Projekte in Neukölln

Im Rahmen der verschiedenen EU-Programme werden allein im Bezirk Neukölln mehrere Dutzend innovative Projekte gefördert – das Spektrum reicht dabei von der Erprobung neuer Schulkonzepte auf dem Campus Rütli über die berufliche Qualfizierung von Migrantinnen bei den berühmten Stadtteilmüttern bis hin zu Modellprojekten wie der Zukunftsakademie Gropiusstadt. Neben den drei Vorzeigeprojekten, die im Folgenden ausführlicher vorgestellt werden, werden in Zukunft weitere Beispiele für erfolgreiche EU-Projekte in Neukölln an dieser Stelle zu finden sein.

Campus Rütli

Rütlistr 7 UJGD
Bild: Bezirksamt Neukölln

Die Schule als integrierten sozialen Erlebnisraum zu gestalten – dies ist das Ziel des Projekts Campus Rütli, das Anfang 2007 aus der Taufe gehoben wurde. Eine Grundschule, eine Sekundärschule, zwei Kindertagesstätten und ein Jugendclub bilden mitten in Nord-Neukölln einen gemeinsamen Bildungskosmos, in dem sich die Schüler/innen, zu rund 90 Prozent mit Migrationshintergrund, frei entfalten können. Kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit werden dabei als Chance begriffen und gezielt gefördert, ohne die Ziele Ausbildungsfähigkeit und Berufstätigkeit aus den Augen zu verlieren. Durch massive bauliche Veränderungen – bspw. die Errichtung einer neuen Mehrzweckhalle und die Öffnung einer neuen Schulmensa – wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Campus Rütli auch in den kommenden Jahren ein europaweit beachtetes Modellprojekt für die erfolgreiche Integration von Schülern und Schülerinnen aus sozial benachteiligten Gebieten bleibt.

Weitere Informationen im Internet: Campus Rütli

Neuköllner Stadtteilmütter

Stadtteilmütter
Bild: Bezirksamt Neukölln

Das Projekt Stadtteilmütter, ursprünglich ein Konzept des Quartiermanagements Schillerpromenade, hat sich in den vergangenen Jahren in ganz Berlin und weiten Teile Deutschlands verbreitet. Die Idee ist einfach: Um arbeitslose Frauen mit Migrationshintergrund aus der familiären und beruflichen Isolation zu holen, finanziert das Jobcenter niedrigschwellige Sprach- und Bildungsangebote und bietet anschließend eine Ausbildung zur Sozialassistentin an. Die Frauen setzen die erworbenen Fähigkeiten als Multiplikatorinnen für das Gemeinwesen ein, indem sie anderen Migrantinnen und Migranten im Alltagsleben zur Seite stehen. Die Stadtteilmütter helfen bei Behördengängen, statten Hausbesuche ab und haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Mitmenschen – und tragen so dazu bei, dass das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die staatlichen Institutionen gestärkt wird.

Weitere Informationen im Internet: Stadtteilmütter

Zukunftsakademie Gropiusstadt

Gropiusstadt
Bild: Thomas Duchauffour - Fotolia.com

Die Zukunftsakademie Gropiusstadt ist eine Kooperation von drei Sekundarschulen aus der Hochhaussiedlung Gropiusstadt und drei großen Dienstleistungsunternehmen: Deutsche Telekom, Degewo und Vivantes. Bereits ab der siebten Klasse werden der Unterricht in der Schule und die wirtschaftliche Praxis in den Unternehmen miteinander verbunden. Durch systematische, aufeinander aufbauende Maßnahmen werden die beruflichen und sozialen Fähigkeiten der Oberschüler/innen trainiert, um sie während der Schulzeit fit für eine Ausbildung zu machen. Kommunikationstrainings und Bewerbungscoachings werden ebenso angeboten wie Mentorenprogramme und Unternehmenstage in den Schulen. Durch den langfristigen Austausch zwischen Oberschulen und Wirtschaft wird eine ganz neue Form der Kooperation etabliert: Durch den direkten Kontakt zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen auf der einen und Unternehmensvertreter/innen auf der anderen Seite können Praktikums- und Ausbildungsplätze passgenau an die Oberschüler/innen vergeben werden.

Weitere Informationen im Internet: Zukunftsakademie Gropiusstadt