Bezirk Neukölln schafft Bestattungsflächen mit Ausrichtung gen Mekka auf Neuköllner Lilienthalfriedhof

Lilienthalfriedhof Lageplan
Auf den markierten acht Friedhofsfeldern sollen künftig Bestattungen in Richtung Mekka möglich sein.
Pressemitteilung vom 31.08.2017

Der Bezirk Neukölln wird auf dem Lilienthalfriedhof neue Bestattungsflächen mit einer Ausrichtung nach Mekka schaffen. Einen entsprechenden Beschluss plant das Bezirksamt. Hintergrund ist der gestiegene Bedarf an Grabflächen mit dieser Ausrichtung. In Neukölln leben rund 60.000 Menschen muslimischen Glaubens. Das Bestattungsangebot soll dennoch allen Bürgerinnen und Bürgern unabhängig von deren Religion offenstehen.

Damit acht Friedhofsfelder künftig für bis zu 1.600 Neubestattungen zur Verfügung stehen, soll der Friedhofsentwicklungsplan entsprechend geändert werden. Aktuell sind nach dem seit 2006 geltenden Friedhofentwicklungsplan des Landes Berlin keine weiteren Bestattungen auf dem Lilienthalfriedhof vorgesehen. Im Anschluss und nach der Herrichtung der Flächen durch das Neuköllner Friedhofsamt ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2018 möglich.

Die bisher verfolgte Option, den St. Jacobi Friedhof vom Evangelischen Friedhofsverband zu erwerben, war aus Kostengründen nicht realisierbar. Diese Variante wäre frühestens 2020 zum Tragen gekommen. Mit dem landeseigenen Lilienthalfriedhof wurde nun eine alternative Lösung gefunden. Akteure aus der Zivilgesellschaft wie die Bürgerplattform „Wir in Neukölln“ wurden im Rahmen von Runden Tischen mit einbezogen.

Ursprünglich plante der Bezirk, angrenzend an den Friedhof Columbiadamm ein erweitertes Bestattungsangebot für Muslime zu schaffen. Nach dem Volksentscheid gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes wurden diese Pläne jedoch hinfällig. In Gesprächen zwischen der zuständigen Senatsentwicklung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie dem Stadtentwicklungs- und Friedhofsamt Neukölln wurden seitdem Alternativen geprüft.

Auf den acht landeseigenen, durch den Bezirk verwalteten Friedhöfen werden jährlich rund 1.000 Personen beigesetzt, darunter auch viele Muslime.

Dazu Bezirksbürgermeisterin und Dezernentin Dr. Franziska Giffey:

Jeder der in Neukölln lebt, soll sich auch hier bestatten lassen können –mit der Möglichkeit, dass die Familie dem Verstorbenen hier gedenken kann. Es ist ein gutes Zeichen für die Integration, dass immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln auch hier in Deutschland bestattet werden wollen.
Auf dem Lilienthalfriedhof können wir unkompliziert und zeitnah neue Grabflächen schaffen, die den Bedarf erstmal decken. Nicht alle Muslime wünschen auch eine muslimische Bestattung – viele entscheiden sich für die bestehenden Angebote auf Neuköllner Friedhöfen. Grundsätzlich stehen unsere Bestattungsangebote Menschen aller Religionen offen.
Aber auch der Bezirk stößt an Grenzen was geeignete freie Flächen, die Herrichtung und die Kosten für Unterhaltung und Betrieb angeht. Hier sind auch die muslimischen Gemeinden gefragt, Verantwortung zu übernehmen und sich entsprechend aufzustellen, um ähnlich wie christliche Gemeinden die Trägerschaft von Friedhöfen übernehmen zu können.