Grundsätzliches zu Baumscheibenbegrünungen

Baumscheibenbepflanzung

Neben der hauptsächlich optischen Verschönerung der Umgebung kann eine Begrünung der Bauscheiben auch zu einer Standortverbesserung für den Baum, z. B. durch Wasseranreicherung, Beschattung und Durchlüftung des Bodens führen.
Baumscheibenbegrünungen vermindern auch die Gefahr der Bodenverdichtung durch Betreten und Befahren sowie die Nutzung als Hundeklo oder Abfalleimer.

Den Bäumen im Straßenraum fehlt der durch Mineralisierung des Falllaubes entste-hende Nährstoffnachschub. Eine partielle Kompensation der Humusbildung lässt sich dadurch erreichen, dass Baumscheiben mit bodendeckenden Pflanzen bepflanzt werden, die kleine Mengen das fallenden Laubes auffangen und selbst durch Laubabwurf zur Humusbildung beitragen, den Boden unter den Bäumen beschatten und die Bildung und Erhaltung der Bodengare begünstigen.

Eine Baumscheibenbegrünung muss sich immer nach den Bedürfnissen des Baumes richten, denn nur dieser verbessert entscheidend das Stadtklima

Was Sie als Patin oder Pate bei der Bepflanzung einer Baumscheibe beachten müssen

  • Die Bepflanzung und die notwendigen Vorbereitungen müssen mit dem Straßen- und Grünflächenamt abgestimmt und genehmigt werden.
  • Im Erdreich unter den Baumscheiben können sich Leitungen befinden. Aus diesem Grund dürfen Sie bei der Bepflanzung nicht tiefer als 10 cm graben.
  • Die Wurzeln der Bäume dürfen bei der Bepflanzung nicht beschädigt werden. Das Lockern des Erdreiches und das Ausheben von Pflanzlöchern muss von Ihnen deshalb in Handarbeit ausgeführt werden.
  • Die Einfassung der Baumscheibe, bestehend aus Bordsteinen, Großsteinpflaster etc. darf weder beschädigt noch gelockert werden.* Einzäunungen oder Hochbeete sind ausdrücklich nicht gestattet.*
Beispiel einer Baumscheibenbepflanzung auf kleinem Raum
  • Eine Bepflanzung der Baumscheibe darf erst dann vorgenommen werden, wenn der Baum fünf Jahre an seinem Standort steht und die Anwuchsphase abgeschlossen ist.
  • Bei der Auswahl der Pflanzen ist darauf zu achten, dass diese nicht höher als 50 cm werden. Die Sicht von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrer wird sonst beeinträchtigt.
  • Pflanzen, die das Wachstum bzw. die Vitalität der Straßenbäume beeinträchtigen, wie Kletter-, Schlingpflanzen und starkwüchsige Gräser dürfen nicht gepflanzt werden. Ebenfalls dürfen auch keine gesundheitsgefährdenden Pflanzen gepflanzt werden.
  • Der Wurzelanlauf des Stammes darf nicht mit Erde überdeckt werden.
  • Das Oberflächenniveau der Baumscheibe darf nicht höher sein, als der umgebende Gehweg um die Wasseraufnahme bei Regenfällen nicht zu beeinträchtigen.
  • Bei Trockenheit und Hitze den Baum wässern. Bei großer Trockenheit braucht ein Jungbaum pro Tag ca. 2 Eimer (20 l) Wasser.
  • Bringen Sie keine Schilder, Griffe oder sonstige Gegenstände am Baum an; diese schädigen den Baum und die Verletzungen dienen Insekten und Pilzen als Eintrittspforten.
  • Schnittmaßnahmen an Bäumen werden nur durch die Grünflächenunterhaltung durchgeführt.
  • Beobachten Sie Ihren Baum und informieren Sie das Straßen- und Grünflächenamt über Krankheiten und Beschädigungen.
  • Reden Sie mit Ihrem Nachbarn. Vielleicht können Sie sich bei der Pflege eines Baumes abwechseln. Nur eine nachhaltige Pflanzung und Pflege führt zu einer Verbesserung des Straßenbildes
Wurzelplatte

Die Baumscheibe trägt die Wurzelplatte des Baumes.

Wird diese lebenswichtige Verankerung des Baumes beschädigt kommt es zu Fäulen innerhalb des Stammes. Diese Fäulen bauen das Holz des Baumes ab. Durch diesen Holzabbau verliert der Baum seine Verankerung im Boden und stürzt um.

Jede Baumart bildet eine andere Wurzelplatte aus. Baumarten wie der Ahorn bilden zum Beispiel so massive Wurzelplatten aus, dass dort eine Baumscheibenbegrünung bei älteren Bäumen nicht möglich ist. Deshalb muss vorab bei jedem Baum geprüft werden ob die Baumscheibe begrünt werden kann