VERLEIHUNG DER NEUKÖLLNER EHRENNADEL

Pressemitteilung vom 08.12.2010

Am Sonnabend, dem 11. Dezember 2010, findet um 19.30 Uhr im Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Straße 83, die Verleihung der Neuköllner Ehrennadel durch Herrn Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin und Herrn Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky statt. Bei der Neuköllner Ehrennadel handelt es sich um die höchste Auszeichnung des Bezirks an Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben.
Die Auszeichnung wird nur an Bürger außerhalb des politischen Bereichs verliehen.
Wegen besonderer Verdienste um den Bezirk Neukölln werden im Rahmen einer kleinen Feierstunde Henriette Abitz, Edelgard Baatz, Klaus-Peter Doettloff, Kazim Erdogan, Christina Rau und Bernd Szymanski geehrt.
Sie haben in den vergangenen Jahren vorbildliches Engagement gezeigt bzw. ihre Fähigkeiten und Kompetenzen anderen zur Verfügung gestellt und so die Gemeinschaft gestärkt.

Henriette Abitz
Henriette Abitz hat sich nach ihrem Abitur für eine Berufsausbildung im traditionellen Männerhandwerk entschieden. Nach dreijähriger Ausbildung in der Rixdorfer Schmiede am Richardplatz hat sie unter 30 Azubis die beste Gesellenprüfung als Metallbauerin im Land Berlin absolviert. Berlins bester Schmied in diesem Jahr ist also eine junge Frau aus Neukölln, was bei der Zeugnisübergabe mit der Bemerkung quittiert wurde „Gar nicht mal so schlecht für ein Mädchen…“. Frau Abitz ist eine junge Neuköllner Frau mit Migrationshintergrund, die nicht nur ein gutes Abitur hingelegt, sondern sich auch in einem klassischen Männerberuf behauptet hat. Indem sie bewiesen hat, dass man mit Ehrgeiz, Fleiß und Zielstrebigkeit sehr viel erreichen kann, ist sie ein wichtiges Vorbild für die Neuköllner Jugend.

Klaus-Peter Doettloff
Seit 1995 ist Herr Doettloff als aktiver Bruder im Guttempler Orden in Neukölln tätig und betreut die Selbsthilfegruppe „Alt-Rudow“. Vor 10 Jahren holte er das Hamburger Projekt „Den Suchtkreislauf durchbrechen“ nach Berlin. Seitdem nimmt er regelmäßig Kontakt zu jungen Menschen im Alter von 14 und 18 Jahren auf, um über die Gefahren im Umgang mit Alkohol aufzuklären. Im Jahr 2009 hat er mit seinem Team weit über 3000 Jugendliche erreicht. Eine weitere wichtige Präventionsmaßnahme, die es ohne Herrn Doettloff in Neukölln nicht geben würde, ist die Aktion „Fit für die Straße“, mit der bislang 1.400 Schüler im führerscheinfähigen Alter für die Gefahren von Drogen- und Alkoholkonsum im Straßenverkehr sensibilisiert werden konnten. Die überaus positiven Rückmeldungen im Umgang mit Jugendlichen, Lehrern und Betreuern bestätigen sein vorbildliches Engagement im Bereich der Drogen- und Alkoholprävention und geben ihm trotz schwerer Erkrankung immer wieder Kraft für sein Wirken.

Edelgard Baatz
Edelgard Baatz trat im Oktober 1991 als begeisterte „Spieleroma“ in den Verein SV Stern Britz 1889 e.V. ein und übernahm zunächst kommissarisch die Funktion einer Jugend-Betreuerin für die Fußballmannschaft ihres Enkels. Bereits Anfang 1995 hat Frau Baatz dann das Amt der Vereinspräsidentin übernommen, das sie bis zum heutigen Tage inne hat. Dank ihres großen Engagements konnte sich der SV Stern Britz zu einem finanziell gesunden und sportlich attraktiven sowie auch gesellschaftlich aktiven Verein mit mehr als 800 Mitgliedern entwickeln. Ihre persönlichen Markenzeichen, immer ein offenes Ohr für Mitarbeiter und Vereinsmitglieder zu haben, bei Höhen und Tiefen gelassen und souverän zu bleiben – und das gepaart mit einem resoluten Durchsetzungsvermögen – halfen ihr, ihre Visionen in Taten umzusetzen. Viele Jugend-Turniere und originelle Großveranstaltungen sind eng mit dem Namen Edelgrad Baatz verbunden. Neben ihrer Tätigkeit im Verein ist die Trägerin der Verdienstmedaille in Bronze des Berliner Fußball-Verbandes zurzeit auch als stellvertretende Bürgerdeputierte im Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung aktiv.

Kazim Erdogan
Kazim Erdogan setzt sich mit zahlreichen Projekten seit vielen Jahren für eine interkulturelle Verständigung ein. Er verfügt über die besondere Fähigkeit, Menschen verschiedener Herkunft zum sozialen und kulturellen Engagement zu motivieren. Die Leitung des Vereins „Aufbruch Neukölln, die „Initiative für ein noch besseres Neukölln“ und zahlreiche Projekte für Eltern unterschiedlicher Nationalitäten sind nur einige Beispiele seines Engagements. Des Weiteren hat er den Verein „Jugend Neukölln“ ins Leben gerufen, in dem über 20 Jugendliche verschiedener Herkunft gemeinsame Projekte entwickeln, sowie eine Selbsthilfegruppe für türkische Väter, die in dieser Form in Deutschland bisher einzigartig ist. Das inzwischen schon drei Mal in Neukölln stattgefundene Mammutprojekt „die Woche der Sprache und des Lesens“ mit zuletzt 15.000 Besuchern in 400 Veranstaltungen ist ebenfalls „ein Kind“ von Herrn Erdogan, der für seine vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit bereits vom Berliner “Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit” mit dem “Band für Mut und Verständigung” ausgezeichnet wurde.

Christina Rau
Die Stiftung „Zukunft Berlin“ hat vor 3 Jahren zusammen mit dem Bezirksamt Neukölln die Einrichtung des Modellprojektes Campus Rütli – CR² ins Leben gerufen und Frau Christina Rau, die Witwe des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau, hat die Schirmherrschaft über Campus Rütli übernommen. Ihrem unermüdlichen Engagement und ihrem wiederholten Appell „In Verantwortung statt in Zuständigkeiten zu denken“ ist es letztendlich zu verdanken, dass innerhalb von nur 3 Jahren aus der ehrgeizigen Vision Campus Rütli ein vorzeigbares Projekt geworden ist. Campus Rütli steht mit dem Überwinden von Ressortgrenzen für den Beginn einer neuen ganzheitlichen Sicht und gibt die Antwort auf die Frage einer erfolgssicheren Integrationsstrategie. Frau Rau wirbt in ihrer offiziellen Funktion ganz intensiv auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen für eine schnelle Umsetzung von Campus Rütli. In ihrer Person ist sie den Akteuren vor Ort in allen Modulen Garant für den versicherten Rückhalt. Frau Rau hat damit nicht “nur” die Rolle einer formalen Schirmherrin übernommen, sondern engagiert sich darüber hinaus sehr viel stärker als es eine eigentliche Schirmherren-Funktion mit sich bringt. Damit gibt sie allen beteiligten Akteuren nötige Kraft und vertrauende Zuversicht.

Bernd Szymanski
Bernd Szymanski war bereits 28 Jahre Pfarrer der Hepatha-Kirchengemeinde gewesen, als er im Januar 2002 zum Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Neukölln gewählt worden ist. In seinem Herzen ist Herr Szymanski jedoch stets Gemeindepfarrer geblieben. Mit großem Engagement hat er sich in seiner Wirkungszeit als Pfarrer für die Kinder-, Konfirmanden- und Jugendarbeit eingesetzt, war Leiter des Personalplanungsausschusses und Geschäftsführer des Kuratoriums der Diakoniestation Britz-Buckow. In seiner Funktion als Superintendent hat er eine neue kreiskirchliche Organisationsstruktur befördert, die nicht nur viele Arbeitsplätze im Neuköllner Kirchenkreis langfristig sicherte, sondern sich auch auf die Organisation der Kindertagesstätten und die gesamte diakonische Arbeit positiv ausgewirkt hat. Er hat sich stets in seiner „Sup“-Funktion als Verknüpfer und Friedensstifter verstanden und schuf damit ein Klima, das dem Kirchenkreis und der Landeskirche sehr gut getan hat. Seit Mai dieses Jahres befindet sich Herr Szymanski in seinem wohlverdienten Ruhestand.