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60 Jahre Berlinskij Prozess - Vortrag und Film am 31.10.2007

Pressemitteilung vom 18.10.2007

Die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen laden gemeinsam mit dem Museumsverbund des Bezirksamts Pankow zu einer Veranstaltung am Mittwoch, dem 31. Oktober 2007 um 20 Uhr im Rathaus Pankow ein.
Am 31. Oktober 1947 trat im Rathaus von Berlin-Pankow ein sowjetisches Militärtribunal zur Urteilsverkündung im Prozess gegen die SS-Lagerführung des KZ Sachsenhausen zusammen. Auf der Anklagebank saßen 16 Angehörige der Kommandantur des KZ Sachsenhausen, unter ihnen der letzte Kommandant Anton Kaindl, die Lagerführer August Höhn und Michael Hörner und der Erste Lagerarzt Heinz Baumkötter. Die Anklage lautete auf Beteiligung an der Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener im KZ Sachsenhausen und Mitverantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seit der Befreiung des Lagers im April 1945 hatten sowjetische Militärstaatsanwälte und NKWD-Offiziere zu den Verbrechen im KZ Sachsenhausen ermittelt. Der nur acht Tage dauernde sogenannte “Berlinskij Prozess” endete mit der Verurteilung der Angeklagten zu lebenslänglicher bzw. 15-jähriger Haft mit Zwangsarbeit. Zeitungen, Rundfunk und DEFA-Wochenschau hatten täglich über den Verlauf dieses ersten öffentlichen Kriegsverbrecherprozesses der Sowjetischen Militäradministration berichtet. Obwohl alle Verurteilten zweifellos schwere Verbrechen begangen hatten, handelte es sich bei dem Prozess dennoch um einen Schauprozess und kein rechtsstaatliches Verfahren.

Dr. Winfried Meyer vom Institut für Antisemitismusforschung spricht zunächst zur Geschichte und Bedeutung des Prozesses. Anschließend wird der Film “Berlinskij Prozess” (UdSSR 1948, 33 min) gezeigt.