Das Projekt MITsprache 2019

NL191 Mitsprache
Bild: SFZ

Wir machen alles mit Sprache. Wir geben allen ein Mitsprache-Recht

Wenn ich den Kindern die Bedeutung von „MITsprache“ erklären möchte, dann sage ich ihnen immer: Wir machen alles mit Sprache.

  • Wir spielen mit Sprache
  • wir singen mit Sprache
  • wir erklären alles mit Sprache
  • wir streiten mit Sprache
  • wir bitten um etwas mit Sprache
  • wir geben und nehmen mit Sprache
  • wir zeigen etwas mit Sprache
  • wir helfen einander mit Sprache …

Alles, was wir tun, wird mit Sprache eingeleitet, von Sprache begleitet und mit Sprache beendet. Oft muss ich die Kinder während einer Förderstunde noch einmal daran erinnern: „Kannst du es auch noch einmal mit Sprache machen? Was möchtest du? Kann ich dir helfen, es mit Sprache auszudrücken? Jedes Kind bekommt auf seinem sprachlichen Niveau die Möglichkeit mitzureden und mitzubestimmen.
Die Kinder erleben dadurch, dass sie ein Mitsprache-Recht haben.
Dr. Gesina Volkmann

Das SFZ führt seit vielen Jahren mit Unterstützung der Stiftung Fairchance das Sprachförderprojekt MITsprache in Berlin Mitte durch. MITsprache basiert auf dem in Heidelberg entwickelten Konzept Deutsch für den Schulstart. Ziel ist es, sozial benachteiligte Kinder, insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund, in den letzten beiden Kitajahren und den ersten beiden Schuljahren so zu fördern, dass ihnen der Zugang zur Bildung ermöglicht und damit ihre Integration gefördert wird. Lehrkräfte und Pädagogische Fachkräfte aus Schule, Schulsozialarbeit, EFöB/Hort und Kita setzen das Programm an 9 Schulen und Horten sowie 17 Kitas des Bezirks um.
MITsprache ist ein lebendiges Konzept, das sich in der Praxis, gerade dadurch bewährt hat, dass es laufend an die Bedarfe und Herausforderungen der Realität in Berlin Mitte angepasst wird.

Seit Beginn 2018 liegt die operative Gesamtsteuerung des Projektes beim Sprachförderzentrum Berlin Mitte. Die Sprachwissenschaftlerin Dr. Gesina Volkmann und die Sozialarbeiterin Johanna Neumann, beide Mitarbeiterinnen der gss Schulpartner GmbH, begleiten und beraten die PädagogInnen im Programm und bieten Fortbildungen, Beratung und praktische Unterstützung an. Es finden regelmäßig Treffen statt, bei denen die beteiligten Berufsgruppen einzeln oder gemischt, im Team einer Einrichtung oder in einem aus mehreren Einrichtungen bestehenden Netzwerk, die Gelegenheit haben sich untereinander auszutauschen und sich gegenseitig Anregungen zu geben oder Rat zu holen.

Die Sprachförderung im Konzept MITsprache basiert auf drei Säulen:

  • erprobtes, praxisnahes und diagnosebasiertes Fördermaterial (Stiftung Fairchance)
  • Fortbildungen und Coachings für ErzieherInnen und LehrerInnen (Dr. Gesina Volkmann)
  • sozialpädagogische Elternarbeit (Johanna Neumann)

Für die Pädagogen aus den beteiligten Einrichtungen gibt es folgende Angebote:

Nachschulungstermine
1. Sprachförderung in den ersten beiden Schuljahren

Ab Januar 2019 sind ein bis zwei Nachschulungen pro Monat geplant. Die Nachschulungen richten sich an alle Pädagoginnen der im Projekt beteiligten Schulen und EFöB-Einrichtungen. Es sind alle eingeladen, die neu in das Programm einsteigen wollen, mehr über die Sprachförderung wissen wollen oder ihre in den regulären Schulungen erworbenen Kenntnisse auffrischen wollen.

  • 13. Februar 2019, 14:30-16:00 Uhr
    Andersen-Grundschule, Kattegatstraße 26, 13359 Berlin

    Zeitmanagement bei der Vorbereitung und Umsetzung von MITsprache

Die Nachschulungen finden im SFZ oder in einer der beteiligten Schulen statt. Aus der jeweils gastgebenden Schule sind weitere Lehrkräfte und Pädagogen herzlich willkommen, an den Nachschulungen teilzunehmen. Auf diese Weise können sie das Projekt MITsprache kennenlernen und den Austausch zwischen regulärem Unterricht und Betreuung einerseits und der MITsprache -Förderung andererseits intensivieren.
Themenvorschläge für weitere Nachschulungen sind:

  • Diagnosebasierte Förderung: vereinfachtes Verfahren zur Erhebung und Dokumentation des Sprachstandes und darauf aufbauender Förderung
  • Bingo, Memory & Co. MITsprache -Spieleboxen variabel einsetzen
  • Eltern-Kind-Aktivitäten aus dem MITsprache -Programm für zu Hause
  • Eltern-Kind-Veranstaltungen mit Elementen aus dem MITsprache -Programm

2. Nachschulung MITSprache-Förderung in den letzten beiden Kitajahren

Auch für die Kitas sind Nachschulungen nach diesem Modell geplant. Wer sich für eine Schulung anmelden möchte, eigene Themenvorschläge hat oder eine Schulung in der eigenen Einrichtung stattfinden lassen möchte, wende sich bitte an Dr. Gesina Volkmann.

Neues Verfahren der Sprachstandserhebung

Zurzeit wird ein vereinfachtes Verfahren der Sprachstandserhebung und Dokumentation entwickelt, das folgenden Kriterien gerecht werden soll:

  • weniger Zeit bei der Einarbeitung
  • weniger Zeit bei der Erhebung der Daten
  • kombinierbar mit in Berlin bekannten Verfahren (Bärenstark, LauBe, der Lerndokumentation des Sprachlerntagebuchs, QuaSTA)
  • flexibel auch während der MITsprache -Förderung einsetzbar
  • direkte Ableitung von Fördermaßnahmen
    Das neue Verfahren wird bis Ende März 2019 entwickelt und abgestimmt und ab April 2019 angewendet.

Beratung in Ihrer Einrichtung (Schule, EFöB-Einrichtung und KITA)

Bei regelmäßigen Beratungen in den Einrichtungen erhalten die Beteiligten Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes. Wir helfen Ihnen konkret in folgenden Bereichen:

  • Einschätzung des Sprachstandes einzelner Kinder oder Kindergruppen
  • Gruppeneinteilung, Organisation der MITsprache -Förderstunden im Schulalltag
  • exemplarische Sprachbildung, Durchführung einer MITsprache -Förderstunde
  • Elterngespräche, Elternveranstaltung, Informationen an die Eltern

Kitas, die Interesse am Projekt haben und ggf. noch einsteigen wollen, können sich ebenfalls melden. Terminvereinbarung unter:
E-mail: volkmann@sprachfoerderzentrum.de
E-mail: joneumann@gss-schulpartner.de