SFZ Angebote Sekundarschulen

TeaserSekundarschule
Bild: SFZ

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Das SFZ ist umgezogen!

Besuchen Sie das SFZ ab dem Schuljahr 2019/20

in der Badstr. 10, 13357 Berlin-Gesundbrunnen

Kontakt

  • Dr. Felicitas Tesch

    Telefon: (030) 403 9492 235
    E-Mail: tesch@sprachfoerderzentrum.de
    Sprechzeiten: Di 13-17 Uhr, Mi ganztägig,
    Fr 10-14 Uhr

  • Heike Schimkus

    • Sprachheilpädagogik

    Telefon: (030) 403 9492 241
    Fax: (030) 403 9492 240
    E-Mail: schimkus@sprachfoerderzentrum.de
    Sprechzeiten: Mo 13-16 Uhr,
    Mi + Do 7.30-9 Uhr

Fächerübergreifende Sprachbildung an Sekundarschulen

Das SFZ unterstützt Sekundarschulen bei der Implementierung des Basiscurriculums Sprache des neuen Rahmenlehrplans im Land Berlin.
Mit einzelnen Sekundarschulen sind bereits Kooperationsprozesse initiiert.
Das SFZ bietet Praktikern im Schulbetrieb

  • Beratung von Fachkonferenzen
  • Zusammenarbeit mit der Sprachbildungskoordination
  • Organisation von inklusivem Unterricht bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und/oder Lese-/Rechtschreib-/Schwäche (LRS)

mit dem Ziel der Umsetzung von Sprachbildung in allen Fächern wie es in der universitären Lehramtsausbildung inzwischen obligatorisch ist.

Das Angebot des SFZ richtet sich an alle Gemeinschafts- und Sekundarschulen im Bezirk Mitte. Für weitere Informationen und Vereinbarung von individuellen Terminen steht das Team der LLW Sprachbildung gern zu Ihrer Verfügung.

Alphabetisierung Jugendlicher an berufsbildenden und weiterführenden Schulen

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Bild: Fotolia_ra2 studio

Das Sprachförderzentrum Berlin Mitte bietet ab 27. Februar 2018 eine Schulungsreihe für Lehrkräfte an Oberstufenzentren an, die sich mit diesen Herausforderungen im Rahmen der Beruflichen Bildung beschäftigen. Dabei soll es nach einer Einführung in das Thema um die konkreten in der Ausbildungspraxis entstehenden Probleme gehen, die von den Teilnehmerinnen eingebracht werden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Alphabetisierung (von Jugendlichen) in der Zweitsprache

Für die meisten erwachsenen Menschen ist Lesen und Schreiben eine Selbstverständlichkeit. Wörter werden automatisch erkannt und die entsprechende Bedeutung zugeordnet. Gedanken können in Bruchteilen von Sekunden auf Papier gebracht oder in eine Tastatur getippt werden. Das kulturelle Leben fordert bei jeder Gelegenheit Schriftsprachkenntnisse. Trotzdem gibt es auch in unserer Kultur Menschen, die aus den verschiedensten Gründen nicht lesen und schreiben können und deswegen an Vielem nicht teilhaben können. Analphabeten bleiben vielfach unerkannt, in der Schul- oder Berufsausbildung fallen sie jedoch auf. Wie können Lernende und Lehrende die Alphabetisierung voranbringen?

Zunächst muss zwischen primären Analphabeten, sekundären Analphabeten und Zweitschriftlernern unterschieden werden. Primäre Analphabeten haben nie schreiben gelernt und müssen auch noch motorische Fähigkeiten (wie halte ich einen Stift, wie stark drücke ich auf das Papier, etc.) und grundlegende Techniken der Schrift, von der Laut-Buchstaben-Zuordnung bis hin zu Textsortenerkennung erlernen. Sekundäre oder auch funktionale Analphabeten haben ursprünglich einmal Schriftkenntnisse erworben, die aber wieder in Vergessenheit geraten sind. Von funktionalen Analphabeten spricht man dann, wenn die Schriftkenntnisse nicht ausreichend für die Belange der Gesellschaft sind, in der die Menschen leben, ggf. erst durch Migration gelangt sind. Funktionale Analphabeten geben sich oft aus Scham nicht zu erkennen und gelangen dann in Situationen, in denen sie aufgrund fehlender Schriftsprachkenntnisse scheitern müssen.

Davon zu unterscheiden sind die Zweitschriftlernenden. Menschen, die in ihrer Erstsprache bereits lesen und schreiben gelernt haben, aber mit einem anderen Schriftsystem (z.B. dem griechischen, dem kyrillischen oder dem arabischen) vertraut sind. Sie können viele der bereits in der Erstschrift erworbenen Fähigkeiten auf Zweitschrift übertragen, müssen sich lediglich mit den Besonderheiten der Zweitschrift und der dazugehörigen Sprache vertraut machen, wie die Schreibrichtung und die Laut-Buchstaben-Zuordnung. Die meisten Alphabetschriften bestehen aus Buchstaben, denen bestimmte Lautwerte zugeordnet sind. Es gibt jedoch auch Schriften mit Zeichen für ganze Silben oder sogar für ganze Wortbedeutungen.

Bei der Alphabetisierung spielt es außerdem eine sehr große Rolle, ob neben dem Schriftsystem auch die Sprache gelernt werden muss. Die Alphabetisierung in der Zweitsprache stellt Lernende und Lehrende vor besondere Herausforderungen.

Ziele von Alphabetisierungskursen, wie sie zum Beispiel das BAMF für Menschen mit Migrationshintergrund anbietet, sind neben dem Erwerb von Schriftsprachkenntnissen, allgemeine Sprach- und Kommunikationsfähigkeit im Deutschen (bis zum Niveau A2 des GER) aber auch die Vermittlung von grundlegenden Lerntechniken und eine verbesserte soziale Integrationsfähigkeit, die durch größere Selbstständigkeit und Selbstsicherheit aufgrund von Schriftsprachkenntnissen erreicht wird.

Den Luxus von separaten Alphabetisierungskursen hat nicht jeder. Vielfach befinden sich primäre und sekundäre Analphabeten, Zweitschriftlerner und alphabetisierten Menschen mit unterschiedlichem Sprachniveau im Deutschen zusammen in einem Kurs oder Ausbildungslehrgang, bei dem weitere Inhalte vermittelt werden sollen. Da ist eine große Binnendifferenzierung gefragt.

Hand bei Unterschrift Notiz Vertrag
Bild: Gajus - Fotolia.com

Folgende Herausforderungen sind beim Schriftspracherwerb:

  • Graphomotorik (Stifthaltung und Stiftführung)
  • Auge-Hand-Koordination
  • auditive Fähigkeiten: Laute unterscheiden und wiedererkennen
  • visuelle Fähigkeiten: Buchstaben unterscheiden wiedererkennen
  • Lautsystem der Sprache verstehen (Phonologische Bewusstheit)
  • die Laut-Buchstaben-Zuordnung (Orthographie)
  • Lesefähigkeit erwerben, Buchstaben nicht nur Laute zuordnen, sondern als sinntragende Wörter erfassen. Ganze Sätze und Texte verstehen und damit umgehen (Fahrplan lesen, Formulare ausfüllen).

All diese Fähigkeiten im Erwachsenenalter und dazu noch in einer Zweitsprache zu erwerben ist eine enorme Herausforderung. In der Muttersprache erwerben Kinder in den ersten Lebensjahren viele wichtige Vorläuferfähigkeiten für das Schreibenlernen, die den Analphabeten in der Zweitsprache fehlen.

Die folgenden Schwierigkeiten ergeben sich für Zweitschriftlerner:
Beim Schreiben können Mischungen zwischen Lauten aus der Erst- und aus der Zweitsprache auftreten, weil sich die Laut-Buchstaben-Beziehung unterscheidet. Deshalb ist es von Anfang an wichtig, darauf hinzuweisen, dass es keine 1:1-Relation zwischen Laut und Buchstabe gibt.
Die Lernenden stoßen auf Laute, die für sie fremd sind oder suchen Buchstaben für Laute, die sie aus ihrer Erstsprache kennen, vergeblich. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich aber auch, wenn Laute ähnlich aber nicht gleich sind.
deutsch der See (gesprochen mit weichem S und langem E) und
englisch to see (gesprochen mit scharfem S und langem I).

Bei Alphabetisierungsübungen empfiehlt es sich daher zunächst, Hörübungen zur Lautunterscheidung zu machen, bevor man an die Verschriftlichung geht. In vielen Sprachen gibt es den Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen nicht, die im Deutschen sogar zu Bedeutungen unterscheidet (Ofen – offen; bieten – bitten; Höhle – Hölle) und damit Verständnisschwierigkeiten hervorbringen kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Lernende den Unterschied oft nicht hören und daher die Laute auch nicht nachsprechen können.
Noch schwieriger wird es dann beim Schreiben; denn wir haben im Deutschen mehrere Möglichkeiten, lange und kurze Vokale zu verschriftlichen. Das Deutsche ist eine konsequente Alphabetschrift. Anders als beispielsweise im Arabischen werden nicht nur Konsonanten sondern auch Vokale (a, e, i) immer mit verschriftlicht. Aber es gibt, wie oben erwähnt, keine 1:1-Entsprechung zwischen Laut und Buchstabe.

Lehrkräfte in Klassen mit Analphabeten sollten sich zum einen der vielfältigen Herausforderungen, die das Schreibenlernen in der Zweitsprache mit sich bringt, bewusst werden und zum anderen den Alphabetisierungsstand der Lernenden einschätzen lernen, damit sie geeignete Hilfestellungen und zusätzliche Materialien zur Verfügung stellen können.

Dr. Felicitas Tesch, Dr. Gesina Volkmann

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