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Einweihung eines Bodendenkmals am 28. November 2012

Pressemitteilung vom 19.11.2012

Ein Bodendenkmal auf dem ehemaligen Gelände „Gutshof Rosenthal“ wird am Mittwoch, dem 28. November 2012 um 10 Uhr durch den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne) gemeinsam mit Vertretern des Bau- und Immobilienunternehmens NCC Deutschland GmbH, der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Bürgervereins Dorf Rosenthal e.V. eingeweiht (Zugang zwischen Hauptstraße 145 D und 145 C).
Bei dem Bodendenkmal handelt es sich um das Feldsteinfundament eines Wohnturmes aus der Zeit um das Jahr 1300. Diese Art Bau entstand nach der Konsolidierung der Mark Brandenburg im 13. Jahrhundert auf den adligen Höfen. Die Türme waren weniger zur Verteidigung gedacht, vielmehr symbolisierte damit der Besitzer seine gehobene gesellschaftliche Stellung gegenüber den anderen Dorfbewohnern. Auf dem fünf mal fünf Meter großen Fundament wurde im Umfeld weiterer Gebäude ein zweistöckiger Fachwerkbau errichtet. Der Rosenthaler Wohnturm ist ein einzigartiger erhaltener Befund. Denn bisher konnte nur in einem Fall bei Ausgrabungen in Berlin solch ein Bau nachgewiesen werden, der aber nicht erhalten blieb. Auch im Brandenburger Umland hat sich bei den zahlreichen Ausgrabungen in den ehemaligen mittelalterlichen Dörfern bisher kein solcher Befund ergeben. Aus der Gründungzeit der mittelalterlichen Dörfer ist nur wenig bekannt, da schriftliche Quellen fast nicht vorhanden sind. Die mittelalterliche Bebauung ist in der Neuzeit durch neue Bauten zerstört worden. „Es ist ein Glücksfall, dass dieser Bau bei den Ausgrabungen gefunden und gesichert wurde, erhalten blieb und nun auch oberirdisch sichtbar gemacht werden kann“ erklärt der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung. „Er zeigt einen Aspekt der Bebauung mittelalterlicher Höfe und der Wohnkultur des Brandenburger Adels, aus dessen Frühzeit nur wenig bekannt ist“, so Jens-Holger Kirchner weiter. Die Grabung fand auf dem Gelände 1998 statt, als der damalige Eigentümer, die GEWOBAG für das gesamte Grundstück einen Bauantrag gestellt hatte. Das Konzept kam allerdings nicht zur Ausführung. Das Grundstück wurde dann an NCC verkauft, die zwar die Bebauung mit Reihen- und Doppelhäusern realisiert hat, aber gemeinsam mit dem Bezirk an der Darstellung mittelalterlicher Geschichte interessiert ist.