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Presseerklärung zum Start des Quartiersverfahrens Letteplatz

Pressemitteilung vom 19.06.2009

Anfang Juni hat das Quartiersmanagement Letteplatz im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ seine Arbeit aufgenommen. Mit der Durchführung des Quartiersverfahrens wurde die Mieterberatung Prenzlauer Berg GmbH von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Bezirksamt Reinickendorf beauftragt.

Das Quartiersmangement soll dazu beitragen, die Lebensverhältnisse zusammen mit den BewohnerInnen, Gewerbetreibenden und im Gebiet arbeitenden Einrichtungen zu verbessern. Vor allem geht es um Stärkung der Nachbarschaft und Erhöhung der Bildungschancen für Kinder und Jugendliche. Das Quartiersmanagement knüpft damit an das erfolgreiche Projekt „Der Letteplatz – ein Wohnzimmer für alle im Kiez“ aus dem letzten Herbst an.

Anwohner und lokale Akteure des Gebiets Letteplatz sind eingeladen, Vorschläge für die Verbesserung des Gebietes zu machen und Ideen für Projekte zu entwickeln. Hierfür hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in diesem Jahr Mittel in Höhe von 40.000 € aus dem Programm „Soziale Stadt“ zur Verfügung gestellt.

Anwohner, Gewerbetreibende und lokale Akteure aus Schulen, Kitas, Jugendprojekten und weiteren Einrichtungen und Initiativen werden in die Entscheidung über die Durchführung von Projekten und die Vergabe der Fördermittel einbezogen. Dies geschieht in einem Quartiersrat und einer Aktionsfondsjury, die nach den Sommerferien gebildet werden.

Alle, die sich hier engagieren wollen, können sich auch bereits heute im Quartiersbüro melden.

Das Quartiersbüro befindet sich direkt am Letteplatz in der Mickestraße 14. Die Mitarbeiter stehen allen Interessierten in der Regel werktags in der Zeit von 10.00 – 17.00 Uhr, insbesondere mittwochs von 16.00 – 18.00 Uhr zur Verfügung.

Auch Herr Bezirksstadtrat Andreas Höhne (SPD) wird in diesem Büro eine regelmäßige Bürgersprechstunde abhalten.

Das Gebiet Letteplatz wurde mit Senatsbeschluss vom 16.12.2008 zur Durchführung eines Quartiersverfahrens „Prävention“ in das Programm Soziale Stadt aufgenommen. Grundlage dafür waren Untersuchungen, die eine Gefährdung des Gebietes feststellten.

Bedingt durch den vermehrten Wegzug sozial stabilisierender Be-völkerungsgruppen einerseits und zunehmender Ausgrenzung sozial Benachteiligter andererseits hat eine sozialräumliche Entmi-schung stattgefunden.

Die Schwächen des Gebiets liegen bis auf die hohe Schuldnerquote (23%) nicht so sehr in der absoluten Größe von Indikatoren wie Arbeitslosigkeit (18%), Anteil von Transferleistungsbeziehern (23%) und Bewohnern mit ausländischer Staatsbürgerschaft (23%), sondern in seiner hohen Veränderungsdynamik. Dies wird auch von den Akteuren des Gebiets so bestätigt und führt bei den Bewohnern zunehmend zu Unsicherheit und zu einem negativen Image. Sie geht einher mit Fluktuation und Wohnungsleerständen, dem verstärkten Zuzug einkommensschwächerer Haushalte und der Auflösung von länger bestehenden Nachbarschaften. Zunehmende Armut stellen insbesondere die Grundschulen anhand des stark ansteigenden Anteils von lernmittelbefreiten Schülern (50 – 68%) fest. Nach dem Monitoring 2007 leben 57% der Kinder unter 15 Jahren von Transfereinkommen.

Das Quartiersmanagement soll in enger Kooperation mit allen Abteilungen des Bezirksamtes und unter aktiver Beteiligung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und im Gebiet arbeitenden Einrichtungen und Akteuren dazu beitragen, diese negativen Entwicklungstendenzen aufzuhalten und umzukehren.

Andreas Höhne
Bezirksstadtrat für
Gesundheit und Soziales