Drucksache - 1874/V  

 
 
Betreff: Alltagserleben nach dem Krieg und in Zeiten der Mauer – auch über das Gebiet zwischen Bernauer Straße und Schifffahrtskanal dokumentieren
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion der SPDBildung und Kultur
Verfasser:Matischok-Yesilcimen, Morgenstern 
Drucksache-Art:AntragBeschlussempfehlung
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
16.05.2019 
27. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin überwiesen   
Bildung und Kultur Entscheidung
12.06.2019 
27. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur vertagt   
07.08.2019 
28. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur      
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
05.09.2019    29. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin      

Sachverhalt
Anlagen:
1. Antrag SPD vom 07.05.2019
2. BE BiKu vom 07.08.2019

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das BA wird gebeten, darauf hin zu wirken, dass die Zeitzeugenerinnerungen, insbesondere aus der Nachkriegs- und Mauerzeit, aus dem sich rasant verändernden Stadtteilgebiet des ehemaligen Grenzgebiets nord-westlich der Bernauer Straße bis Schifffahrtskanal in die stadtteil- bzw. themenbezogene Arbeit des Stadtmuseums aufgenommen werden, wie u. a. in das Programm „Ost-Berlin per App erleben“.

 

Das Bezirksamt wird ersucht, das Thema in die entsprechenden Arbeitsfelder des Mitte Museums, wie den Stadtteilführungen, aufzunehmen. Die Umsetzung soll im Programm 2020 beginnen.

 

Es gilt Zeitzeugenerinnerungen und die Geschichte früherer Funktionsgebäude an Ort und Stelle zu dokumentieren, wie z.B.

 

-          der „Ost-West-Zeitungskiosk“ mit Verkauf der West-Zeitungen in der Boyenstraße und Verkauf der Ost-Zeitungen auf der anderen Seite der Chausseestr. in der Liesenstraße;

-          „Überspielen“ der Sektorengrenze durch den Jugendfußballverein während Training und Vereinsspiel bis zum Mauerbau;

-          Fluchtversuche nach Mauerbau; Auswirkungen für die Gegend;

-          kritisch aufbereitete Information zum ehem. Kriegsvereinshaus, spätere Unterbringungsstätte für DDR-Grenzschutz und nach der Wende Passierscheinstelle.  Chausseestr. 37.

-          Noch bestehende Gebäudekomplexe ehem. Fabrikationsstätten, wie VEB Berlinkosmetik, Chausseestr. 87, der Likörfabrik zw. Chausseestr. und Wöhlertstr.

 

-          u.a.

 

 

Der Ausschuss für Bildung und Kultur empfiehlt der BVV einstimmig die Annahme des geänderten Textes (2 Ja-Stimmen der Fraktion Bü90/Die Grünen, 3 Ja-Stimmen der Fraktion der SPD, 2 Ja-Stimmen der Fraktion DIE LINKE, 2 Ja-Stimmen der Fraktion der CDU, 0 Nein-Stimmen, 0 Enthaltungen).

Begründung:

Die DDR ist, Dank des Engagements und Muts von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern, untergegangen, die Erinnerungen an das in der Zeit Erlebte müssen dies nicht. Auch kann durch die örtliche Vermittlung von Stadtgebietsgeschichte das Zusammenleben gefördert werden. Zeitzeugenerinnerungen und Informationen über frühe Industrie- und Gewerbegebäude des Gebiets soll gemeinsames Wissen im Kiez werden - für die, die schon lange dort leben und für die, die hinzugekommen sind und die, die hinzukommen werden.

 

 

Ursprungstext:

Das Bezirksamt wird ersucht, zu erreichen, dass in dem sich rasant verändernden Stadtteilgebiet rechts und links der Chausseestraße, innerhalb des ehem. Grenzverlaufs auch nordwestlich der Bernauer Straße bis Schifffahrtskanal, sichtbare Erinnerungskulturarbeit erfolgt. Zeitzeugenerinnerungen vom Alltagserleben der Menschen aus den Zeiten vor dem Mauerbau und während der Zeiten der Mauer sollen vor Ort sichtbar gemacht werden. 

 

Finanzierung und Realisierung könnten, wenn nicht durch Aufnahme in Senatsprojekte wie 30 Jahre Mauerfall 2019 bzw. 30 Jahre Einheit im kommenden Jahr o.a. oder i.V. mit den zahlreichen - auch öffentlichen - Neubauprojekte dort, erfolgen.

 

Es gilt Zeitzeugenerinnerungen und die Geschichte früherer Funktionsgebäude zu vermitteln, wie z.B.

 

-          der „Ost-West-Zeitungskiosk“ mit Verkauf der West-Zeitungen in der Boyenstraße und Verkauf der Ost-Zeitungen auf der anderen Seite der Chausseestr. in der Liesenstraße;

-          „Überspielen“ der Sektorengrenze durch den Jugendfußballverein während Training und Vereinsspiel bis zum Mauerbau;

-          Fluchtversuche nach Mauerbau; Auswirkungen für die Gegend;

-          kritisch aufbereitete Information zum ehem. Kriegsvereinshaus, spätere Unterbringungsstätte für DDR-Grenzschutz und nach der Wende Passierscheinstelle.  Chausseestr. 37.

-          Noch bestehende Gebäudekomplexe ehem. Fabrikationsstätten, wie VEB Berlinkosmetik, Chausseestr. 87, der Likörfabrik zw. Chausseestr. und Wöhlertstr.

 

-          u.a.

 

Begründung:

Die DDR ist, Dank des Engagements und Muts von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern, untergegangen, die Erinnerungen an das in der Zeit Erlebte müssen dies nicht. Auch kann durch die örtliche Vermittlung von Stadtgebietsgeschichte das Zusammenleben gefördert werden. Zeitzeugenerinnerungen und Informationen über frühe Industrie- und Gewerbegebäude des Gebiets soll gemeinsames Wissen im Kiez werden - für die, die schon lange dort leben und für die, die hinzugekommen sind und die, die hinzukommen werden.

 

 
 

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