Kooperative Standorte

Ein verdichtetes, zielgruppenübergreifendes Angebot wird an den von mehreren Fach­be­rei­chen des Amtes betriebenen sog. Koopera­tiven Stand­orten (Kultur- und Bildungs­zentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227/228; Bildungszentrum am Antonplatz, Bizetstraße 27/41) realisiert.

Bildungs- und Integrationszentrum Buch (BIZ Buch, in Planung)

BIZ-Buch, karlundp, Präsentation, Aussenansicht
Bild: karlundp Gesellschaft von Architekten mbH

Das BIZ Buch – Heimat für Kultur und Bildung

Buch erhält eine neue Heimat für Kultur und Bildung: Auf der Freifläche Groscurthstraße 21-33 entsteht bis 2025 auf ca. 3300 qm und 4 Etagen das Bildungs- und Integra­tions­zen­trum (BIZ) Buch. Waren bislang nur Bibliothek und Musik­schule in Buch präsent, wird sich das künftig ändern: Erstmals ziehen Volks­hoch­schule, Musik­schule, Bibliothek und der Bereich Kunst und Kultur mit Kunst­werkstätten und Tanz­räumen in ein Haus, ergänzt um das Gläserne Labor des Campus Berlin-Buch und einzelne Aus­stellungen des Museum Pankow. Ein Novum in dieser Fülle und Verzahnung nicht nur für den Bezirk, sondern auch für Berlin und Deutschland – und Werbung und Strahl­kraft für Buch.

Ein wichtiger Faktor ist dabei auch das Gläserne Labor, was ebenfalls mit eigenen Räum­lich­keiten eine Heimat im BIZ findet und Kinder experi­men­tell und spielerisch an natur­wissen­schaftliche Themen heranführt – in enger Kooperation mit den anderen Einrichtungen wie der angren­zenden Bibliothek. Und so wird das BIZ auch einen Schwer­punkt auf sogenannte MINT-Themen setzen, ohne dass andere Kulturangebote zu kurz kommen werden.

Was erwartet die BucherInnen und Bucher noch:
  • Eine deutlich größere Bibliothek über zwei Etagen, die man mit ent­sprechen­dem Lese­ausweis außer­halb der Öffnungs­zeiten, beispiels­weise am Sonntag, aufsuchen kann.
  • Kinderbetreuungs­räume für Eltern oder Großeltern, die Kurse besuchen – ob nun im Yoga- und Bewegungs­raum oder in einem der vielen neu ausgestatteten Unterrichts­räumen der Musik­schule und VHS.
  • Projekträume und große Multi­funktions­räume, die nicht nur für die Angebote der Ein­rich­tungen zur Ver­fügung stehen, sondern auch für Vereine und Initiativen vor Ort.
  • Ein Café im Eingangs­bereich für die gastrono­mische Ver­sorgung.
  • Und umfangreiche Außen­flächen mit Urban Gardening-Bereichen, einer Lese­terasse, Sitz­bereichen für Kurse im Freien und einem kleinen Amphittheater – um nur einen Teil der Highlights zu nennen.

Derzeit laufen die detaillierten Raum­planungen für das Gebäude – errichtet von karlundp-Archi­tek­ten zusammen mit Topos Land­schafts­architekten. Ab 2021 starten die ersten bau­vor­berei­tenden Maß­nahmen auf der Fläche, bevor es dann 2022 richtig los­geht und wir am 1. Juli 2025 das Haus feierlich mit den Bucherinnen und Buchern eröffnen wollen.

Bis dahin wird es eine Vielzahl an kleinen und größeren Aktionen geben, um den Gedanken des BIZ gemeinsam zu leben und zu entwickeln. Eine erste kleine Aktionswoche Ende September 2020 in der jetzigen Bucher Bibliothek mit Ange­boten aller Ein­rich­tungen soll einen ersten Eindruck vermitteln – abge­schlossen von einem Bucher Bürger­forum am 1. Oktober 2020 unter Teilnahme des Bezirksbürger­meisters Sören Benn. In 2021 sollen erste partizi­pative Work­shops mit interessierten Bucher_innen statt­finden, damit wir noch genauer wissen und planen, was Sie im BIZ erwarten. Denn dieses Haus soll kein Haus des Amtes für Weiter­bildung und Kultur werden – es soll ein Wohn­zimmer für die Bucher Bevöl­kerung und eine Heimat für Kultur, Bildung und Inte­gration werden.

PANKOW-NEWS

Der nachfolgende/obenstehende Beitrag von Amtsleiter Dr. Manuel Seitenbecher erschien am 3. Juli 2020 zuerst in der Sommer-Ausgabe der PANKOW-NEWS, der neuen Online-Zeitung des Bezirksamtes Pankow. Sie finden das insgesamt 31 Seiten umfassende PDF-Dokument kostenfrei zum Download hier: berlin.de/pankow-news

Das BIZ in Buch – Neues Zentrum für Bildung und Kultur

PANKOW-NEWS Sommer 2020 / Seite 9

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Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227/228, 2011, DSCN1227, Teaser

Das Gebäudeensemble des heutigen Kultur- und Bildungs­zentrums Sebastian Haffner schaut auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Die Errichtung als Gemeinde­doppel­schule zwischen 1884 und 1886 fällt in eine Zeit, in der die Reichs­haupt­stadt Berlin einen enormen Zustrom von Arbeits­kräften erlebt. Mit der massen­haften Zu­wande­rung wuchs nicht nur der Bedarf an Wohn­raum, sondern auch an öffent­lichen Bauten, darunter Kranken­häusern und Schulen. Unter dem Stadt­baurat Hermann Blankenstein (1829 – 1910) ent­stand auch das Schul­ge­bäude an der Prenzlauer Allee/Ecke Mülhauser Straße für eine Knaben- und eine Mädchen­schule (mit jeweils getrennten Eingängen). Im separat gelegenen Rektoren- und Lehrer­wohn­haus befanden sich die Wohnungen für die beiden Rektoren, den Schuldiener und den Heizer. Das Gebäude blieb bis 1997 als Schule in Betrieb, zuletzt als 3. Grund­schule. Nach dem seit Mitte der 90er Jahre spürbaren Rückgang der Schüler­zahlen beschloss die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Prenzlauer Berg im Dezember 1997 – gegen Widerstand aus der Be­völ­ke­rung – die Schließung als Schulstandort. Unter Aufgabe von Miet­objekten zogen im Herbst 1998 zunächst eine Kinder- und eine Erwachsenen­bibli­othek der Stadt­biblio­thek Prenzlauer Berg sowie die Volks­hoch­schule in das Gebäude ein. Die VHS hat das Gebäude bereits seit 1947 als Unterrichts­stätte genutzt. Ende 1999/Anfang 2000 folgte dann noch das Prenzlauer Berg Museum als dritter Partner.
Auf Grundlage des ab 2003 gültigen Kultur- und Bildungs­entwicklungs­plans Pankow konnte der Gebäude­komplex unter Einsatz von Förder­mitteln als sog. Kooperativer Standort des Amtes für Kultur und Bildung baulich entwickelt werden. Bis 2004 erfolgten die Umge­staltung des Hofes und der Umbau der ehe­maligen Turnhalle zu einem Ausstellungs­raum für das Museum. Gleichzeitig wurde die ursprünglich vorhandene Öffnung des Schulgeländes zur Kolmarer Straße und zum Wasser­turm­areal in der Nähe des Kollwitz­platzes wieder her­ge­stellt. Ein Aufzug gewährleistet inzwischen die barrierefreie Erschließung aller Etagen.
Seit 2008 trägt das Kultur- und Bildungszentrum den Namen des Journalisten und Publizisten Sebastian Haffner (1907 – 1999). Sein Vater, Carl Louis Albert Pretzel, leitete seit 1919 als Direktor die Schule und lebte mit seiner Familie im Vorder­haus an der Prenzlauer Allee. Der Sohn Reimund erlebt in Prenzlauer Berg die Zeit des ersten Weltkrieges und der November­revo­lution. Später wird er in seiner auto­biogra­phischen Veröffentlichung „Geschichte eines Deutschen“ dieser Zeit ein literarisches Denkmal setzen.
Die Angebote von Stadtteilbibliothek, Volkshochschule und Museum ergänzen sich inhaltlich, mit einem Akzent auf historisch-politischer Bildung, für den der Name Sebastian Haffner Pate steht. Weitere Schwerpunkte sind die (Sprach-) Integrations­kurse der Volkshochschule, die intensive Lese­förderung der Stadt­teil­biblio­thek sowie die alljährliche Durch­führung des Lite­ra­tur­Ort Prenzlauer Berg. Das Gebäude mit seinen Unterrichtsräumen, Lesebereichen und Ausstellungsflächen, seinen Bibliotheks- und Archivbeständen versteht sich über die Nutzer und Besucher der drei Einrichtungen hinaus als ein Treffpunkt im Kiez – ein lebendiges Bildungs­zentrum am Wasserturm.

Bildungszentrum am Antonplatz

Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek
In seiner heutigen Form – verteilt auf zwei nebeneinander liegende, aber nicht miteinander ver­bundene Häuser – versorgt das Bildungszentrum am Antonplatz seit 2010 in relativ zentraler Lage den Ortsteil Weißensee mit einem konzentrierten Angebot außer­schulischer Bildung. Voraus­ge­gangen war ein räumlicher Konzentrations­prozess, in dessen Verlauf ins­ge­samt 10, z. T. sehr kleine bezirkliche Ein­rich­tungen an diesem einen Ort zusammen­gelegt wurden. Nach der Eröffnung des Neubaus (Bizetstraße 41) 2005 folgte nach Grund­sanierung und erheb­lichem Umbau unter Einsatz von Städte­bau­förderungs­mitteln 2010 die Eröffnung des daneben liegenden, denkmal­geschützten Bestands­gebäudes (Bizetstraße 27), des seiner­zeitigen Verwaltungs­gebäudes der ehemaligen Polymant-Gummifabrik von 1928. Mit ca. 4.000 qm Nutzfläche größer als alle inkorporierten Einrichtungen zusammen, stellt das Bildungs­zentrum heute den größten Einzel­standort des Amtes dar, in dem jetzt vier der fünf Fachbereiche vertreten sind:

In insgesamt 45 nach jeweiligem fachlichen Erfordernis speziell eingerichteten Räumen wird von Montag bis Freitag, aber auch am Wochen­ende eine große Angebots­palette umgesetzt: von inhaltlich breit gefächerten VHS-Kursen über Musik­schul­unterricht in Instrumental- und Vokal­fächern, Ensemble­proben bis hin zu vielfältigen Lese­förderungs­aktivitäten der Stadt­biblio­thek werden unter­schiedliche Ziel­gruppen angesprochen. Die Planung und Umsetzung der bewusst auf einrichtungs­übergreifende Zusammen­arbeit angelegten Angebots­struktur erfolgt im Rahmen einer regelmäßig tagenden Nutzerrunde.
Ergänzt wird das Raum­angebot durch drei unterschiedlich große Veranstaltungs­räume, eine pro­fessio­nell ausgerüstete Lehrküche der VHS, einen akustisch speziell isolierten Band­proben­raum der Musik­schule, einen atmos­phärisch ansprechenden Bewegungs­raum sowie einen (derzeit nicht offiziell betriebenen) Bistro­bereich. Der Freihand­bereich der Stadt­biblio­thek mit lichter Raumhöhe und Empore stellt einen der wenigen speziell für eine Biblio­theks­nutzung gebauten Räume der Stadt­bibliothek Pankow dar. Im gesamten Bildungs­zentrum besteht freier WLAN-Zugang. Ein farbiges Leitsystem in Anlehnung an das CD des Amtes unterstützt die Orientierung im Gebäude.
Begünstigt durch die vorhandene Raum­struktur bildet das Bildungszentrum am Antonplatz einen Schwer­punkt für Veranstaltungs­tätigkeit. Zu erwähnen sind hier regelmäßige Ver­an­staltungs­reihen wie Lesungen und Gesprächs­runden für Erwachsene, Lesepodium, Konzerte der Musikschule etc. bis hin zur jährlichen Durch­führung des bezirklichen Vorlese­wettbewerbs mit den Schulen in Pankow. Die Veran­staltungs­räume, auch in Verbindung mit den übrigen Räumen, werden auch gern für Seminare, Tagungen und offizielle Veranstal­tungen nach­gefragt.
Das Bildungszentrum ist mit dem Umfeld gut vernetzt und durch vielfältige Koopera­tionen verbunden. Als Partner sind hier Kitas und Schulen, die durch das bezirkliche Zentrum für Lese­förderung sehr intensiv betreut werden, aber auch diverse Vereine und Initiativen im Umfeld zu nennen. Regel­mäßig präsentiert sich das Bildungs­zentrum auch als Teil von Stadtteil­festen oder mit einem Tag der offenen Tür einem interessierten Publikum. Die in Zusammen­arbeit mit der Arbeits­agentur und Schulen veranstaltete Informations­reihe zu Fragen des Übergangs von der Schule in den Beruf ist seit Jahren erfolgreich etablierter, jährlicher Programm­punkt.

Eliashof

Eliashof Standort der Musikschule Außenaufnahme

Der Standort in der Senefelderstraße 6 ist der größte der Musikschule Béla Bartók und weist eine Beson­der­heit auf: Die fach­gerecht umge­bauten Räume befinden sich auf dem gemein­samen Gelände mit der Grund­schule im Eliashof. Hier bietet sich ein zukunfts­trächtiges Modell gemein­samer Arbeit zum Vorteil beider Einrichtungen an, das seit Jahren rege und erfolg­reich praktiziert wird. Eine große, gut ausge­stattete Aula und ein Vor­spiel­saal werden für Vorspiele und Konzerte aller Fach­gruppen der klassischen und der Instrumente aus dem Rock-Pop-Bereich häufig genutzt. Regelmäßig finden zusätzlich Rock-Pop-Konzerte in der WABE statt. Und noch eine Be­son­der­heit gibt es hier: Eine für Tanz- und Bewegungs­ange­bote ausgebaute Tanzhalle bietet die Möglichkeit, durch Tanz­pädagogen die Ausbildung in kreativem Kindertanz, Stepp- und zeitgenössischem Tanz anbieten zu können.
Für eine bunte Schar von ca. 1.800 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus aller Herren Länder (für den Prenzlauer Berg eben typisch), ist hier Unterricht, gemeinsames Musizieren oder die Vor­berei­tung auf ein musisches Studium manchmal mühsame, manchmal lustbe­tonte, jedenfalls kreative Aktivität.