5. Fachtagung "Theraphie bei Menschen mit geistiger Behinderung" am 12. und 13.11.2009

Pressemitteilung vom 10.11.2009

Menschen mit geistiger Behinderung leiden 3 bis 4-mal häufiger an psychischen Störungen als nicht behinderte Menschen. Zudem haben sie ein sehr hohes Risiko, traumatische Belastungen wie Misshandlung oder sexuellen Missbrauch zu erfahren. Auch wenn Menschen mit geistiger Behinderung die gleichen Symptome wie nichtbehinderte Menschen bei psychischen Störungen zeigen, werden sie häufig nicht erkannt und damit auch nicht behandelt. Hier zeigt sich ein massives Versorgungsdefizit.
Die 5. Fachtagung zur „Therapie bei Menschen mit geistiger Behinderung“ am 12. und 13. November 2009 im Rathaus Schöneberg widmet sich deshalb zwei Tage dem Problem der Traumatisierung geistig behinderter Menschen und ihrer Therapie. Die Pankower Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport Lioba Zürn-Kasztantowicz wird diese Tagung am Donnerstag mit einem Grußwort eröffnen. Zentrale Themen der Tagung sind Trauma und Traumafolgestörungen und deren Besonderheiten bei Menschen mit geistiger Behinderung sowie die Folgerungen für den Umgang und das therapeutische Handeln. Zudem sollen Wege zu einer Verbesserung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungssituation aufgezeigt werden, die insbesondere auf eine Intensivierung der Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen Behindertenhilfe, Psychotherapie und Psychiatrie abzielen.
In Berlin leben etwa 7.800 Menschen mit geistiger Behinderung in betreuten Wohneinrichtungen (Heimen, Wohngruppen, Einzelbetreutes Wohnen), etwa 8.400 Menschen werden in Werkstätten und Fördergruppen betreut.
Die Tagungsreihe findet seit 2004 statt, Veranstalter sind jetzt neben der Psychotherapeutenkammer Berlin und dem Bezirksamt Pankow, das Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge und die Deutsche Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung (DGSGB). Sie ist die größte Veranstaltung in Deutschland zur therapeutischen Arbeit bei Menschen mit geistiger Behinderung.
Kontakt:
Yvonne Tenner-Paustian (BA Pankow): 030-90295-5017
Michael Schmude (Psychotherapeutenkammer Berlin), 030-787 47 61
Dr. Tatjana Voß (Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge): 030-5472-4805
Prof. Dr. Klaus Hennicke (DGSGB): 030-90279-2458