Fachtagung "Das private ist betrieblich II": Untenehmen sagen NEIN zu Häuslicher Gewalt

Pressemitteilung vom 20.11.2009

Die häufigste Form von Gewalt erleben Frauen noch immer in ihrem Zuhause, durch den eigenen Partner oder den Ehemann. Die Folgen dieser Gewalt sind für die Betroffenen gravierend und auch im Arbeitsleben der Unternehmen spürbar, durch Arbeitsausfälle der Arbeitnehmerinnen oder auch Drohanrufe bis hin zu tätlichen Übergriffen seitens des Täters. Und: Die Frauen können ihre Probleme nicht am Werkstor abgeben, sie tragen sie immer mit sich herum. Das Konzept der Workplace Policy ermöglicht es Unternehmen und Institutionen, ihrer Fürsorgepflicht gegenüber Arbeitnehmerinnen gerecht zu werden und so zu deren gesundheitlichem Schutz und der Vermeidung von Häuslicher Gewalt beizutragen.

Senator Harald Wolf: „Im vergangen Jahr wurden in Berlin 16.382 Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei gemeldet. Aber: Auch die Inanspruchnahme der Hilfeangebote ist hoch. Deshalb müssen wir den Schutz vor häuslicher Gewalt stetig verbessern und ausbauen. Institutionen, Betriebe und Unternehmen als gesellschaftliche Akteure können mit präventiven Maßnahmen wie sie die Workplace Policy darstellt einen wichtigen Beitrag leisten. Ich wünsche mir, dass mit der heutigen Tagung und den beispielhaften Aktionen weitere Bezirke, Behörden und Unternehmen ermutigt werden, Nein zu häuslicher Gewalt zu sagen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen.“

Nach erfolgreicher Vorstellung des innovativen Konzeptes auf der 1. Fachtagung steht es auch auf der diesjährigen Veranstaltung wieder im Mittelpunkt, nur das diesmal bereits erste Erfahrungen von beteiligten Berliner Unternehmen und Institutionen vorliegen. In vier Workshops werden deshalb Erfahrungsberichte über die Umsetzung der Workplace Policy präsentiert, über arbeitsrechtliche Aspekte informiert und alle wichtigen Informationen für einen „Neueinstieg“ angeboten. Mitarbeiterinnen von Antigewaltprojekten stellen abschließend das Berliner Beratungs- und Hilfesystem vor.

Zu Beginn der Tagung stellte Harald Wolf, gemeinsam mit Unternehmen, wie z.B. Kaiser´s Tengelmann, Berliner Stadtreinigung und Berliner Fens-ter, die diesjährigen Werbeträger der Kampagnen „Für ein Zuhause ohne Gewalt“ und „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ vor. Dinge des täglichen Lebens wie Schlüsselanhänger, Notizblöcke oder die Brötchentüten machen auf das Problem der Häuslichen Gewalt aufmerksam und sensibilisieren so die Bürgerinnen und Bürger.

Weitere Informationen: www.big-hotline.de Pressekontakt: TERRE DES FEMMES e.V.,
Serap Altinisik: 40 50 46 991, e-Mail: gewaltschutz@frauenrechte.de