Ausstellungseröffnung "Das Paneuropäische Picknick in Sopron am 19. August 1989"

Pressemitteilung vom 16.11.2011

In Anwesenheit des Botschafters der Republik Ungarn, Dr. Jósef Szukor, Bezirksbürgermeister Matthias Köhne und des Kuratoriumsvorsitzenden der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Markus Meckel, findet am Donnerstag, dem 24. November 2011 um 19 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227/228, die Eröffnung der Ausstellung „Der erste Riss im Eisernen Vorhang. Das Paneuropäische Picknick in Sopron am 19. August 1989 in Sorpon/Ungarn“ statt. Als Gäste werden eine Reihe ehemaliger Beteiligter, darunter Organisatoren des Picknicks, der verantwortliche Grenzwächter Àrpád Bella, als verantwortlicher Politiker, Staatsminister Imre Pozsgay sowie DDR-Flüchtlinge erwartet. Im Rahmen eines Zeithistorischen Forums berichteten diese am darauf folgenden Freitag, dem 25. November zwischen 10 und 15 Uhr über Ihre Erlebnisse im Sommer 1989. Nahe der Stadt Sopron kam es am 19. August zu einer symbolischen Grenzöffnung zwischen Ungarn und Österreich in deren Verlauf über 600 DDR-Flüchtlinge über die Grenze gelangten – eine Folge des Paneuropäischen Picknicks, das ungarische Oppositionelle initiiert hatten. Das Picknick hätte leicht zu einem tragischen Ereignis werden können, aber der Grenzdurchbruch verlief friedlich, und der Test gelang. Die Sowjetunion schwieg, ihre Truppen in Ungarn rührten sich nicht. Der friedliche Verlauf dieser Grenzöffnung in Sopron ist neben den verantwortlichen Organisatoren des Paneuropäischen Picknicks vor allem dem mutigen und couragierten Verhalten der Grenzwächter bzw. Grenzsoldaten zu verdanken. Darin gleichen die Ereignisse der Maueröffnung am Abend des 9. November 1989 auf der Bösebrücke im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Das Ereignis vom 19. August 1989 hatte eine große beschleunigende Wirkung für den Fall des Eisernen Vorhangs und das Ende des Kalten Krieges. Die Ausstellung stellt das Paneuropäische Picknick in den Kontext der Entwicklungen Ende der 1980er Jahre in Osteuropa und beschreibt den Beitrag Ungarns in diesem Prozess. Wer waren die Organisatoren des Treffens nahe Sopron und wie verhielt sich die ungarische Staatsführung? Wie kam es dazu, dass es an diesem Tag gleichzeitig Hunderten DDR-Bürgern gelang, in Sopron über die Grenze nach Österreich zu fliehen, und welche Folgen hatte dieses Ereignis für den weiteren Verlauf bis zum Fall der Berliner Mauer am 9. November? In Filmportraits berichten Initiatoren des Paneuropäischen Picknicks, verantwortliche ungarische Politiker, Grenzbeamte und Flüchtlinge über die damaligen Ereignisse. Weiterhin werden die Auswirkungen des Picknicks auf die DDR am Vorabend der friedlichen Revolution beschrieben. Abschließend zitiert die Ausstellung Beispiele, in welcher Weise die Ereignisse im Sommer und Herbst 1989 in Ungarn heute Gegenstand der Erinnerung in Ungarn und Deutschland sind. Eine Ausstellung des Bezirksamtes Pankow, Amt für Weiterbildung und Kultur, Museum Pankow und der Stiftung Pro Lingua et Cultura Germanica, gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Friedel Springer Stiftung. Infos unter: Tel.: 030/902953917 od. 0176/23434939