Pankows Grundschulen stehen vor dem Kollaps

Pressemitteilung vom 25.01.2013

Pankow als hoch attraktiver Berliner Bezirk hat laut neuer Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einen Anstieg der Bevölkerung um 16,3 Prozent bis 2030 zu erwarten. Das sind 60.000 Pankower mehr und entspricht einem ganzen Ortsteil wie Alt-Pankow. Besonders erfreulich: Pankow ist nach wie vor für Familien interessant. Bei den über 3.000 Wohnungen, die in den Jahren 2011 und 2012 in Pankow neu gebaut wurden, wohnt im Durchschnitt aller Wohnungen ein Kind zwischen 0 und 18 Jahren. Auch das ist ein absoluter Spitzenwert in Berlin. „Wir freuen uns über die Attraktivität des Bezirks und den Bau neuer Wohnungen. Allerdings erfüllt es mich mit großer Sorge, dass wir nicht die Mittel haben, um die Infrastruktur gleichermaßen zu entwickeln und die Schulversorgung langfristig sicher zu stellen“, erklärt die für Schule zuständige Bezirksstadträtin, Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD).
Der Bezirk hat bereits von 2007 bis 2011 nach Kräften versucht, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Durch die Eröffnung fünf neuer Grundschulen, die Umwandlung einer Schule zu einer Grundschule, zwei neue Gemeinschaftsschulen und die Erweiterung einer Grundschule sind insgesamt 8,3 neue Grundschulen mit rund 3.000 neuen Plätzen entstanden. Doch der Bauboom läuft jetzt zu Spitzenwerten auf, weshalb diese zusätzlichen Plätze nicht ausreichen. Bis zum Jahr 2017 muss mit einem Anstieg der Zahl der Pankower Grundschüler um ca. 8.000 Kinder gerechnet werden. Dabei sind Wohnungsbauvorhaben, die jetzt im Bau, in der Planung oder nur im Kopf von Investoren sind, noch gar nicht berücksichtigt. Nur etwa 2.000 Kinder können noch in das bestehende Grundschulnetz integriert werden, der Rest der Plätze muss neu geschaffen werden. Zürn-Kasztantowicz konstatiert: „Nach dem Kraftakt der letzten Jahre, in denen wir alle irgendwie noch verfügbaren Gebäudereserven aktiviert haben, fehlt es jetzt an allem: An Gebäuden, die man reaktivieren könnte, an Grundstücken, auf denen man bauen könnte, an Geld, um überhaupt bauen zu können sowie an Personal, um diese Entwicklung anständig begleiten zu können“. Ergänzend fügt sie hinzu: „ Es müssen schnell realisierbare Möglichkeiten bereits für 2014 und die folgenden Jahre gefunden und umgesetzt werden. Und das ist auch möglich. Wir arbeiten mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft an einem entsprechenden Konzept. Doch eins ist klar: Der Bezirk Pankow kann dies mit eigenen Mitteln nicht schaffen. Wir brauchen die Unterstützung des Finanzsenators und des Abgeordnetenhauses bereits bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2014/15. Pankows Grundschulen stehen vor dem Kollaps!“