Unterwegs zu einer Willkommenskultur

Ausstellung Willkommenskultur
  • Mit dem Projekt “Unterwegs zu einer Willkommenskultur mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen“ möchten wir den Fokus auf die Schülerinnen und Schüler in den so genannten Willkommensklassen lenken.
  • Ende 2014 gab es in Pankow ca. 18 solcher Klassen mit ca. 200 Jugendlichen.
  • Im Rahmen des Projektes waren Filmemacher in verschiedenen Willkommensklassen in Pankow unterwegs und haben gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen künstlerisch gearbeitet.
  • Herausgekommen sind eine Fotoausstellung, ein Kurzfilm sowie künstlerische Arbeiten der Schülerinnen und Schüler.
  • Damit werden die Kinder und Jugendlichen mit ihrer ganzen Individualität und ihrem Alltag sichtbar gemacht und erhalten eine Stimme.

* ABIGAIL, 16 alt Jahre aus Nigeria

* MAYA, 18 Jahre alt aus Guinea

* NAFISATU, 17 Jahre alt, aus Sierra Leone

* ABDULLAH, 17 Jahre alt, aus Herat in Afghanistan

* AMIR, 15 Jahre alt, aus Teheran im Iran

* SAMNANG RIDDH, 14 Jahre alt, aus Kambodscha

* NGOC MAI, 17Jahre alt, aus Vietnam

* MAREM, 18 Jahre alt, aus Grozny in Tschetschenien

* OMAR, 17 Jahre alt, aus Gaza in Palästina

* MUBERA, 19 Jahre alt, aus Tavnik in Bosnien

* ISMAIL, 18 Jahre alt, aus Senegal

* NEGAR. 17 Jahre alt, aus Afghanistan

* CABDIQAADIR ,16 Jahre alt, aus Somalia

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Formate: movingimage

ABIGAIL

Abigali
Bild: Anne Bollwahn

From “Grass to Grace” is the story of my life. The kind of life I am leading now is not the kind of life I was leading in Nigeria. There I was kind of locked up, everything felt tight, I could not express my gifts, unfold my talents. I felt empty and uninspired. I just went to school and went back home every day and I did not know who I was. If somebody had told me then that one day I would be able to reach the heart of people through my singing, I would not have believed them.

My journey to grace is connected with coming to Germany. Here I discovered that I am not just an ordinary girl but a girl filled with inspiration and energy.I am blessed. I believe in God so much and I bless his name for all he is doing in my life. I will always be a blessing to everyone on earth.

Music is my inspiration. Music heals the body, music makes me forget about the worries in life, through music I reach the heart of people, music heals the broken hearted, music connects, music makes me feel I am somebody. For me, music, God, my family and my studies is all I need in life. Through music and God I have been elevated from a nobody to a somebody.

16 Jahre / aus Nigeria / in Deutschland seit August 2012 / jetzt 10. Klasse Tesla Schule

MAYA

Maya
Bild: Anne Bollwahn

Teil der Geschichte eines afrikanischen Mädchens ist fast immer Genitalverstϋmmelung und Zwangsehe.

Als das Mädchen mit 13 Jahren ihren fast 60 Jahre alter Bräutigam heiraten sollte, sagte dieser, dass sie nochmal beschnitten werden mϋsse weil sie mit 4 Jahren nicht „richtig“ beschnitten worden war.

Doch das Mädchen hatte den Schmerz noch nicht vergessen, sie erinnerte sich, wie doll es wehgetan hatte und wollte es deshalb nicht nochmal machen lassen. Aber sie hatte keine Wahl. Der Mann sagte „Du musst eine Burka anziehen und dich nochmals beschneiden lassen.“ Die Eltern des Mädchens hielten zu dem Mann.

Sie hatte niemanden, der sie unterstützte, verteidigte, auffing, sie war in der Schwebe, im Nichts, ganz allein. Am Hochzeitstag trug sie ein weißes Kleid und hatte einen roten Regenschirm in der Hand. Der rote Regenschirm war geschmückt mit Geldscheinen, dies sollte Glück bringen.

18 Jahre / aus Guinea / in Europa seit Oktober 2012 / jetzt 9.Klasse VHS Albert Einstein

NAFISATU

Nafisatu
Bild: Anne Bollwahn

Freiheit und Schönheit. Krio sprechen, Sonne, der Strand Lombly Beach, lachende Menschen, Kinder mit Respekt vor Erwachsenen, Weihnachten in der Kirche, leckerer Fisch und Kochbananen, Schwimmen im blauen Meer, Musik auf der Straße, Freunde, Spiele in der Schulpause … das alles hatte Schönheit in Sierra Leone.

Aber dort war ich nicht frei, ich durfte keine kurzen Hosen und Röcke anziehen, ich durfte nicht mit Jungs sprechen, ich durfte in der Nacht nicht rausgehen, ich durfte nicht mehr zur Schule gehen, ich wurde geschlagen. Ich musste immer putzen und kochen. Ich hatte kein eigenes Bett, ich musste mit 3 Mädchen mein Bett teilen.

In Berlin, dieser Stadt voller schöner Gebäude, bin ich frei, ich kann zur Schule gehen und lernen, ich kann rausgehen und nach Hause kommen wann ich will, ich kann anziehen und kaufen was ich möchte, ich kann tanzen, ich kann singen, ich kenne Menschen aus vielen Ländern, ich habe viele Verehrer, ich kann Krankenschwester werden und heiraten wen ich möchte, ich fühle mich frei weil niemand mich kontrolliert !

17 Jahre / aus Sierra Leone / in Berlin seit März 2012 / jetzt BQL Hauswirtschaft an der August Sander Schule

ABDULLAH

Abdullah
Bild: Anne Bollwahn

Danke Mutter, dass du mich nicht verlassen hast. Danke Mutter, dass du mir geholfen hast. Danke Mutter, dass du mich aufgezogen hast als ich klein war.

Danke Mutter, dass du immer bei mir warst.

Ich glaube noch immer dran, dass du als Engel in meinem Traum erscheinst.
Seit 4 Jahren sehe ich dein Gesicht nicht Mutter. Seit 4 Jahren vermisse ich dich.
Ich möchte das Leben ohne dich nicht mehr führen. Du lässt dich seit langer Zeit nicht mehr in meinen Träumen erblicken. Liebst du mich denn nicht mehr ?

Jeder sollte den Wert seiner Mutter schätzen, bevor es zu spät ist. Ich bin von Dir entfernt aber wo immer du bist, wirst du immer am Leben sein.

Gracias madre por no abandonarme.
Gracias madre por ayudarme.
Gracias madre por criarme.

Gracias madre por haber estado siempre conmigo. Aún creo que aparecerás como un ángel en mis sueños. Desde hace 4 años que no veo tu cara, madre. Desde hace 4 años te extraño.

Ya no quiero vivir sin ti. Hace tiempo que no te manifiestas en mis sueños.
¿Ya no me amas? Todos deberían valorar a su madre antes de que sea tarde. Estoy lejos de ti pero estés donde estés, siempre te encontraras.

17 Jahre / aus Herat in Afghanistan / aufgewachsen in Savhe im Iran jetzt in der August Sander Schule

AMIR

Amir
Bild: Anne Bollwahn

Ich bin ein ruhiger Mensch und wenn es was Trauriges gibt weine ich nicht gleich sondern bin nur von innen ein biβchen traurig aber ich sage ich bin OK.

Ich komme aus dem Iran, aus Teheran. Dort gibt es nicht so viel Freiheit wegen der Religion. Frauen mϋssen immer ihre Haare verstecken und Männer dürfen keine kurzen Hosen anziehen und die Jungen und Mädchen sind in der Schule geteilt, es gibt Schulen fϋr Jungen und Schulen fϋr Mädchen und es gibt viele arme Leute, die kein Geld haben um in die Schule zu gehen und es gibt viele Kinder die gar nicht in die Schule gehen.

Im Iran darf man gar keinen Alkohol trinken und kein Schweine- fleisch essen. Als ich ein Kind war habe ich im Fernsehen gesehen, wir Menschen einfach von Motorrädern überrollt wurden und wie viele getötet wurden.

Meine Schule war nicht gut weil manche Lehrer uns geschlagen haben , wir waren 40 Schϋler in der Klasse, wir durften nicht mit unseren eigenen Klamotten kommen sondern wir muβten eine Uniform anziehen, wir waren nur Jungs und die Lehrer waren nur Männer.

Ich bin Einzelkind, ich habe eine kleine Familie, meine Mutter und Vater kommen beide aus dem Iran, meine Eltern sind jetzt seit ein paar Monaten auch hier in Berlin. Sie wohnen noch in einem Heim in Grϋnau. Ich wohne immer noch bei meinem Onkel. Aber bald werden wir wieder alle zusammen wohnen. Mein Vater, meine Mutter und ich.

15 Jahre / aus Teheran im Iran / unterwegs seit 2012 / jetzt in der 8. Klasse der Tesla Schule

SAMNANG RIDDH

Samnang
Bild: Anne Bollwahn

Samnang Riddh ist ein cooler Junge, er kann super Fußball spielen.

Als Kind in Kambodscha hat er gerne „Shoes“ gespielt, es war wie Fuβballspielen, mit drei bis sechs Personen und drei bis sechs Schuhen und einem kleinen Stein und einer Linie und einem Quadrat auf dem Boden.

Das hat er immer in der Schule mit seinen Freunden und mit seinem Bruder gespielt. Aber manchmalhaterauchFußballgespielt.

Er ist in Deutschland weil sein Vater hier in der Botschaft von Kambodscha in Berlin Pankow arbeitet. Er ist hier mit seinen Eltern, seinem Bruder Reththy und seiner kleinen Schwester Sofia. Sie wohnen alle in Pankow.

14Jahre/ausKambodscha/ jetztinder8.KlassederTeslaSchule

NGOC MAI

Ngoc
Bild: Anne Bollwahn

Ich komme aus Vietnam, dort lebte ich mit meinem Vater, meinem Bruder und mit meinen Großeltern in Hai Duong Stadt. Hier in Berlin Pankow wohne ich mit meiner Mutter, meinem Stiefvater und meinem kleinen Bruder Alexander.

Meine Schule in Vietnam war sehr groβ, dort waren über tausend Schüler und es gab viele Schülerclubs. Ich war im Tanzclub. In Berlin ist meine Schule sehr cool. An meinem ersten Tag in Deutschland war ich sehr niedergeschlagen. Bald habe ich gesehen, dass es viele schöne Dinge gibt aber als allererstes muβte ich Deutsch lernen.

Ich war ein Jahr lang in der Willkommensklasse in der Tesla Schule und dort habe ich Deutsch gelernt. Meine Klasse hatte Schüler aus verschiedenen Ländern, deshalb habe ich viele interessante Dinge gelernt. Und die Lehrer dort sind freundlich, sie sind immer bereit mir zu helfen wenn ich etwas nicht weiß.

Seit August 2014 bin ich in der Klasse 8c. Dies ist eine schwierige Zeit für mich. Jetzt habe ich keinen Deutschunterricht mehr, sonder muss das Fach Deutsch mit meinen Mitschϋlern besuchen und auch die Klassenarbeiten schreiben. Außerdem habe ich viele andere Fächer, es ist schwer aber ich werde es versuchen.

Wenn ich mit der Schule fertig bin, möchte ich mit meinen Freunden und meiner Familie um die ganze Welt reisen und später möchte ich gerne Filmemacherin werden.

Mein Traum ist, dass meine Großeltern nach Deutschland kommen um mich zu besuchen und auβerdem möchte ich Karate lernen weil ich eine starke Frau sein will.

17 Jahre /aus Vietnam / jetzt in der 8. Klasse der Tesla Schule

MAREM

Marem
Bild: Anne Bollwahn

Glück und Leben

Glϋck ist jemanden zu haben der das ganze Leben bedeutet
Glϋck ist wenn man stolz auf sein Leben sein kann Glϋck ist eine zweite Chance im Leben Leben ist Glϋck wenn man den richtigen Weg findet Leben ist voller Überraschungen und Glϋck Leben ist wie ein Glückszug, an jeder Station steigt einer ein, und jemand steigt aus und manch einer ist ausgestiegen und steigt nie wieder ein, ein anderer steigt niemals aus Glück der Vergangenheit ist vorbei, Glück der Zukunft ist noch nicht da Lebe dein Glück jetzt und heute Sei jeden Tag glücklich.

18 Jahre / aus Grozny in Tschetschenien / in Berlin seit Januar 2013 jetzt in der 10. Klasse der VHS Albert Einstein

OMAR

Omar
Bild: Anne Bollwahn

RESPETO

Soy una persona como todos, soy un poco diferente, pero al final soy como todos. Somos iguales pero no somos iguales porque cada persona tiene su pensamiento y sus sentimientos. Respeto es dar y devolver, cuando tu respetas, todo el mundo te va respetar.

Somos iguales porque todos somos personas, no importa el país, ni el idioma, el estilo, el color, la religión. Hay que respetar a las mujeres siempre, las madres son muy importantes porque estamos 9 meses en su barriga y nos protegen.

Respetar es no reírse de la persona recién llegada que no habla bien el alemán, es averiguar lo que realmente quiere la persona recién llegada y no suponer que viene de un país pobre en el cual no hay ni comida.

Respeto no se muestra dando “cosas” y pensando que con eso se “ayuda” al pobre joven recién llegado. Un niño que llega a un nuevo país necesita que lo respeten, que la gente le trata como persona con sentimientos, que le traten como una persona igual a todos.

RESPEKT

Ich bin eine Person wie alle, ich bin ein wenig anders, aber am Ende bin ich wie alle. Wir sind alle gleich aber wir sind auch unterschiedlich weil jede Person seine Gedanken und seine Gefühle hat. Respekt bedeutet geben und nehmen, wenn du respektierst, werden dich alle respektieren.

Wir sind gleich weil wir alle Menschen sind, das Land, die Sprache, der Stil, die Farbe, die Religion, all das ist nicht wichtig. Die Frauen muss man immer respektieren, die Mütter sind sehr wichtig weil wir 9 Monate lang in ihrem Bauch sind und sie uns beschützen.

Respektieren bedeutet nicht über die gerade angekommene Person zu lachen, die noch nicht gut Deutsch spricht, Respekt bedeutet herauszufinden was die gerade angekommene Person wirklich möchte und nicht einfach anzunehmen, daβ sie aus einem armen Land kommt in dem es noch nicht mal Essen gibt.

Respekt kann man nicht zeigen indem man „Dinge“ gibt und indem man denkt, dass man mit diesen Dingen dem armen jungen Menschen „hilft“, der gerade angekommen ist. Ein Kind, was in ein neues Land kommt braucht Respekt, es muss fühlen, daβ es behandelt wird wie eine Person mit Gefühlen, dass es behandelt wird wie eine Person, die ist wie alle.

17 Jahre / aus Gaza in Palästina / allein unterwegs seit April 2008 / in Deutschland seit Mitte 2013 / jetzt in der August Sander Schule

MUBERA

Mubera
Bild: Anne Bollwahn

Imala sa ja puno sretnih dana u svom životu. Čini mi se, svaki dan je bio sretan dan, svaki dan je nosio nešto posebno sa sobom.

Do jednog dana kada se sve promjenilo. Bio je to san kada sam svoju zemlju napustila. Još jedna godina do kraja srednje škole, još jedna godina do mature. Ti bi trebalo jednostavno biti? Na taj dan nisam napustila samo Bosnu negó moje prijatelje, moje snove, moje ciljeve, moju budućnost.

Počeli su loši dani … koji još nisu prestali. Svaki slijedeći dan donosi samo tugu. Ali još nešto me drži u životu, još nešto mi daje snagu. Sama ne znam šta. Je li to nada, da će bolji dani doći? Jesu li to ljudi, koji su uvijek uz mene? Je li to moj inat i moj ponos koji mi dozvoljava svoju tugu da zaboravim? Ili sam samo naučila s tim da živim? Možda … Ko zna …

In meinem Leben hatte ich viele glückliche Tage. Mir kommt es vor, als sei jeder Tag ein glücklicher Tag gewesen, jeder Tag trug etwas Besonderes mit sich. Bis sich eines Tages alles veränderte.

Es war der Tag an dem ich mein Land verlieβ. Noch ein Jahr bis zum Abitur, noch ein Jahr bis zum Abschluβball. Das sollte einfach sein? Ich verlieβ an dem Tag nicht nur Bosnien sondern auch meine Freunde, meine Träume, meine Ziele, meine Zukunft.

Es begannen die schlechten Tage… die hörten nicht mehr auf. Jeder kommende Tag brachte nur Traurigkeit. Aber es hält mich trotzdem etwas am Leben, etwas gibt mir noch Kraft. Ich weiss selbst nicht, was. Ist es die Hoffnung, daβ bessere Tage kommen? Sind es die Menschen, die trotz allem zu mir halten?

Sind es mein Trotz und mein Stolz die mir erlauben meine Traurigkeit zu vergessen? Oder habe ich nur gelernt damit zu leben ? Vielleicht … wer weiss …

19 Jahre / aus Tavnik in Bosnien / Bosnien verlassen im Juni 2013 / jetzt im Oberstufenzentrum Oskar Tietz und Ausbildung im Projekt D&B

ISMAIL

Isma
Bild: Anne Bollwahn

Me siento un chico muy “multikulti” porque nací en Senegal, pero mi mama es de Gambia. Desde pequeño hablo Mandinga y Francés, luego llegue a Europa y aprendí español, el catalán, ahora el alemán.

En cada sitio en el que he estado hice amistades, tuve amigos que fueron como hermanos y por eso la amistad es tan importante. Para nosotros que viajamos de un sitio a otro sin familia hacer amistad es algo imprescindible. Los amigos son personas que siempre están allí. Que te quieren pero sobretodo te hacen sentir como si estuvieras con la familia porque un amigo te ayuda en los momentos malos de tu vida y ríe contigo en los buenos.

Una persona sin amigos es como un desierto. Los amigos son la familia que se escoge. La amistad es ese sentimiento de cariño y afecto. En estos momentos hecho mucho de menos a esos amigos que tuve en otros países y que para mí son como hermanos mayores que me daban consejos y me apoyaban en los momentos malos y buenos. Por suerte existen las redes sociales y mi deseo es encontrarme con ellos en algún lugar del universo.

Ich fühle mich wie ein “multikulti” Junge weil ich in Senegal geboren bin, meine Mutter kommt aber aus Gambia. Seit ich klein bin spreche ich Mandinka und Französisch, dann kam ich nach Europa und hier lernte ich Spanisch und Katalanisch und jetzt Deutsch.

Überall wo ich war habe ich Freundschaften geschlossen, ich hatte Freunde die wie Brüder waren und deshalb ist Freundschaft so wichtig. Für uns, die wir von einem Platz zum anderen ohne Familie reisen, sind Freundschaften unentbehrlich.

Freunde sind Personen die immer da sind, die dich lieben. Vor allem aber lassen sie dich fühlen als ob du mit der Familie wärst weil ein Freund dir in den schlechten Momenten deines Lebens hilft und mit Dir zusammen in den guten Momenten lacht.

Eine Person ohne Freunde ist wie eine Wüste. Freunde sind die Familie, die man wählt. Freundschaft ist dieses Gefühl von Wohlwollen und Zuneigung.

Momentan vermisse ich diese Freunde, die ich in anderen Ländern hatte sehr, diese Freunde, die wir gröβere Brüder sind und die mich in den guten und schlechten Momenten unterstützten. Zum Glück gibt es die sozialen Netzwerke und mein Wunsch ist sie wiederzutreffen irgendwo im Universum.

18 Jahre / aus Senegal / allein unterwegs seit 2008 / in Berlin seit dem 24. Oktober 2013 / jetzt 9. Klasse der VHS Albert Einstein

NEGAR

Negar
Bild: Anne Bollwahn

Viele Menschen wissen nicht was sie mit ihrem Leben tun oder tun sollen. Vielleicht ist es auch nicht so wichtig ob man es schon früh weiß.

Es ist auch nicht wichtig wann man das heraus findet oder wieviel Geld man hat oder welche Farbe die Haare oder die Haut haben. Aber es ist wichtig heraus zu finden was einem das Leben schön macht oder was einem gut tut.

Also, man sollte jeden Tag etwas Spaßiges tun und stark sein, sich nicht so dolle mit Arbeit stressen und immer ein bisschen Kind in sich halten, den Moment genieβen. Sich auf kleine Dinge, die jeden Tag um einen herum passieren, freuen.

Und wenn du das tust, was dich wirklich glücklich macht, das was du willst und dein Leben geniest, dann bist du die beste Version und niemand soll mehr von dir erwarten.

17 Jahre / aus Afghanistan / aufgewachsen im Iran / unterwegs seit 2011 / in Berlin seit 2012 / jetzt in Ausbildung zur Pharmakantin bei Bayer Pharma AG

CABDIQAADIR

Cabdiquaadir
Bild: Anne Bollwahn

Mein Problem in Deutschland

Ich war 15 Jahre alt als sich am 26. Juli 2013 in Deutschland ankam. Nach drei Monaten machte ich eine schreckliche Erfahrung. Eine Frau in der Justiz, wo ich war wegen meinem Umzug von einem Wohnheim in eine WG sagte mir einfach so: „Du bist nicht 15, du musst zum Charité Krankenhaus, du musst Dich untersuchen lassen.“

Nach einem Monat bekam ich Post von ihr. Mit meiner Betreuerin musste ich sofort zur Altersfeststellung in die Charité. Aber das sah nicht aus wie ein Krankenhaus, ich sah keine anderen Patienten sondern nur einen Raum voller anderer junger Männer aus Afrika und Asien.

Als ich reinkam, wurde ich sofort fotografiert ohne gefragt zu werden, ob ich das wollte. Dann musste ich in ein Zimmer und da musste ich mich vollständig vor drei Personen ausziehen. Ein Mann mit Artzkleidung schaute ob ich Haare auf der Brust und unter den Armen hatte, kontrollierte mein Gesicht nach Bartstoppeln und schaute mir in den Mund. Es war schrecklich, die Menschen hatten keinen Respekt vor mir und ich hatte große Angst, dass sie mich foltern würden. Es gab keinen Dolmetscher und ich verstand gar nicht was sie von mir wollten.

Es war als sei ich nur ein Objekt für ein Projekt. Dann musste ich noch meine Zähne röntgen lassen. Nach zwei Monaten bekam ich den schrecklichen Brief in dem stand „Du bist über 21 Jahre alt“. Meine Betreuerin und ich überlegten was wir machen können und weil ich wusste, dass ich nicht so alt war, beschlossen wir, dass ich irgendwie meine Geburtsurkunde beschaffen musste.

Ich kontaktierte einen somalischen Bekannten in Mogadischu um ihn zu bitten in mein Dorf Kamsumma zu gehen um meine Mutter zu finden. Ich wusste, meine Mutter hatte meine Geburtsurkunde. Der Bekannte hat niemanden aus meiner Familie in meinem Dorf gefunden, er ging zurück nach Mogadischu und ging dort zum Bürgeramt um eine neue Geburtsurkunde anzufordern.

Im Bürgeramt sagten sie, wenn er wolle, dass die Geburtsurkunde gefunden würde, müβe er 100 EUR zahlen und zwei Wochen warten. Ich habe also die 100 EUR meinem Bekannten geschickt und zum Glück hat das Amt die Geburtsurkunde gefunden.

Wir bekamen sie per Email. Wir haben sie ausgedruckt und der Ausländerbehörde geschickt. Aber die Ausländerbehörde sagte zu mir „Sie müssen persönlich mit nach Brüssel zur somalischen Botschaft gehen um die Urkunde beglaubigen zu lassen, wir wissen ja nicht, ob sie echt ist“. Aber das Problem ist, ich kann ja nicht nach Belgien fahren weil ich mich ja nur in Deutschland frei bewegen darf. Wir haben auch dem Jugendamt von meiner Situation erzählt aber die Frau vom Jugendamt hat einfach nur gesagt „tun Sie, was die Ausländerbehörde Ihnen sagt“.

Ich fühle mich jetzt total hilflos, ich weiß, dass ich 16 bin, aber auf meiner Aufenthaltsgestattung, die nur bis zum 03.02.2015 gültig ist steht, dass ich am 01.07.1993 geboren bin. Ich weiß aber, dass ich am 08.09.1998 geboren bin.

Ab dem 01.02.2015 bekomme ich keine Jugendamthilfe mehr und deshalb muβ ich aus meiner Jugendamt WG Wohnung raus. Ich habe noch keine Ahnung, was dann mit mir ist.

16 Jahre / aus Somalia / allein unterwegs seit Anfang 2011 / jetzt 9. Klasse der VHS Albert Einstein

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Formate: video/mp4

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