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Umbenennung Wissmannstraße

Flyer zur Bürgerbeteiligung "Umbenenung Wissmannstraße"
Bild: BA Neukölln

Am 20.08.2019 hat die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln (BVV) beschlossen, eine geschichtliche Aufarbeitung des Straßennamens „Wissmannstraße“ zu initiieren. Das Ziel soll die Umbenennung der Wissmannstraße sein.

Drucksache 0089/XX – Geschichtliche Aufarbeitung Wissmannstraße

Wir möchten Sie hier über den Prozess informieren.

Gesucht wird vorzugsweise eine Namensgeberin

  • die in Neukölln gelebt und/oder gewirkt hat und sich um den Bezirk besonders verdient gemacht hat
    oder
  • die Widerstand gegen die Kolonialmächte geleistet hat oder sich gegen rassistische und koloniale Strukturen eingesetzt hat

Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, ihre Vorschläge für einen neuen Namen bis zum 26.07.2020 einzureichen. Die eingegangenen Vorschläge werden jetzt gesichtet und diskutiert.

  • Die Straße kann nur nach einer bereits verstorbenen Person benannt werden.
  • Es darf keine gleich- oder ähnlich lautenden Straßennamen in Berlin geben.
  • Der Name darf dem Ansehen Neuköllns nicht schaden: Personen die an Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie der Beseitigung demokratischer Strukturen beteiligt waren, werden nicht berücksichtigt.
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Vorschlagsberechtigt sind Personen und Initiativen aus Neukölln.

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Aus den Vorschlägen wählt eine Jury Namen aus und schlägt sie der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln zur Wahl vor. Die Jury besteht aus Expert*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sowie einer/einem Bürgervertreter*in aus der Wissmannstraße. Sollten keine geeigneten Namensvorschläge gemäß den oben genannten Kriterien eingereicht werden, erarbeitet die Jury eigene Namensvorschläge.

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Im Zuge der Kolonialisierung Afrikas und anderer Teile der Welt durch das Deutsche Reich und andere europäische Länder wurden schwere Verbrechen begangen. Die Täter sollen nicht weiter posthum durch Straßennamen geehrt werden. Die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln (BVV) hat daher die Umbenennung der Wissmannstraße beschlossen.

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Die Wissmannstraße ist benannt nach Herrmann von Wissmann (1853-1905), Reichskommissar und Gouverneur von damals Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda). Er trug mit militärischen Expeditionen maßgeblich zur gewaltsamen Kolonialisierung bei. Da sich die einheimische Bevölkerung gegen die Kolonialisierung ihrer Länder zur Wehr setzte, hatte Wissmann als Reichskommissar den Auftrag, “geordnete politische Verhältnisse” in die deutsche Kolonie zu bringen. Mit einem Militärfeldzug massakrierte die deutsche Armee dabei die afrikanische Bevölkerung, um deren Widerstand zu brechen. Wissmanns Kriegsführung wurde dabei selbst von anderen Kolonialoffizieren als äußerst barbarisch beschrieben.

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