Feierliche Übergabe des Verdienstordens der BRD für Dr. Inge Lammel am 27. Januar 2012

Pressemitteilung vom 24.01.2012

Den Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland bekommt Dr. Inge Lammel am Freitag, dem 27. Januar 2012 um 11.30 im Betsaal des Jüdischen Waisenhauses, Berliner Straße 120/121, 13187 Berlin, von Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) überreicht.
Die Anregung für diese Ehrung aufgrund ihres höchst beachtlichen Einsatzes für das Gemeinwohl kam von Seiten des Vorstandes der Dr. Walter und Margarete Cajewitz-Stiftung und wurde vom Bezirksamt Pankow unterstützt. Frau Dr. Lammel hat lokalgeschichtlich intensiv über das Leben jüdischer Familien in Pankow geforscht. Seit 1993 wurden von ihr zeitgeschichtliche Dokumentationen („Jüdische Lebenswege“) veröffentlicht, die die Menschen berührten und aus der abstrakten Historie fühlbares, nachvollziehbares und zutiefst verstörendes Geschehen werden ließen. Seit der von ihr mitinitiierten Gründung des Vereins der Förderer und Freunde des ehemaligen Jüdischen Waisenhauses ist Frau Dr. Lammel aktives und aktivierendes Mitglied. Ein bedeutsames Verdienst Frau Dr. Lammels ist die Zusammenführung weltweit verstreuter ehemaliger Zöglinge des Jüdischen Waisenhauses in Pankow. Anlässlich der Feiern zur Wiederherstellung dieses historischen Gebäudes kamen über 25 Zöglinge und Angehörige erstmals nach ihrer Vertreibung wieder in Pankow zusammen. Seitdem treffen sie sich regelmäßig in Berlin und zeigen damit eine Wiederannäherung an das Land, aus dem sie einst verstoßen wurden. Inge Lammel begründete ferner die Waisenhaus-Jahreskalender, eine Publikation, die an jüdische Familien und Einzelpersonen erinnert, die in Pankow lebten. Zudem regte sie an, im Rahmen des bezirklichen Gedenktafelprogramms Erinnerungstafeln an Häusern anzubringen, die mit dem Schicksal früherer jüdischer Bewohner verbunden sind. Ihr Verdienst ist es auch, dass sich in Pankow eine lebendige und von vielen Menschen getragene Erinnerungskultur entwickelt hat. Ein Beispiel ist die Lichterkette Pankow jedes Jahr am 27. Januar, wenn an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz erinnert wird, und an deren Gestaltung Frau Dr. Lammel stets aktiv und ideenreich beteiligt ist. „Das Leben und das Lebenswerk von Dr. Inge Lammel, ihr ehrenamtliches Wirken, ihre Menschlichkeit und ihr beispielhaftes Engagement sind der hohen Ehrung und unser aller Hochachtung wahrlich wert“, so Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD).