Auszug - Sportentwicklungsplanung  

 
 
15. öffentliche Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 5.1
Gremium: Sportausschuss Beschlussart: erledigt
Datum: Di, 26.06.2018 Status: öffentlich
Zeit: 17:35 - 20:08 Anlass: ordentlichen Sitzung
Raum: Sitzungsraum 121
Ort: Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin
 
Wortprotokoll

Frau Reiser bat die Ausschussmitglieder in der letzten Sitzung sich in den Fraktionen Gedanken darüber zu machen, welche Schwerpunkte, Hinweise und Wünsche sie dem Sportamt für die Ausschreibung mitgeben möchten.

 

Herr BV Lehmann (Grüne) teilt mit, dass sich seine Fraktion darüber verständigt habe,

  1. ob sich das Bezirksamt eine Bürgerbeteiligung zu diesem Thema vorstellen könnte?
  2. Wie könnte man die unterschiedlichen Erwartungen der Akteure zusammenbringen?
  3. Wer entscheide das alles?

Herr Spallek teilt mit, dass Mitte einer von 5 Modellbezirken sei, wo durch einen Externen die Sportentwicklungsplanung aufgestellt werde. In der Sitzung mit den Sportstadträten soll die neue berlinweite Sportverhaltensstudie mit einfließen. Berliner*innen wurden nach ihrem sportlichen Verhalten befragt werden. Festzustellen sei, dass beim Wassersport eine relativ abnehmende Tendenz zu verzeichnen sei.

Des Weiteren vermittelt Herr Spallek, dass Nutzungskonflikte diskutiert wurden. In Vorlagen zur Kenntnisnahmen wurde z. B. über Discgolf, Catcherwiese berichtet. Hier sollte überlegt werde, wie auf den vorhandenen Freiflächen, die häufig Grünflächen sind, Sport getrieben werden könnte. Das Straßen- und Grünflächenamt berufe sich auf das Grünanlagengesetz. Das SGA meine, dass eine sportliche Nutzung nur bedingt in Einklang zu bringen sei. Andererseits gebe es den nichtgebundenen Vereinssport, wo z. B. Zirkeltraining auf öffentlichen Grünanlagen betrieben werde. Benötige man auf einer Catcherwiese eine Sportanlage, dann habe man eine Sportanlage, aber keine Grünfläche mehr.

 

Anschließend vermittelt Herr Schmidt, dass in der letzten Sitzung mitgeteilt wurde, dass man gemeinsam an einer Ausschreibung arbeite, da eine hohe Vergleichbarkeit aller Pläne gewünscht sei. Die Ausschreibung soll gemeinsam auf den Markt gebracht werden. Die Bezirke seien dafür zuständig. Ein erster Entwurf sei fertig. Die Beteiligung sei so geregelt, dass sie als Bestandteil in der Ausschreibung genannt sei. Die Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung können nur so gut sein, wie die Akzeptanz der Nutzer*innen und den Einwohner*innen im Bezirk. Deshalb sei die Beteiligung fester Bestandteil der Ausschreibung und der dann beauftragen Planer. Der Planer sei von Anbeginn an aufge-fordert, alle möglichen Ämter, die Sportler*innen selbst, den Bezirkssportbund, ggf. den Landessportbund, als auch bis hin zu den Bürgern*innen mit zu nehmen. Die Verhaltens-studie wurde im Rahmen der Stadträterunde vorgestellt. Man möchte die bezirkliche Sportentwicklungsplanung auf bestimmte Kieze dahingehend erweitern, dass separat Personen gefragt werden, ob sie sich in ihrem Kiez wohlfühlen, welche Wünsche und Bedarfe gebe es. Das Beteiligungsverfahren sei deshalb ein ganz wesentlicher Bestand-teil.

 

Herr Schmidt teilt weiter mit, dass das Amt formulierte, dass es nicht nur um öffentliche Sportanlagen gehe. Es wurde vermittelt, dass es über die öffentlichen Sportanlagen hinaus Bewegungsräume gebe. Jeder Bezirk habe da seine Eigenheiten. Treptow-Köpenick habe mehr Wasser als Mitte. Charlottenburg-Wilmersdorf habe mit dem Olympiagelände eine andere Situation. Da sich Mitte im hochverdichteten Innenstadtbereich befinde, sollten Spezifika etwas deutlicher in der Ausschreibung gemacht werden. Man habe sich darauf verständigt, dass die Ausschreibung in der Verantwortung der Bezirke liege. Die Besonderheiten der Bezirke sollen besonders herausgehoben werden, aber die Grundlage sollte eine relativ einheitliche Version der Leistungsbeschreibung sein, damit zum Ende eine Landesplanung daraus entwickelt werden könne.

Das Amt bat die sportpolitischen Ausschussmitglieder mitzuteilen, wo es Schwerpunkte geben könnte, die das Amt noch nicht erkannt habe. Herr Dr. Hanke teilte mit, dass es Flächenkonkurrenzen gebe. Warum werde nicht darüber nachgedacht, dass auf einem Supermarktdach oder deren Fläche etwas Sportliches entstehen könnte.

 

Herr BV Radloff-Gleitze (SPD) bezieht sich auf die Vorlage zur Kenntnisnahme aus der letzten BVV, in der Ziele aufgeführt wurden, die auch mit den Zielen der BVV übereinstimmen. Er bittet, diese Ziele mit zu berücksichtigen. Wichtig sei zu überlegen, in wie weit niederschwellige Angebote verstärkt werden könnten (wo gebe es Tischtennisplätze, Trimm-Dich-Pfade etc.).

 

Herr BV Freitag (Piraten) bemerkt, dass es Probleme geben könnte, da der IST-Stand noch nicht ganz klar sei. Herr Schmidt informierte in der letzten Sitzung, dass 5 Bezirke über eine Finanzierung über die Senatssportverwaltung (100.000 T€) verfügen können. Mitte habe über SAO noch 20.000 € zusätzlich als Fördergelder erhalten, um den Bestand zu ermitteln (wie barrierefrei, wo seien Entwicklungspotenziale, wie hoch sei der Entwicklungsbedarf etc.).

 

Herr BzStR Spallek teilt mit, dass man vom IST-Zustand ausgehe und das Eine oder Andere schon habe, aber man möchte das noch ein Stück weiter dokumentieren, dass es eine stärkere Verschränkung bei allen Maßnahmen gebe, die das BA demnächst umsetzen werde. Es werde klar und deutlich, dass es im Rahmen der wachsenden Stadt immer enger werde. Deshalb sei Mitte noch mehr gefordert, unterschiedliche Themen mitzudenken. Bei den Objekten in der Reinickendorfer Straße und Adalbertstraße werde nicht nur für den schulischen Bedarf etwas getan, sondern man prüft mit, ob beispielsweise ein Hallenteil oder ein 2. Geschoss auf das Gebäude obenauf gesetzt werden könnte, wenn die Versorgung mit gedeckten Sportflächen noch nicht ausreichend sei. Die Chance müsse man wahrnehmen. Dafür müsse man aber die Bedarfe formulieren. Als Konfliktpunkte zeigte Herr Spallek auf, wie man mit den öffentlichen Grün- und Freiflächen umgehe. In anderen Bezirken gebe es deutlich intensivere Diskussionen als in Mitte.

 

Frau BV Schrader (DIE LINKE) regt an, Betriebssportanlagen und reaktivierbare Sportlagen, die lange nicht genutzt wurden (z.B. Trimm-Dich-Pfad am Nauener Tor), mit ein zu beziehen. Des Weiteren bemerkt sie, dass der Betrieb mitgedacht werden müsse. Man müsse im Hinterkopf haben, dass eine Finanzierung vorhanden sei, um etwas zu erhalten, Personen vorhanden seien, die das betreiben, die Nutzung kontrollieren, etwas repariert werde, etwas an andere Bedarfe angepasst werde.
Die Fraktion DIE LINKE regt an, Sportanlagen anderer Bezirke mit zu nutzen oder Kooperationsvereinbarungen ein zu gehen. Wo so etwas möglich sein könnte, sollte man prüfen. Vielleicht könnte man eine bestehende Kooperationsvereinbarung aufwerten. Des Weiteren spricht Frau Schrader den Straßenraum für Street-Workout etc. an. Spielstraßen, die man für eine Zeit lang schließt, wären ein Ort, den man für Sport nutzen könnte. Ihre Fraktion würde es begrüßen, wenn in der Sportentwicklungsplanung zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen unterschieden und nach schnellen Umsetzungen gesucht werde. Die kurzfristigen Maßnahmen soll auch das einschließen, was in der Baumaßnahmeplanung stehe. Natürlich sei es auch sinnvoll und wichtig für den Bezirk mittel- und langfristig zu denken und Perspektiven zu entwickeln. Herr Spallek führte aus, dass man die Bereichsplanungen übereinanderlegen, Schnittmengen identifizieren und dann überlegen solle, was schnell gehe.

Abschließend bemerkt Frau Schrader, dass man auch noch einmal neu über den Neubau der Schulsportanlage beim Lessing-Gymnasium nachdenken sollte. Die Sporthalle sei seit vielen Jahren geplant und sei nicht nur für den Schulsport, sondern für das Gebiet vorgesehen, wo es Bedarfe von Vereine gebe.

 

Auf die Frage von Herrn BV Freitag (Piraten) für wie viele Jahre die Sportentwicklungsplanung festgeschrieben werde, teilt Herr Schmidt mit, bis 2035.

 

Herr BV Wehlus (AfD) fragt nach, ob die Brache (ehemaliger Bau des Siedlerverbandes) in der Stralsunder Straße Richtung Vinetaplatz genutzt werden könnte? Das Gelände verwildert. Des Weiteren fragt er nach, ob es Bestrebungen gebe, dort zu bauen, weil nichts unternommen werde? Herr Spallek könne die Fragen nicht beantworten. Er sagt zu nachzuschauen, wem die Fläche gehöre. Er vermute, dass es sich um öffentliches Straßenland handele und dass dort nichts gebaut werde.

 
 

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