Modulare Unterkunft für Flüchtlinge in der Wolfgang-Heinz-Straße und im Lindenberger Weg

Tag der Offenen Tür und Anwohner-Informationsveranstaltung

Die Stephanus-Stiftung und das Bezirksamt Pankow haben am 13. Juni 2017 Bürgerinnen und Bürger aus Buch zu einem Tag der Offenen Tür und einer Anwohner-Informationsveranstaltung in die neue Gemeinschaftsunterkunft in der Wolfgang-Heinz-Straße eingeladen.

In die Modulare Unterkunft werden voraussichtlich im Juli 450
geflüchtete Menschen einziehen. Bislang leben sie noch in verschiedenen Notunterkünften in Berlin. Die evangelische Stephanus-Stiftung, die seit 1878 in Berlin und Brandenburg gemeinnützig tätig ist, übernimmt den Betrieb der Unterkunft.

Am Tag der Offenen Tür hatten die Bucherinnen und Bucher die Gelegenheit, sich im Vorfeld der Eröffnung über die Unterkunft und die Stephanus-Stiftung zu informieren und an Führungen durch das Gebäude teilnehmen. Zudem hatte das Bezirksamt zahlreiche Ansprechpersonen eingeladen, die für Fragen zur Verfügung standen:

  • Der Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) und die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach (Die Linke)
  • Mitarbeiter/-innen des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)
  • Ansprechpartner/-innen zu Fragen der Stadtentwicklung
  • Vertreter/-innen der Polizei
  • Soziale Einrichtungen in Buch: die Projekte “Willkommen in Buch” und lOGIN.buch – OrientierunG und InteraktioN für Geflüchtete und Migrantinnen der Albatros dGmbH, gangway e.V. Straßensozialarbeit, die evangelische Kirche Buch und der Bildungsverbund Buch

Ca. 350 Bucherinnen und Bucher haben sich ein Bild von der neuen Gemeinschaftsunterkunft gemacht und kamen an den verschiedenen Informationsständen mit Verantwortlichen ins Gespräch.

Fachlich beraten und unterstützt wurde das Bezirksamt durch das Mobile Beratungsteam Berlin für Demokratieentwicklung (MBT) und die mobile Beratung gegen rechts (mbr).

Dokumentation des fachlichen Austauschs zu den Modularen Unterkünften in Buch

Am 9. März 2017 lud das Bezirksamt Multipliatoren aus Buch zu einem Fachaustausch zum Bau der beiden Modularen Unterkünfte in der Wolfgang-Heinz-Straße und im Lindenberger Weg ein.

Ziel des Treffens war es, zu den neuen Flüchtlingsunterkünften zu informieren, gemeinsame Handlungsfelder aufzuzeigen sowie offene Fragen und konkrete Ansprechpartner zu benennen. Zudem diente das Treffen der Planung einer Anwohner-Informationsveranstaltung, die im Vorfeld der Eröffnung der Modularen Unterkünfte stattfinden wird.

Die Dokumentation der Veranstaltung gliedert sich in folgende Bereiche:

  • Was steht zum Zeitpunkt der Veranstaltung fest?
  • Welche Fragen gibt es von Seiten der Teilnehmenden?
  • Was wünscht sich Buch?
  • Welche Fragen sind noch offen bzw. was muss noch geklärt werden?
  • Planung der Anwohnerveranstaltung

Was steht zum Zeitpunkt der Veranstaltung fest?

Bau Modularer Unterkünfte in Berlin:

  • Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen errichtet als Bauherr an zehn Standorten in Berlin Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge. Davon befinden sich neun Standorte bereits im Bau.
  • In Buch errichtet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die beiden Modularen Unterkünfte in der Wolfgang-Heinz-Straße und im Lindenberger Weg.

Situation in Pankow:

  • In Pankow leben derzeit ca. 3300 Menschen in 12 Flüchtlingsunterkünften über den Großbezirk Pankow verteilt. Damit liegt Pankow im Vergleich zu den anderen Berliner Bezirken auf Platz fünf.
  • Informationen zu aktuellen und geplanten Unterkünften sind auf der Homepage des Bezirksamts veröffentlicht.

Situation in Buch:

  • An zwei Standorten werden Modulare Unterkünfte (MUF) errichtet: Wolfgang-Heinz-Straße und Lindenberger Weg für je ca. 450 Personen.
  • Voraussichtlich 2019 wird das AWO-Refugium geschlossen.
  • Auf der Brunnengalerie wird ein Bildungs- und Kulturzentrum entstehen.

Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF):

  • Die MUF sind Wohngebäude. Sie können dauerhaft stehen bleiben – im Unterschied zu Tempohomes (Wohncontainern).
  • Die MUF können je nach Bedarf leicht für andere Zwecke umgebaut werden.
  • Die MUF bestehen aus Fertigelementen, was einen schnellen Bau ermöglicht.
  • Ein MUF Standort besteht sowohl aus Wohnmodulen als auch einem Funktionsmodul.
  • In der Wolfgang-Heinz-Straße sind die Gebäude vier- und fünfgeschossig, im Lindenberger Weg sind sie fünfgeschossig.
  • Im Wohnmodul gibt es verschiedene Wohnangebote: Private Wohneinheiten und Gemeinschaftswohnen.
  • Auf jeder Etage können bis zu 15 Personen wohnen. Pro Bewohner*in werden 7 ½ bis 8 qm berechnet.
  • Die Gebäude bieten einen hohen Schallschutz.
  • Die Fenster sind bodentief, geheizt wird mit Fußbodenheizung.
  • Im Funktionsmodul sind der Pförtner, die Gemeinschafts- und Verwaltungsräume sowie das Arztzimmer untergebracht.
  • Im Außenbereich werden ein Spielplatz, Basketballplatz, Dorfplatz und Gärten errichtet.
  • Die MUFs werden mit einem 1,60 m hohen Zaun eingefriedet.

Modulare Unterkunft Wolfgang-Heinz-Straße:

  • Die Betreiberauswahl läuft derzeit.
  • Die Sicherheitsleistungen wurden ausgeschrieben.
  • Die Gebäude werden Mitte April baulich fertiggestellt. Dann stellt das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten die Erstausstattung.
  • Der Betrieb ist ab Frühsommer geplant.
  • Es werden Menschen, die bislang noch in Notunterkünften leben, in die Wohngebäude ziehen. Geplant ist eine sozialverträgliche Belegung.
  • Vor Eröffnung der Unterkunft wird es einen Tag der Offenen Tür geben und eine Informationsveranstaltung.

Modulare Unterkunft Lindenberger Weg:

  • Die Baumaßnahmen laufen.
  • Die Fertigstellung ist für Herbst 2017 vorgesehen.
  • Der Betreiber steht noch nicht fest.

Welche Fragen gibt es von Seiten der Teilnehmenden?

  • Können die Fenster in den MUF geöffnet werden?
    Ja, die Fenster können geöffnet werden.
  • Werden Vorhänge angebracht?
    Ja, Vorhänge werden angebracht.
  • Wonach werden die Grundstücke für die MUF ausgewählt?
    In Randbezirken befinden sich die meisten verfügbaren Flächen. Diese müssen planungsrechtlich bebaubar sein. Die vom Senat ausgewählten Grundstücke werden mit den Bezirken abgestimmt.
  • Können Menschen aus dem AWO-Refugium in das MUF Wolfgang-Heinz-Straße ziehen?
    Die Menschen aus dem AWO Refugium sollen in reguläre Wohnungen ziehen, nicht erneut in eine Gemeinschaftsunterkunft. Die Problematik besteht darin, dass es zu wenig freie Wohnungen gibt.
  • Können die Menschen aus den Notunterkünften auch in Brandenburg untergebracht werden?
    Nein, aufgrund der geltenden Verteilungsregelung von Asylsuchenden in Deutschland nach dem Königsteiner Schlüssel muss Berlin fünf Prozent der geflüchteten Menschen aufnehmen.
  • Wieso wird ein Zaun um die MUF gebaut?
    Die Menschen befinden sich in der Obhut des Staates, demnach bedeutet der Zaun in erster Linie die Gewährleistung von Schutz. Das Gelände wird mit dem Zaun eingefriedet.
  • Wie wird mit religiösen Konflikten in Unterkünften umgegangen?
    Beispielsweise im AWO Refugium gibt es nach Auskunft der Einrichtungsleitung nur wenige religiöse Konflikte. Die Konflikte, die es gibt, können mit Hilfe der Mitarbeiter*innen in der Unterkunft geklärt werden.

Was wünscht sich Buch?

  • Begegnungsräume, z.B. ein Begegnungscafé im Bucher Bürgerhaus
  • Verwilderte Grünflächen sollen wieder bespielbar gemacht werden.
  • Skaterplatz in der Wolfgang-Heinz-Straße muss attraktiver gestaltet werden
  • In der Wolfgang-Heinz-Straße werden mehr Mülleimer benötigt.
  • Die Wege und der Grünstreifen um die Baustelle an der Wolfgang-Heinz-Straße müssen wiederhergestellt werden.
  • Einen Stadtentwicklungskoordinatoren, um Sanierungen abzustimmen und leichter umzusetzen.
  • Es werden mehr Kitaplätze und Jungendbildungsmaßnahmen benötigt
  • Es wird mehr Unterstützung für Geflüchtete bei der Arbeitssuche bzw. mehr Arbeitsmöglichkeiten gebraucht
  • Bürgerdialoge sollten fortlaufend stattfinden
  • Bürgerdialoge sollen auch mit Geflüchteten durchgeführt werden, z.B. zur Vermittlung von Werten und Rechten.
  • Die Willkommensklassen benötigen mehr Unterstützung, z.B. durch Sprachmittler*innen und Nachmittagsbetreuung der Kinder
  • einen funktionierenden S-Bahn-Verkehr

Welche Fragen sind noch offen bzw. was muss noch geklärt werden?

  • Die Finanzierung der Miete in Gemeinschaftsunterkünften, wenn Geflüchtete einen Job haben, bedarf dringend einer Klärung. Derzeit ist die Miete zu hoch, da Sozialleistungen in die Zimmermiete mitberechnet werden. Damit sinkt die Motivation zu arbeiten.
  • Wie wird die Kitaversorgung für Buch zeitnah verbessert?
  • Wie kann die Café-Miete im Bucher Bürgerhaus bezahlbar bleiben?

Planung der Anwohnerveranstaltung für Buch

  • Die Anwohnerveranstaltung soll nach dem „Stockholmer Modell“ in Form von thematischen Infoinseln durchgeführt werden. Dazu sucht das Bezirksamt die Zusammenarbeit mit den Multiplikatoren vor Ort, um das Veranstaltungsformat gemeinsam umzusetzen.
  • Der Bürgerverein hat gute Erfahrungen mit Veranstaltungen mit Bürger*innen und bietet sich als Partner an.
  • Der Panke-Platz kann für Gespräche und Veranstaltungen genutzt werden
  • Die Frage, wie zu der Veranstaltung eingeladen wird, ist zentral, um die Anwohner*innen zu erreichen. Es ist nicht ausreichend, dies über den Bucher Boten zu tun.
  • Verschiedene Multiplikatoren wollen den Tag der offenen Tür und die Anwohnerveranstaltung unterstützen.

Teilnehmer*innen

Bezirksamt Pankow
Herr Benn, Bezirksbürgermeister
Frau Niewiedzial, Integrationsbeauftragte
Frau Gust, Flüchtlingskoordinatorin im Büro der Integrationsbeauftragten
Frau Hufeisen, Flüchtlingskoordinatorin im Amt für Soziales
Herr Anders, Flüchtlingskoordinator im Jugendamt
Frau Atli, Amt für Soziales
Frau Schönebeck Jugendamt
Frau Funk, Jugendamt

Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)
Herr Schönrock, Abteilung III / Strategische Entwicklung

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Herr Pohlmann, Abteilungsleiter Abteilung V – Hochbau

Polizeiabschnitt 14
Präventionsbeauftragte Herr Steinhart und Herr Schild

Polizei Direktion 1 Stab 42 Bereich Jugend/Diversion/Neuköllner Modell/Koordinatorin für interkulturelle Aufgaben
Frau Helling

Multiplikatoren
Albatros gGmbH
Pankow Hilft!
Wohnungsbaugesellschaft Wilhelmsruh e.G.
Gangway
Evangelische Kirche Buch
Stadtgut Buch
Karower Dachse
Ev. Lungenklinik
Willkommen in Karow
JobInnPankow
Schulleiter der Robert-Havemann Schule
Willkommen in Buch
Katholische Kirchengemeinde Buch
Tennisclub Medizin Berlin – Buch e.V.
Bucher Bürgerverein
BBB Management GmbH Campus Berlin Buch
Bildungsverbund Buch
Begegnungscafé „Panke und Meer“
AWO Refugium Buch
Kita „Kleine Schlaufüchse“
OASE Berlin
mbr – mobile Beratung gegen Rechts
Kinderclub „Der Würfel“
Hufeland Schule
Familienzentrum SEHstern e.V.
Moskito – Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt

Moderation: Frau Münch, Jugendamt Pankow