Neuköllns Gesundheitsstadtrat unterstützt Forderung nach Vorschulpflicht

Pressemitteilung vom 14.12.2010

Neuköllns Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Gesundheit unterstützt die Bundesfamilienministerin in ihrer Forderung nach einer Vorschulpflicht:

„Die im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen 2009/2010 erhobenen Daten aller Neuköllner Kinder im Einschulungsalter belegen deutlich: Ein großer Anteil der Kinder hat erhebliche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Insgesamt war rund ein Viertel der untersuchten Kinder nicht in der Lage, weitgehend fehlerfreies Deutsch zu sprechen. Bei Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund waren es sogar fast 40 Prozent, darin enthalten 10 Prozent, die gar kein Deutsch sprechen oder bestenfalls einzelne Wörter. Das ist ein ernstes Problem. Diese Kinder sind praktisch kaum beschulbar, sie haben sehr schlechte Chancen für ihre persönliche Zukunft und ziehen das Leistungsniveau in ihrem Klassenverband nach unten. Vor diesem Hintergrund ist völlig unverständlich, warum die Vorschulklassen abgeschafft wurden, andererseits aber auf das umstrittene jahrgangübergreifende Lernen gesetzt wird. Die abnehmende Bildungs- und Leistungsfähigkeit verstärkt sich trotz einiger vermeindlicher Zwischenhochs bei den Pisa-Studien.

Damit Berlin beim Thema Bildung nicht weiter abrutscht, müssen spätestens die Kinder im Vorschulalter auf die Schule vorbereitet werden. Ob man das nun im Rahmen der Kitabetreuung umsetzt – die deutlich früher beginnen muss – oder wieder durch einzurichtende Vorschulklassen realisiert, ist in der aktuellen Lage der vorschulischen Bildungseinrichtungen nicht entscheidend.

Wichtig ist der verpflichtende Charakter einer solchen Vorbereitung, und darin unterstütze ich ausdrücklich die Forderung der Bundesfamilienministerin, damit auch die Kinder aus Familien aus unteren Schichten eine vernünftige Chance bekommen und Deutschland insgesamt ein Land der Dichter und Denker, der Erfinder und Ingenieure bleiben kann.“