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Erster betreuter Taubenschlag in Berlin

Pressemitteilung vom 15.10.2010
von links: Tierärztin Dr. Almut Malone vom Avian Vogelschutz-Verein e.V., Bezirksbürgermeister Frank Balzer und der Tierschutzbeauftragte Dr. Klaus Lüdcke
von links: Tierärztin Dr. Almut Malone vom Avian Vogelschutz-Verein e.V., Bezirksbürgermeister Frank Balzer und der Tierschutzbeauftragte Dr. Klaus Lüdcke
Bild: BA-Reinickendorf

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) hat gemeinsam mit dem Tierschutzbeauftragten Dr. Klaus Lüdcke und der Tierärztin Dr. Almut Malone vom Avian Vogelschutz-Verein e.V. den ersten betreuten Taubenschlag in Berlin, in Reinickendorf, eingeweiht.

Frank Balzer wirkt in seinem Bezirk als erster tierschutzgerecht dem unkontrollierten Anwachsen der Taubenpopulation entgegen. „Reinickendorf ist für die besondere Pflege seines öffentlichen Raumes bekannt, seien es die Grünanlagen, der Rückschnitt von Gehölzen als auch das Vorgehen gegen illegale Müllablagerungen und Plakatierungen. Mit der Umsetzung dieses Projektes bestätigt sich unsere Vorreiterrolle in Berlin“, so der Bezirksbürgermeister, der damit die Idee des Tierschutzes gern aufgriff. „Die Verunreinigungen durch Tauben werden sich um 80 % minimieren.“

Der Tierschutzbeauftragte Dr. Lüdcke, der sich als Taubenfreund bezeichnet, gratuliert dem Bezirksbürgermeister zur Einweihung und lobt die Reinickendorfer Verwaltung: „Es bedurfte genau zwei Kontakten mit der Verwaltung. Das erste Mal bei der Vorstellung des Projektes und das zweite Mal heute hier. Leider ist das nicht in allen Bezirken so.“

Der erste betreute Taubenschlag ist ein umgebauter Bauwagen mit 168 Nistplatzangeboten in der Meteorstraße auf einem Lagerplatz des Gartenbauamtes. Die Tauben vom Kurt-Schumacher-Platz werden „weggefüttert“ und an diesen Schlag gewöhnt. Zusätzlich wurden drei Tauben angesiedelt, um andere Tauben anzulocken. Da Stadttauben sehr standortgetreu sind, werden sie bei artgerechter Fütterung und den vorhandenen Nistmöglichkeiten in dem Schlag schlafen, essen und brüten. Die Eier der Tiere werden vor dem Anbrüten durch Gipsattrappen ausgetauscht, so dass langfristig der Bestand verringert werden kann. Durch eine regelmäßige Säuberung der Schläge werden hygienische Bedingungen für die Tauben geschaffen. Eine tierärztliche Versorgung der Tiere ist sicher gestellt. Somit können sowohl Krankheiten eingedämmt, als auch Parasitenbefall vorgebeugt werden.

Umgesetzt wird das Projekt durch eine vom Job-Center finanzierte Maßnahme der C.U.B.A. gGmbH. Die Teilnehmer der Maßnahme, vom Job-Center vermittelte Hartz-IV-Empfänger, die für ihre Tätigkeit eine Mehraufwandsentschädigung von 1,50 € die Stunde erhalten, sind sehr engagiert. In den nächsten Wochen bauen sie weitere Taubenschläge und –häuser, die sukzessive am S-Bahnhof Wittenau, auf dem Dach des Tegel-Centers und im Märkischen Viertel zum Einsatz kommen. Frank Balzer lobt die sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksamt, dem Job-Center und der C.U.B.A. gGmbH, dem Träger der Maßnahme.

Erfolgreiche Projekte dieser Art gibt es in fast 50 deutschen Städten, u. a. in Düsseldorf, Frankfurt und Potsdam, so dass es auf Unverständnis beim Reinickendorfer Bezirksbürgermeister gestoßen ist, warum das Projekt nicht schon längst Anwendung in der Hauptstadt fand. „Ich habe von dem Projekt gehört und sofort zugestimmt. Ich kann nur hoffen, dass andere Bezirke nachziehen, dass es auch Auswirkungen insbesondere auf die Innenstadt, die touristisches Zentrum und Aushängeschild Berlins ist, hat“, so Frank Balzer abschließend.

Frank Balzer
Bezirksbürgermeister
Tel. 90294-2300