Drucksache - 1029/V  

 
 
Betreff: Erhebung der Lebenslagen von SeniorInnen in Mitte (LISA II)
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenBezirksamt Mitte von Berlin
Verfasser:Neugebauer, Schneider, Gosch und die übrigen Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
22.02.2018 
15. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin überwiesen   
Soziales und Gesundheit Entscheidung
13.03.2018 
16. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit vertagt   
17.04.2018 
17. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Hauptausschuss Entscheidung
08.05.2018 
19: öffentliche Sitzung des Hauptausschusses mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
BVV Mitte von Berlin
17.05.2018 
18. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin (mit LIVE-STREAM) mit Änderungen in der BVV beschlossen   
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
05.09.2019    29. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin      

Sachverhalt
Anlagen:
1. Antrag Grüne vom 13.02.2018
2. BE Soziales und Gesundheit vom 17.04.2018
3. BE HA vom 08.05.2018
4. Beschluss vom 17.05.2018
5. VzK ZB vom 08.08.2019

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

 

(Text siehe Rückseite)


Bezirksamt Mitte von BerlinDatum:19.06.2019

Stadtentwicklung, Soziales und GesundheitTel.:44600

OE QPK

BezirksverordnetenversammlungDrucksache Nr.: 1029/V

Mitte von Berlin


Vorlage -zur Kenntnisnahme-

über Erhebung der Lebenslagen von SeniorInnen in Mitte (LISA II)

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 17.05.2018 folgende Anregung an das Bezirksamt beschlossen (Drucksache Nr. 1029/V)

 

Das Bezirksamt wird ersucht, in Anknüpfung an die LISA-Studie aus 2010 die Lebenslagen von SeniorInnen im Bezirk Mitte zu untersuchen und hierzu eine neue Erhebung durchzuführen. Entsprechende Finanzmittel sollen in Zusammenarbeit mit zuständigen Stellen der Landesebene ggf. bereitgestellt / akquiriert werden.

Dafür soll zunächst ein Konzept erarbeitet werden. Darin soll dargelegt werden, welche qualitativen und quantitativen Elemente sicherstellen, Ergebnisse auf Fragen zu erhalten, welche im besonderen bezirklichen Interesse liegen, und nicht von anderen Erhebungen und Studien bereits hinreichend abgedeckt werden können.

 

Insbesondere sollen folgende thematische Anliegen berücksichtigt werden:

- Erhebung der Lebenslagen und Bedürfnisse von Seniorinnen mit Migrationshintergrund (ehem. GastarbeiterInnen); insbesondere im Hinblick darauf, wo Barrieren wahrgenommen werden, um Angebote für SeniorInnen in Anspruch zu nehmen bzw. sich diesbezüglich in Gremien zu engagieren,

- Erhebung der Lebenslagen und Bedürfnisse von geflüchteten SeniorInnen mit Wohnsitz in Berlin-Mitte bzw. die in Einrichtungen im Bezirk Mitte untergebracht sind,

- Erhebung der Lebenslagen und Bedürfnisse von SeniorInnen mit Bezug von

Grundsicherung im Alter; insbesondere im Hinblick darauf, welche Maßnahmen durch den Bezirk ergriffen werden können, um ihre Lebenslage zu verbessern.

- Besondere Bedarfe von Menschen der Altersgruppe 80 Plus

 

Die bezirkliche SeniorInnenvertretung ist bei der Gestaltung des Fragebogens bzw. der Interviewleitfäden, bei der Befragung der Zielgruppe und Festlegung der Befragungsgrößen sowie bei der Formulierung von Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Erhebungsergebnisse kontinuierlich miteinzubeziehen.

Das Bezirksamt wird gebeten, im Hinblick auf die Erhebungsergebnisse fachämterübergreifende Oberziele abzuleiten sowie entsprechende fachämterspezifische Ziele und Handlungsansätze zu formulieren, zu deren Umsetzung sowie entsprechender finanzieller Bedarfe zur Umsetzung einmal jährlich zum 1.1. der BVV Mitte schriftlich berichtet werden soll.

 

Das Bezirksamt hat am 25.06.2019 beschlossen, der Bezirksverordnetenversammlung dazu Nachfolgendes als Zwischenbericht zur Kenntnis zu bringen:

 

Das Bezirksamt ist dem Ersuchen gefolgt und hat zur Durchführung der LISA II Befragung bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Mittel aus dem Rahmenprogramm 80Plus beantragt. Diese wurden dem Bezirk am 11.10.2018 in Höhe von 10.000€ bewilligt und zur auftragsweisen Bewirtschaftung für das HH 2018 zur Verfügung gestellt. Aus diesen Mitteln wurden die Kosten für die Durchführung des Pretests sowie die Kosten für die Übersetzungen des Fragebogens finanziert.

Für das HH 2019 wurden dem Bezirk, ebenfalls aus dem o.g. Programm, nochmal Mittel in Höhe von 5000€ zur auftragsweisen Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt.

 

Im Februar 2019 konnten aus dem Bezirkshaushalt Mittel in Höhe von 40.000€ für die Durchführung der repräsentativen Befragung der älteren Menschen im Bezirk Mitte (LISA II) bereitgestellt werden. Diese über die verfügbaren Mittel der SenGPG bereitgestellten, erforderlichen finanziellen Mehrbedarfe, sind mit der Ausweitung der Zielgruppe und des Erhebungsumfanges gemäß des BVV-Ersuchens begründet.

 

Der Auftrag zur Durchführung der Befragung wurde am 3.4.2019 auf der Vergabeplattform des Landes Berlin veröffentlicht. Am Ausschreibungsverfahrens, dass am 25.04.2019 endete, hat sich ein Bieter beteiligt. Der Angebotspreis übersteigt mit rd. 78.000€ das zur Verfügung stehende Budget, so dass keine Zusage erteilt werden konnte.

 

Aufgrund der zeitlichen Vorgaben im Vergabeverfahren ist abzusehen, dass die Befragung in diesem Jahr nicht mehr abgeschlossen werden kann. Die zur Verfügung gestellten Finanzmittel sind jedoch an das Haushaltsjahr 2019 gebunden. Auf eine Wiederholung der Ausschreibung des kompletten Dienstleistungsauftrages auf der Vergabeplattform des Landes wird daher verzichtet.

 

Um die Befragung noch in diesem Jahr umsetzen zu können, ist daher geplant, das Gesamtpaket aufzuschlüsseln:

 

  • Vergabe der Druck-, Versand- und Rücklaufaktion der Haushaltsbefragung (6500 Haushalte) an einen externen Dienstleister.
  • Koordinierung der Nachfassaktion und Koordinierung der zugehenden Befragung sowie
  • Einrichtung eines online Befragungstools und Telefonhotline durch das Bezirksamt (QPK 3)

 

 

Der damit verbundene zeitliche und personelle Ressourcenaufwand bedingt, dass die Datenauswertung sowie die Berichterstellung erst Anfang 2020 erfolgen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Konzept:

 

Das Konzept der LISA II Befragung orientiert sich an der Befragung von 2009, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse herzustellen und Entwicklungstendenzen aufzuzeigen. Im Gegensatz zu bereits vorhandenen Erhebungen und Studien, die sich in der Regel auf das Bundesgebiet oder Berlin beziehen, soll die LISA II Befragung vor allem sozialraumorientierte Erkenntnisse über die Lebenslagen der heterogenen Bevölkerung ab 60 Jahren in den unterschiedlichen Stadtteilen des Bezirks ergeben.

 

Das Konzept der Befragung sieht daher eine repräsentative Befragung der Altersgruppe ab 60 Jahren im Bezirk vor. Dazu ist ein 2 stufiges Verfahren vorgesehen: In der ersten Phase wird eine schriftliche Haushaltsbefragung anhand einer randomisierten Stichprobe erfolgen. Die entsprechenden Adressen werden dem Bezirk vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) zur Verfügung gestellt.

 

Die Stichprobe soll die 10 Bezirksregionen im Bezirk je nach Bevölkerungsgröße prozentual einbeziehen. Um statistisch relevante Aussagen über die Lebenslagen der älteren Bevölkerung zu erhalten, ist eine ein-prozentige Stichprobe der aktuell 65.084 Personen in der Altersgruppe 60+ im Bezirk notwendig, d.h. ca. 650 Senior*innen, die für die Altersgruppe repräsentativ sind, müssten sich an der Befragung beteiligen. Nach den Erfahrungen des Robert-Koch-Instituts ist für eine Ausschöpfung solch einer randomisierten Zufallsstichprobe um die 10% notwendig, d.h. ca. 6.500 BewohnerInnen ab 60 Jahren werden hierfür angeschrieben.

 

Um die im Ersuchen formulierten Anliegen repräsentativ zu berücksichtigen, ist es Notwendigkeit, die genannten Zielgruppen, insbesondere Senior*innen mit Migrationshintergrund oder sozialbenachteiligte und schwer erreichbare Menschen der Altersgruppe, einzubeziehen. Das bedeutet, wenn in der ersten Befragungsphase die schwer zu erreichenden Bevölkerungsgruppen nicht ausreichend beteiligt worden sind, muss in einer weiteren Befragungsphase die Stichprobe durch zugehende Methoden ergänzt werden.

 

Die Befragung wird partizipativ von einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung der der Senior*innenvertretung sowie relevanten Fachämtern (Soziales, Gesundheit, Bildung und Kultur usw.), der Beauftragten für Menschen mit Behinderung, des Integrationsbeauftragten, der Gleichstellungsbeauftragten, der Sozialraumorientierten Planungskoordination, VertreterInnen der „Runden Tische der Seniorenarbeit in Mitte“, und den Stadtteilkoordinator*innen begleitet.

 

Der Fragebogen der LISA-Studie von 2009 wurde gemeinsam mit den genannten Akteuren den aktuellen Entwicklungen und Anforderungen angepasst und ein stärkerer Fokus auf die besonderen Bedürfnisse der älteren Menschen in den einzelnen Bezirksregionen (BZR) gelegt. Die ersten Arbeitstreffen zur Aktualisierung des Fragebogeninstruments haben am 22.08.2018 sowie am 25.09.2018 stattgefunden.

 

Während der Durchführung der Erhebung wird die o.g. Begleitgruppe, inklusive der Senior*innenvertretung kontinuierlich einbezogen und nach erfolgter Auswertung der Ergebnisse an der Formulierung von Schlussfolgerungen beteiligt.

 

A)    Rechtsgrundlage:

§ 13 i.V. mit § 36 BezVG

B)    Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung 

  1. Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben:

Einnahmen 2019:

5000€ zur auftragsweisen Bewirtschaftung von SenGPG/ Rahmenprogramm 80Plus aus Kapitel 0930 Titel 540 10

Ausgaben 2019:

40.000€ aus Kapitel 4200/540 10/200 Dienstleistungen

  1. Personalwirtschaftliche Auswirkungen:

Keine

 

Berlin, den 19.06.2019

 

 

 

 

 

Bezirksstadtrat Gothe

 
 

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