Integriertes energetisches Quartierskonzept Gropiusstadt

Gropiusstadt

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Kommen Sie zum Markt der Möglichkeiten im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt am 06.07.22 um 17:30 bis 20:00 Uhr

Im Juli 2021 hat das Büro Seecon Ingenieure begonnen eine umfassende Bestandsaufnahme durchzuführen. Seecon hat die Bereiche identifiziert, in denen die größten CO2-Emissionen zu beobachten sind und Maßnahmen vorgeschlagen, wie diese reduziert werden können.
Aktuell wird hieraus ein Handlungskonzept entwickelt. Erste Ergebnisse werden am 6. Juli 2022 im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt (Bat-Yam-Platz 1 in 12353) von 17:30 bis 20 Uhr einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Nach einer kurzen Vorstellung des Projektes möchte der Bezirk im Ihnen ins Gespräch kommen. Hierzu soll es zwei Thementische geben:

A) Neue Energie – Energiesparen und Mieterstrom
- Wie kann ich meine Energiekosten senken? Beratungsangebot und Stromsparcheck
- Platz an der Sonne – Solarstrom als Mieterstrom? Wie geht das und für wen?
- Wer soll das bezahlen? Energetische Sanierung bezahlbar halten / Milieuschutz

B) Neue Wege – Platz für Klimaanpassung – Energiesparen im Quartier
- Wege zur neuen Mobilität – Carsharing, wo laden?
- Neue Radwege, Lastenfahrräder, gebündelte Paketlieferungen?
- Grün und Freiflächen clever nutzen – Klimaanpassung

Auch nach der Veranstaltung können Sie sich noch bis 07.08.2022 über „mein.berlin.de“ beteiligen und weitere Anregungen geben. Die online-Beteiligung finden Sie hier.

WAS IST EIN ENERGETISCHES QUARTIERSKONZEPT?

Die Folgen des Klimawandels, der Klimaschutz sowie der ressourcenschonende Umgang rücken zunehmend in das Bewusstsein vieler Menschen. Nicht selten ist der Blick hierbei auf Teilaspekte gerichtet, wie das Dämmen von Häusern, die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie oder die Verkehrswende zu mehr Elektromobilität. Energetische Quartierkonzepte sollen diese Teilaspekte bündeln und Antworten auf Quartierebene geben. Hierbei sollen sie insbesondere konkrete Vorschläge machen wie sich der CO2 Ausstoß eines Quartiers reduzieren lässt. Sie können damit auch einen wichtigen Beitrag zur Sozialverträglichkeit der Maßnahmen leisten, da nicht alle Maßnahmen die viel CO2 einsparen auch zu höheren Mieten führen. Wichtig ist aber auch die Klimaanpassung um Quartiere besser auf neue Gegebenheiten vorzubereiten und insbesondere die Grün- und Freiflächen dauerhaft lebenswert zu erhalten. Die Erstellung des Konzeptes wird von der KfW und der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz gefördert.

Kornfeld vor der Gropiusstadt in Berlin

WARUM DIE GROPIUSSTADT?

Der Bezirk Neukölln hat einen Teil der Gropiusstadt für sein erstes energetisches Quartierskonzept ausgewählt. Die Gropiusstadt befindet sich aktuell in einer Umbruchphase. Zwischen 1962 und 1975 als Stadterweiterung mit knapp 17.000 Wohnungen im Südens Neuköllns errichtet rückt sie mit einer Lebensdauer von mittlerweile über 50 Jahren zunehmend in den Fokus erforderlicher baulicher Modernisierung, Sanierung und vereinzelt auch Umnutzung und Ergänzung. Einst als moderne Siedlungserweiterung entworfen, kann sie die heutigen Ansprüche an ein modernes Quartier nicht mehr immer erfüllen.

Konkurrierende Bedürfnisse

Gleichzeitig steht die Gropiusstadt beispielhaft für den Zielkonflikt der aktuell die Stadtgesellschaft beschäftigt. Einerseits erfordern die zunehmend unübersehbaren Folgen des Klimawandels ein rasches Handeln. Ein bevorzugtes Handlungsfeld ist hierbei die Dämmung der Bestandsgebäude. Im Falle von Mietwohnungen können hierdurch aber hohe Modernisierungsumlagen entstehen, die schlimmstenfalls zur Verdrängung von Mietenden führen können. Die Lösung dieses Zielkonflikts ist essentiell um eine sozialverträgliche energetische Modernisierung zu gewährleisten.

Klimaschutzmaßnahmen als Querschnittsaufgabe

Doch auch der öffentlichen Hand kommt in zunehmenden Maß eine wichtige Rolle bei der Bewältigung des Klimawandels zu. Der meiste Verkehr spielt sich im öffentlichen Raum ab, so dass hier neue Mobilitätskonzepte ermöglicht werden können. Öffentliche Einrichtungen können eine Vorbildwirkung z.B. bei der technischen Ausstattung einnehmen, Grünflächen der sommerlichen Hitze entgegenwirken oder zur Grundwasserregeneration herangezogen werden, die Liste ließe sich noch fortsetzen. Im Ergebnis steht fest, dass einerseits ein Rahmenplan nötig ist der alle Maßnahmen bündelt und nach Synergien sucht, aber auch das die Aufgaben Klimaschutz und Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe immer enthalten sind.

Das Förderprogramm

Aufgrund des Querschnittcharakters der aktuellen städtebaulichen Entwicklungen in der Gropiusstadt hat sich der Bezirk Neukölln entschlossen den angedachten Rahmenplan mit einem energetischen Quartierskonzept zu verzahnen und ein integriertes energetisches Quartierskonzept für die geschichtsträchtige Großwohnsiedlung „Gropiusstadt“ erstellen zu lassen. Gefördert wird das energetische Quartierskonzept durch das KFW-Förderprogramm 432: „Energetische Stadtsanierung“.
Das integrierte energetische Quartierskonzept soll, unter Berücksichtigung städtebaulicher, baukultureller, wohnungswirtschaftlicher und insbesondere sozialer Aspekte, die technischen und wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale im Quartier aufzeigen sowie kurz-, mittel- und langfristige Möglichkeiten zur Reduzierung der CO2-Emissionen definieren. Das Konzept soll hierbei auf der räumlichen Ebene des Quartiers zusammen mit Betroffenen, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Fachverwaltungen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Wohnsituation für Einwohnerinnen und Einwohner aufzeigen sowie einen sozialverträglichen Klimaschutz ermöglichen, der alle Möglichkeiten einer CO2 Reduktion auslotet – statt nur in Kategorien der Gebäudedämmung verhaftet zu sein.

Verzahnung mit Zukunft Stadtgrün

Hierbei werden auch die bestehenden Überlegungen aus dem Programm “Zukunft Stadtgrün“ insbesondere der Maßnahmenliste und dem Quartiersmanagement aufgenommen und bestehenden Projektideen konkretisiert und ergänzt. Da das energetische Quartierskonzept sich nicht nur mit rein energetischen Fragen beschäftigt, haben wir es „integriertes energetisches Quartierskonzept“ genannt.

Klimaneutrales Berlin und das Sanierungsmanagement im Bezirk Neukölln

In konkreten Zahlen wird die Zielstellung eines klimaneutralen Berlins bis 2045 mit folgenden langfristigen Zielwerten formuliert: Die Gesamtsumme der CO2-Emissionen soll im Vergleich zu 1990
  • bis zum Jahr 2030 um mindestens 70%,
  • bis 2040 um mindestens 90% und
  • bis 2045 um 95% reduziert werden.

(Quelle: Berliner Klimaschutz- und EnergiewendegesetzEWG Bln GVBl. 2021, 989; In Kraft getreten am 10.09.2021)

Das integrierte energetische Quartierskonzept ist die Grundlage für ein nachgelagertes Sanierungsmanagement, welches ebenfalls durch die KFW gefördert wird und vom Bezirk Neukölln beantragt werden soll. Ziel des Sanierungsmanagements ist es möglichst viele Maßnahmen aus dem Konzept in die Umsetzung zu bringen und mögliche Fördermittel für die Umsetzung zu identifizieren.

DAS PROJEKT WIRD GEFÖRDERT DURCH

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