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Pilotprojekt Unabhängiges Beschwerdemanagement für geflüchtete Menschen in Unterkünften

Foto Pilotprojekt Beschwerdemanagement II
Bild: SenIAS (Silke Adamczyk)
  • Im Juni 2018 hatte das Bezirksamt Pankow gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Integration ein Pilotprojekt zu einem unabhängigen Beschwerdemanagement in Flüchtlingsunterkünften gestartet. Im Jahr 2019 wurde das Projekt beendet.
  • Das Pilotprojekt geht auf die Initiative einer Gruppe geflüchteter Frauen in Pankow zurück, der sogenannten Monitoring Group, die sich seit mehreren Jahren für ein unabhängiges Beschwerdesystem engagiert.
  • Das Konzept wurde gemeinsam mit der Frauenhauskoordinierung e.V., Gloria Goldner, entwickelt, die das Pilotprojekt fachlich unterstützt.
  • In der ersten Phase des Pilotprojekts von Juni bis Dezember 2018 waren fünf Unterkünfte in den Bezirken Pankow, Lichtenberg, Marzahn und Reinickendorf beteiligt.
  • Ab Januar 2019 ging das Projekt in die zweite Phase und wurde bis Juli an acht weiteren Standorten in Berlin erprobt.
  • Die Koordination lag bei dem Träger urbanplus, der u.a. auch die Fachstelle von “fairmieten-fairwohnen” ist. Die Alice-Salomon-Hochschule begleitete das Projekt wissenschaftlich.
  • Ziel ist es, nach Abschluss der Pilotphasen das unabhängige Beschwerdesystem Berlin weit in allen Unterkünften umzusetzen.
  • Mehr Informationen über das Projekt finden Sie hier.

Wieso wird ein unabhängiges Beschwerdemanagement benötigt?

  • Ziel ist es, die Lebenssituation der geflüchteten Menschen in Unterkünften zu verbessern, indem die Beschwohner*innen über ihre Rechte in der Einrichtung informiert werden sowie über unabhängige Beschwerdemöglichkeiten.
  • Eine unabhängige Beschwerdestelle ist wichtiger Bestandteil des Gewaltschutzes und wirkt gewalt präventiv.
  • Bislang existiert keine niedrigschwellige und unabhängige Beschwerdemöglichkeit. Einblicke in Unterkünfte sind häufig schwierig; Kommunikationskanäle nach außen fehlen. Hinzu kommt, dass den Bewohner*innen ihre Rechte häufig nicht bekannt sind. Das führt dazu, dass sie Angst haben, Vorfälle zu melden.
  • Daher ist es notwendig, ein unabhängiges und niedrigschwelliges Beschwerdesystem für alle Bewohner*innen (Männer, LSBTIQ, Bewohner*innen mit Behinderung, nicht-alphabetisierte Bewohner*innen etc.) zu installieren.

Was ist das Besondere an dem Projekt?

  • Das Pilotprojekt setzt einen peer-to-peer Ansatz um. Das heißt, mehrsprachige Vertrauensperson mit Migrationsgeschichte nehmen in vertraulichen Sprechstunden in den Unterkünften die Beschwerden der Bewohner*innen entgegen.Die Beschwerden können mündlich und anonym vorgetragen werden.
  • Diese werden dann durch eine Koordinierungsstelle geklärt.
  • Die Initiative des Projekts geht auf eine Gruppe geflüchteter Frauen selbst zurück (Monitoring Group), die sowohl auf Bezirks- als auch auf Senatsebene konzeptionell an dem Projekt mitgearbeitet haben und auch in die Umsetzung mit eingebunden sind.
  • Das Bezirksamt Pankow hat die Monitoring Group von Anfang an unterstützt und in die Projektförderung mit aufgenommen. Das Policy Paper finden Sie in der Seitenspalte.

Wo können sich Bewohner*innen von Unterkünften bislang beschweren?

Das LAF unterhält eine Abteilung für die Qualitätssicherung von Unterkünften. Dieser Bereich kontrolliert, dass die Betreiber der Unterkünfte die vorgeschriebenen Standards einhalten. Alle Betreiber müssen für ausreichende Sauberkeit, Sicherheit, soziale Betreuung, Gewaltschutz, Ernährung (bei Einrichtungen mit Vollverpflegung), Kinderbetreuung etc. sorgen. Alle Unterkünfte werden regelmäßig kontrolliert, bei Beschwerden gibt es kurzfristig eine unangemeldete Kontrolle. Missstände in Unterkunften sollten gemeldet werden unter: Unterkunft-QS-Beschwerde@LAF.Berlin.de.

Policypaper Monitoring Group

Das Konzept der Monitoring Group zu einem unabhängigen Beschwerdemanagement finden Sie hier.

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