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Pankow steigert Energiebewusstsein in öffentlichen Gebäuden - Ausstellung bis 30.03.

Pressemitteilung vom 13.03.2012

Gegen die steigenden Energiekosten will der Bezirk Pankow mit einem neuen Konzept vorgehen. Da in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kultureinrichtungen und Ämtern die Nutzer es nicht direkt am eigenen Geldbeutel spüren, wenn Energie verschwendet wird, sucht man nach anderen Motivationsfaktoren. Eine Posterausstellung in der Karower Jugendfreizeiteinrichtung K14, Achillesstraße 14, 13125 Berlin, stellt die bisherigen Ergebnisse und Erfolge ab dem 14. März der Öffentlichkeit vor. Die Schau ist bis zum 30. März 2012, Di – Sa 13 – 20 Uhr (Fr erst ab 16 Uhr) geöffnet, der Eintritt ist frei. In einem auf drei Jahre angelegten Modellprojekt mit dem Titel „Köpfchen statt Kohle“ wird von 2010 bis 2013 getestet, wie Schüler, Lehrkräfte oder Verwaltungsmitarbeiter für energiebewusstes Verhalten gewonnen werden können. Dazu haben sich die Schul- und die Bauverwaltung im Bezirk Pankow zusammengetan. Unterstützt durch zwei externe Dienstleister für die pädagogische und die technische Seite finden seit eineinhalb Jahren Projekte in 15 Schulen sowie testweise auch in einer Verwaltung und einer Freizeit- und Kultureinrichtung statt.
Während frühere Initiativen versucht haben, die Gebäudenutzer durch finanzielle Anreize zu energieverantwortlichem Verhalten zu motivieren, setzt „Köpfchen statt Kohle“ bewusst auf eine „intrinsische“ Motivation. „Damit Schüler, Lehrkräfte oder Verwaltungsmitarbeiter dauerhaft zur Energieeffizienz beitragen, brauchen wir ein besseres Motiv als Geld“, erklärt Bezirksstadträtin Christine Keil (Die Linke), die am 14. März um 15 Uhr die Posterschau im K14 eröffnen wird. Schon der Titel der Ausstellung – „Am Ende zahlen wir alle“ – zeigt, was damit gemeint ist. Man wolle ein grundlegendes Bewusstsein dafür schaffen, dass öffentliche Gebäude keine Allmende darstellen, die von allen nur ausgenutzt werden kann, ohne dafür bezahlen zu müssen. „Als Steuerzahler stehen wir letztlich für jeden Euro, der für Energiekosten unnötig ausgegeben wird, gerade“, betont Christine Keil. Die kommunale Armut habe auch etwas damit zu tun, wie wir uns als Nutzer öffentlicher Güter verhalten.
Zusammengestellt wurde die Posterausstellung von der Berliner Agentur stratum, die auch die pädagogische Betreuung des Modellprojekts übernommen hat. stratum-Geschäftsführer Richard Häusler freut sich über den bisherigen Erfolg von „Köpfchen statt Kohle“, der seiner Ansicht nach vor allem darauf beruht, dass man nicht nach einem einheitlichen Schema vorgegangen sei, sondern für jede Schule und jedes Gebäude nach individuellen Wegen gesucht habe, die Interessen der Nutzer in die Projekte von Anfang an mit einzubeziehen. Beispielsweise seien viele schulische Projekte auch auf technische Mängel gestoßen und habe man feststellen müssen, dass die Hausmeister eine bisher vernachlässigte Rolle spielen. So haben z. B. die Neuntklässler an der Havemann-Schule herausgefunden, welche Einstellungen in der Fernwärme-Heizzentrale mitverantwortlich für die Überheizung ihrer Schule sind, oder lernen Hausmeister in Workshops, die Einzelraumsteuerung der Heizung zusammen mit Schülern und Lehrern zu optimieren. Weitere Informationen im Internet unter: www.koepfchenstattkohle.org.