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Historisches Fahrzeug aus dem Depot des Deutschen Technikmuseums kehrt zurück - Fototermin

Pressemitteilung vom 10.09.2008

In Vorbereitung der nächsten Sonderausstellung mit dem Titel „Energiemaschinen – Maschinenenergie, Bergmann- Borsig – Pankow Park, Wilhelmsruh – Geschichte eines Berliner Industriestandortes“ überführt der Museumsverbund Pankow am kommenden Freitag, dem 12. September 2008 ein historisches Fahrzeug aus dem Depot des Deutschen Technikmuseums in Kreuzberg in seine Ausstellungshalle in Prenzlauer Berg. Unterwegs macht das Fahrzeug einen Zwischenstopp auf dem Gelände des heutigen Pankow Parks in Berlin-Wilhelmsruh. Bis 1945 befand sich hier die Bergmann-Electrizitätswerke AG. Diese produzierte u. a. LKW mit Elektroantrieb. Bei dem historischen Fahrzeug, dass nun am Freitag wieder an die Stätte seiner Entstehung zurückkehrt, handelt es sich um ein Paketfahrzeug für die Deutsche Reichspost vom Typ ELS 1000, Baujahr 1944. Etwa um 10 Uhr wird das Fahrzeug vor der ehemaligen und heute unter Denkmalschutz stehenden Werkshalle in der Nähe des alten Werkseinganges, Hertzstr. /Fontanestraße, zu sehen und zu fotografieren sein. Der Leiter des Museumsverbundes Pankow, Bernt Roder (Tel.: 0176/23434939), wird vor Ort für Auskünfte zur Verfügung stehen und würde sich freuen, wenn über dieses ungewöhnliche Ereignis im Vorfeld der Ausstellung, die von Oktober 2008 bis März 2009 in den Räumen des Museumsverbundes Pankow gezeigt wird, berichtet würde.
Die Ausstellung stellt die zurückliegenden, sehr unterschiedlich verlaufenden 100 Jahre dieses Industriestandortes in Berlin-Wilhelmsruh vor. Entsprechend seiner Entwicklung gliedert sich der Ausstellungsraum in drei inhaltliche Abschnitte. Vorangestellt wird die Darstellung wichtiger elektrotechnischer Erfindungen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts und damit die Voraussetzungen der sich in Berlin zu der Zeit rasant entwickelnden elektrotechnischen Industrie. In einem ersten Teil wird die Betriebsgeschichte von 1908 bis 1945 thematisiert. Die Fabriken der Bergmann-Elektrizitätswerke AG in Wedding und Wilhelmsruh verfügten bis zum Zweiten Weltkrieg über eine umfangreiche Produktpalette für Industrie und den privaten Bedarf, darunter Turbinen, Generatoren und Transformatoren zur Stromerzeugung- und Umwandlung sowie Haushaltsgeräte, Glühlampen, LKW und PKW. Ein zweiter Ausstellungsabschnitt behandelt den Zeitraum zwischen 1945 bis 1990. Bergmann-Borsig als größter Betrieb für Energieanlagen in der DDR produzierte bis 1989 Dampfturbinen, Generatoren und Gasturbinen. Im Herbst 1989 reagierten Gewerkschafter von Bergmann-Borsig öffentlich auf die sich zuspitzende gesellschaftliche Entwicklung in der DDR und verfassten einen offenen Brief an den Vorsitzenden des FDGB, Harry Tisch. Mit dem Fall der Berliner Mauer endete auch die Zeit des Sperrgebietes rund um das Betriebsgelände, das Bergmann-Borsig seit 1961 hermetisch von seiner Umgebung abgetrennt hatte. Der letzte Ausstellungsabschnitt beginnt mit dem Verkauf des ehemaligen VEB Bergmann-Borsig als Treuhand-Betrieb an das Unternehmen Asea Brown Boveri im Jahre1991 bis zur Gründung des PankowParks 1998 und dem aktuellen Produktionsgeschehen.

Veranstaltungshinweis zum Tag des offenen Denkmals:
Pankow Park Ehemalige Bergmann-Elektrizitätswerke
Kurze Straße 5 – 6, Führungen: Sonntag, 14.09.2008, 14.00 und 16.00 Uhr,
Frau Dr. Brandt (Architekturhistorikerin)
Treffpunkt: Alter Werkseingang, Hertzstraße / Fontanestraße