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Kranzniederlegung

Pressemitteilung vom 05.11.2009

Am Montag, den 9. November 2009, um 16.00 Uhr werden das Bezirksamt Reinickendorf und die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf von Berlin am Mahnmal für die Opfer von Gewaltherrschaft in der Straße Am Rathauspark einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der November-Pogrome niederlegen.

Die November-Pogrome vor 71 Jahren waren eine vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte unfassbare Zerstörung von Leben, Eigentum und Einrichtungen der jüdischen Bevölkerung im gesamten Deutschen Reich. Der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf Frank Balzer (CDU) wird in einer Rede an die Schrecken der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erinnern: „Eine unvorstellbare Welle der Gewalt gegen Jüdinnen und Juden rollte über Deutschland.“ Tatsächlich starben während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen weit mehr als 1.300 Menschen jüdischen Glaubens, die von ihren nichtjüdischen Mitmenschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben wurden. Ungezählte Menschen wurden misshandelt und gedemütigt, Zehntausende im Anschluss an das staatlich gesteuerte Pogrom in Konzentrationslager verschleppt. In ganz Deutschland wurden Geschäfte und Wohnungen sowie nahezu alle jüdischen Gotteshäuser im Laufe dieser Nacht zerstört.

Die Pogrome markierten für alle Zeitzeugen sichtbar den Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp 3 Jahre später in den Holocaust an den europäischen Juden mündete.

„Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die Erinnerung verblasst. Von daher ist es wichtig, gerade auch die Jugend für die Themen `Nationalsozialismus`, `Rechtsextremismus`, und ´Antisemitismus` immer wieder zu sensibilisieren“, so Frank Balzer in diesem Zusammenhang. Die Kranzniederlegung ist eingebunden in eine Veranstaltungsreihe der ersten Reinickendorfer „Woche der Demokratie“, bei der der Bezirksbürgermeister Schirmherr ist und sich verschiedene Veranstaltungen diesen Themen widmen.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung wird traditionell am Rosenbeet von Lidice der Opfern des tschechischen Dorfes gedacht, das 1942 durch Nationalsozialisten dem Erdboden gleich gemacht wurde. 192 Männer, 60 Frauen und 88 Kinder ließen damals bei dem Racheakt ihr Leben. 1995 wurde im Beisein von Überlebenden der grausamen Taten ein Beet mit 50 Rosenstöcken aus Lidice hinter dem Rathaus Reinickendorf eingeweiht. An jedem 9. November werden Rosen am Beet niedergelegt. Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums und der Gustav-Freytag-Realschule haben die Pflege des Beetes übernommen.

Die Pressevertreter sind eingeladen.

Frank Balzer
Bezirksbürgermeister
Tel. 90294-2300