprechender Schwimmtrainer gewonnen werden und wurden Broschüren in den jeweiligen Sprachen erstellt. Darüber hinaus sind die Wasserratten für ihr Projekt „Aqua Integrale“ bekannt, das die Förderung von Kinder und Jugendlichen mit Behinderung zum Ziel hat.
Der Fußballverein „SC Borsigwalde“ hat der Tatsache, dass er immer mehr Mitglieder mit Migrationshintergrund zählte, Rechnung getragen und 1992 erstmalig den „Borsigwalder Tag gegen Ausländerfeindlichkeit“ initiiert. Seither findet diese Veranstaltung, bei der sich Jugendliche aus zahlreichen Vereinen unterschiedlichster Herkunft und Kultur treffen, traditionell einmal im Jahr statt und wurde vom Deutschen Fußballbund mit dem Jugendförderpreis ausgezeichnet. Neben den sportlichen Wettkämpfen werden auch kulturelle und folkloristische Darbietungen gezeigt, die die Besonderheiten der einzelnen Kulturen sichtbar machen und so für Verständnis und Akzeptanz sorgen.

„Insbesondere der Sport leistet einen großen integrativen Beitrag. Naturgemäß kommen hier Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und im Team Fairness, Toleranz sowie Hilfsbereitschaft lernen. Integration in Sportvereinen ist eine Selbstverständlichkeit, die in den rund 200 Reinickendorfer Vereinen mit ihren 37.000 Mitgliedern tagtäglich gelebt wird und wofür eine enorme ehrenamtliche Initiative erforderlich ist. Hierfür möchte ich mich bei allen Verantwortlichen ganz herzlich bedanken“, so Frank Balzer abschließend.

Frank Balzer
Bezirksbürgermeister
Tel.: 90294-2260
Fax: 90294-3418