Kooperative Standorte

Ein verdichtetes, zielgruppenübergreifendes Angebot wird an den von mehreren Fachbereichen des Amtes betriebenen sog. Kooperativen Standorten (Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227/228; Bildungszentrum am Antonplatz, Bizetstraße 27/41) realisiert.

Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Das Gebäudeensemble des heutigen Kultur- und Bildungszentrums Sebastian Haffner schaut auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Die Errichtung als Gemeindedoppelschule zwischen 1884 und 1886 fällt in eine Zeit, in der die Reichshauptstadt Berlin einen enormen Zustrom von Arbeitskräften erlebt. Mit der massenhaften Zuwanderung wuchs nicht nur der Bedarf an Wohn­raum, sondern auch an öffentlichen Bauten, darunter Krankenhäusern und Schulen. Unter dem Stadtbaurat Hermann Blankenstein (1829 – 1910) entstand auch das Schul­ge­bäude an der Prenzlauer Allee/Ecke Mülhauser Straße für eine Knaben- und eine Mädchen­schule (mit jeweils getrennten Eingängen). Im separat gelegenen Rektoren- und Lehrer­wohn­haus befanden sich die Wohnungen für die beiden Rektoren, den Schuldiener und den Heizer. Das Gebäude blieb bis 1997 als Schule in Betrieb, zuletzt als 3. Grundschule. Nach dem seit Mitte der 90er Jahre spürbaren Rückgang der Schülerzahlen beschloss die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Prenzlauer Berg im Dezember 1997 – gegen Widerstand aus der Be­völ­ke­rung – die Schließung als Schulstandort. Unter Aufgabe von Mietobjekten zogen im Herbst 1998 zunächst eine Kinder- und eine Erwachsenenbibliothek der Stadtbibliothek Prenzlauer Berg sowie die Volks­hoch­schule in das Gebäude ein. Die VHS hat das Gebäude bereits seit 1947 als Unterrichtsstätte genutzt. Ende 1999/Anfang 2000 folgte dann noch das Prenzlauer Berg Museum als dritter Partner.
Auf Grundlage des ab 2003 gültigen Kultur- und Bildungs­entwicklungsplans Pankow konnte der Gebäude­komplex unter Einsatz von Fördermitteln als sog. Kooperativer Standort des Amtes für Kultur und Bildung baulich entwickelt werden. Bis 2004 erfolgten die Umgestaltung des Hofes und der Umbau der ehemaligen Turnhalle zu einem Ausstellungs­raum für das Museum. Gleichzeitig wurde die ursprünglich vorhandene Öffnung des Schulgeländes zur Kolmarer Straße und zum Wasserturmareal in der Nähe des Kollwitzplatzes wieder her­ge­stellt. Ein Aufzug gewährleistet inzwischen die barrierefreie Erschließung aller Etagen.
Seit 2008 trägt das Kultur- und Bildungszentrum den Namen des Journalisten und Publizisten Sebastian Haffner (1907 – 1999). Sein Vater, Carl Louis Albert Pretzel, leitete seit 1919 als Direktor die Schule und lebte mit seiner Familie im Vorder­haus an der Prenzlauer Allee. Der Sohn Reimund erlebt in Prenzlauer Berg die Zeit des ersten Weltkrieges und der November­revo­lution. Später wird er in seiner auto­biogra­phischen Veröffentlichung „Geschichte eines Deutschen“ dieser Zeit ein literarisches Denkmal setzen.
Die Angebote von Stadtteilbibliothek, Volkshochschule und Museum ergänzen sich inhaltlich, mit einem Akzent auf historisch-politischer Bildung, für den der Name Sebastian Haffner Pate steht. Weitere Schwerpunkte sind die (Sprach-) Integrations­kurse der Volkshochschule, die intensive Lese­förderung der Stadt­teil­biblio­thek sowie die alljährliche Durch­führung des Lite­ra­tur­Ort Prenzlauer Berg. Das Gebäude mit seinen Unterrichtsräumen, Lesebereichen und Ausstellungsflächen, seinen Bibliotheks- und Archivbeständen versteht sich über die Nutzer und Besucher der drei Einrichtungen hinaus als ein Treffpunkt im Kiez – ein lebendiges Bildungs­zentrum am Wasserturm.

Bildungszentrum am Antonplatz

Bildungszentrum am Antonplatz

In seiner heutigen Form – verteilt auf zwei nebeneinander liegende, aber nicht miteinander ver­bundene Häuser – versorgt das Bildungszentrum am Antonplatz seit 2010 in relativ zentraler Lage den Ortsteil Weißensee mit einem konzentrierten Angebot außer­schulischer Bildung. Vorausgegangen war ein räumlicher Konzentrationsprozess, in dessen Verlauf ins­ge­samt 10, z. T. sehr kleine bezirkliche Einrichtungen an diesem einen Ort zusammen­gelegt wurden. Nach der Eröffnung des Neubaus (Bizetstraße 41) 2005 folgte nach Grund­sanierung und erheblichem Umbau unter Einsatz von Städtebauförderungsmitteln 2010 die Eröffnung des daneben liegenden, denkmal­geschützten Bestands­gebäudes (Bizetstraße 27), des seiner­zeitigen Verwaltungs­gebäudes der ehemaligen Polymant-Gummifabrik von 1928.
Mit ca. 4.000 qm Nutzfläche größer als alle inkorporierten Einrichtungen zusammen, stellt das Bildungs­zentrum heute den größten Einzel­standort des Amtes dar, in dem jetzt vier der fünf Fachbereiche vertreten sind:

In insgesamt 45 nach jeweiligem fachlichen Erfordernis speziell eingerichteten Räumen wird von Montag bis Freitag, aber auch am Wochen­ende eine große Angebots­palette umgesetzt: von inhaltlich breit gefächerten VHS-Kursen über Musik­schul­unterricht in Instrumental- und Vokal­fächern, Ensemble­proben bis hin zu vielfältigen Lese­förderungs­aktivitäten der Stadt­biblio­thek werden unter­schiedliche Ziel­gruppen angesprochen. Die Planung und Umsetzung der bewusst auf einrichtungs­übergreifende Zusammen­arbeit angelegten Angebots­struktur erfolgt im Rahmen einer regelmäßig tagenden Nutzerrunde.
Ergänzt wird das Raum­angebot durch drei unterschiedlich große Veranstaltungs­räume, eine pro­fessio­nell ausgerüstete Lehrküche der VHS, einen akustisch speziell isolierten Band­proben­raum der Musik­schule, einen atmos­phärisch ansprechenden Bewegungs­raum sowie einen (derzeit nicht offiziell betriebenen) Bistro­bereich. Der Freihand­bereich der Stadt­biblio­thek mit lichter Raumhöhe und Empore stellt einen der wenigen speziell für eine Biblio­theks­nutzung gebauten Räume der Stadt­bibliothek Pankow dar. Im gesamten Bildungs­zentrum besteht freier WLAN-Zugang. Ein farbiges Leitsystem in Anlehnung an das CD des Amtes unterstützt die Orientierung im Gebäude.
Begünstigt durch die vorhandene Raum­struktur bildet das Bildungszentrum am Antonplatz einen Schwer­punkt für Veranstaltungs­tätigkeit. Zu erwähnen sind hier regelmäßige Ver­an­staltungs­reihen wie Lesungen und Gesprächs­runden für Erwachsene, Lesepodium, Konzerte der Musikschule etc. bis hin zur jährlichen Durch­führung des bezirklichen Vorlese­wettbewerbs mit den Schulen in Pankow. Die Veran­staltungs­räume, auch in Verbindung mit den übrigen Räumen, werden auch gern für Seminare, Tagungen und offizielle Veranstal­tungen nach­gefragt.
Das Bildungszentrum ist mit dem Umfeld gut vernetzt und durch vielfältige Koopera­tionen verbunden. Als Partner sind hier Kitas und Schulen, die durch das bezirkliche Zentrum für Lese­förderung sehr intensiv betreut werden, aber auch diverse Vereine und Initiativen im Umfeld zu nennen. Regel­mäßig präsentiert sich das Bildungs­zentrum auch als Teil von Stadtteil­festen oder mit einem Tag der offenen Tür einem interessierten Publikum. Die in Zusammen­arbeit mit der Arbeits­agentur und Schulen veranstaltete Informations­reihe zu Fragen des Übergangs von der Schule in den Beruf ist seit Jahren erfolgreich etablierter, jährlicher Programm­punkt.

Eliashof

Eliashof Standort der Musikschule Außenaufnahme

Der Standort in der Senefelderstraße 6 ist der größte der Musikschule Béla Bartók und weist eine Besonderheit auf: Die fachgerecht umgebauten Räume befinden sich auf dem gemein­samen Gelände mit der Grundschule im Eliashof. Hier bietet sich ein zukunfts­trächtiges Modell gemeinsamer Arbeit zum Vorteil beider Einrichtungen an, das seit Jahren rege und erfolg­reich praktiziert wird. Eine große, gut ausgestattete Aula und ein Vorspielsaal werden für Vorspiele und Konzerte aller Fachgruppen der klassischen und der Instrumente aus dem Rock-Pop-Bereich häufig genutzt. Regelmäßig finden zusätzlich Rock-Pop-Konzerte in der WABE statt. Und noch eine Besonderheit gibt es hier: Eine für Tanz- und Bewegungs­ange­bote ausgebaute Tanzhalle bietet die Möglichkeit, durch Tanz­pädagogen die Ausbildung in kreativem Kindertanz, Stepp- und zeitgenössischem Tanz anbieten zu können.
Für eine bunte Schar von ca. 1.800 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus aller Herren Länder (für den Prenzlauer Berg eben typisch), ist hier Unterricht, gemeinsames Musizieren oder die Vor­berei­tung auf ein musisches Studium manchmal mühsame, manchmal lustbe­tonte, jedenfalls kreative Aktivität.

Bildungs- und Integrationszentrum Buch (BIZ Buch, in Planung)

Zur konzentrierten Versorgung des Bezirksnordens plant das Amt die Errichtung eines Bil­dungs- und Integrations­zentrums in Buch. Auf der nördlichen Brunnen­galerie im Kreu­zungs­bereich Wiltbergstr. / Karower Chaussee gelegen, wird das BIZ Buch den östlichen Abschluss der sich vom S-Bahnhof Buch erstreckenden, derzeit zu ertüchtigenden Prome­nade bilden. Gleichzeitig wird über die Karower Chaussee eine direkte Anbindung an Karow realisiert.
Im BIZ Buch werden – erstmalig – alle Fachbereiche des Amtes vertreten sein. Mit Stadt­bi­blio­thek und Musik­schule Béla Bartók werden zwei bereits vor Ort befindliche Ein­rich­tungen in das BIZ verlagert; hinzu treten neue Kurse und Ange­bote der Volks­hoch­schule, der Bil­den­den und Dar­stellen­den Kunst sowie des Bezirks­museums. Als weiterer Partner rundet eine Filiale des Gläsernen Labors (Träger: Campus Berlin Buch gGmbH) mit außer­schuli­schen, natur­wissen­schaft­lichen Experimenten das umfassende Bildungs- und Kultur­angebot ab.
Das Raum­konzept sieht eine größt­mögliche Doppel- und Mehr­fach­nutzung durch die Partner im Haus vor. Ebenso ist die tempo­räre Mitnutzung von Räum­lich­keiten, wie z. B. Veran­stal­tungs- und Projekt­räume, Bistro und Frei­flächen am Haus, auch für die Bucher Öffent­lich­keit Teil des Konzepts.
Zur Realisierung des Vorhabens stehen Landes­mittel in Höhe von 15,5 Mio. aus SIWANA IV und Stadt­umbau bereit. Nach positiver Prüfung des sog. Bedarfs­programms, in dem sämt­li­che Anfor­derungen an das zu bauende Gebäude beschrieben sind, durch die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wicklung und Wohnen kann dann Mitte 2019 ein Archi­tektur­wettbewerb aus­ge­lobt werden. Über die weiteren Schritte halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.