Bürgeramt Neukölln: Einführung des neuen Personalausweises ohne Probleme

Pressemitteilung vom 02.11.2010

Da die erforderliche Software für den neuen Personalausweis erst am Wochenende installiert werden konnte, war bis zur ersten Antragstellung offen, ob alle Komponenten funktionieren. In den vier Standorten des Bürgeramtes Neukölln kam es zu keinen nennenswerten technischen Schwierigkeiten. Einen besonderen Ansturm auf das neue Dokument mit den vielen elektronischen Möglichkeiten gab es nicht. 120 Bürgerinnen und Bürger beantragten am ersten Tag das neue Dokument, nicht mehr als gewöhnlich.

Neuköllns Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Gesundheit Falko Liecke:
„Trotz der zeitlich sehr knappen Vorgaben hat in Neukölln alles funktioniert. Während in manchen Bezirken einige Standorte sogar wg. des parallel stattfindenden Bürgerbegehrens ´Berliner Wassertisch´ geschlossen wurden, haben meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Aufgabe mit großem Engagement in allen vier Neuköllner Standorten bei „voller Last“ sehr gut gemeistert.

Die Sachbearbeiter müssen mittlerweile, außer mit den üblichen Office-Anwendungen, zeitgleich mit fünf weiteren EDV-Fachverfahren arbeiten. Neben PC und Drucker sind sechs zusätzliche elektronische Spezialgeräte zu bedienen. Die Bürgeramtsmitarbeiter sind also hochkompetente Fachleute, netto verdienen sie allerdings nur zwischen 1.200,- bis 1.500,- Euro pro Monat, je nach Familienstand. Nicht angemessen, wie ich finde. Eine landesweite Anpassung der Vergütungen ist dringend notwendig, da perspektivisch weitere neue Aufgaben auf die Bürgerämter zukommen, wie z.B. der elektronische Aufenthaltstitel.

Hinzu kommt die allgemeine personelle Lage: In Neukölln sind 65 Mitarbeiter im Bürgeramt für alle Belange von über 300.000 Menschen zuständig. Hinzu kommen Bürger aus den anderen Bezirken. Fast die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen sind über 50 Jahre alt. Nur 4 Mitarbeiter sind unter 30 Jahre alt.

Zur Bewältigung der hohen Anforderungen brauchen wir motiviertes und angemessen bezahltes Personal. Die Bezirksämter müssen in die Lage versetzt werden, selbst ausgebildete, engagierte, junge Leute im Anschluss in ein langfristiges Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen, das ist seitens der Senatsinnenverwaltung bisher nicht gewährleistet.“