Gehwegsanierung in der Dortmunder Straße

Erörterungsgespräch zu der Gehwegsanierung in der Dortmunder Straße am 15.02.2016

Erörterung am 15.02.2016
Bild: Straßen- und Grünflächenamt Mitte
Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Carsten Spallek, lud am 08.02.2016 zu der Veranstaltung mit dem folgenden Text ein:

In der Dortmunder Straße müssen Baumfällungen durchgeführt werden. Einige Bäume sind im Wurzelbereich so stark geschädigt, dass eine Fällung nicht vermeidbar ist. Darüber hinaus gibt es Bäume, die den Gehwegbereich so stark geschädigt haben, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gesichert ist.

Trotz mehrerer Informationsgespräche von Mitarbeitern des Straßen- und Grünflächenamtes mit der BürgerInitiative und vor-Ort-Treffen (unter anderem am 11. und 19. Januar), konnten die fachlich zwingenden Gründe für die Baumfällungen offenbar noch nicht allen Interessierten und Anwohnern ausreichend vermittelt werden.

“Mir ist wichtig, dass die fachliche Entscheidung des Straßen- und Grünflächenamtes nachvollziehbar und transparent ist. Daher lade ich Vertreter der Bürgerinitiative sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem weiteren Erörterungsgespräch ein, an dem ich persönlich teilnehmen werde.”, so Bezirksstadtrat Carsten Spallek.

Auf der Veranstaltung wurde vereinbart, dass die vom Straßen- und Grünflächenamt vorgestellten Präsentationen hier eingestellt werden.

Gehwegsanierung in der Dortmunder Straße

PDF-Dokument (7.6 MB) Dokument: Straßen- und Grünflächenamt Mitte

Vergleich der Querschnitte der Dortunder-, Elberfelder- und Bochumer Straße

PDF-Dokument (2.0 MB) Dokument: Straßen- und Grünflächenamt Mitte

Fällung von 12 Bäumen in der Dortmunder Straße im Zeitraum vom 25.01.2016 - 05.02.2016

BeDS02
Bäume in der Dortmunder Stra0e Bild: Wolfgang Leder

In der Dortmunder Straße müssen Ende Januar aus fachlichen Gründen fünf Bäume und aus baulichen Gründen sieben Bäume gefällt werden.

Bei den Bäumen aus fachlichen Gründen handelt es sich um vier Eschenahorn und einen Silberahorn die nach dem 2. Weltkrieg gepflanzt wurden und in den achtziger Jahren wie in anderen Bezirken nicht entfernt und durch artgerechte Straßenbäume ersetzt wurden. Diese Baumart neigt dazu im Alter in den Wurzelbereichen Fäulen zu bilden.

Bei den Bäumen aus baulichen Gründen handelt es sich um den Silberahorn, der den Gehweg und Teile der Straße soweit zerstört hat, das eine Sperrung der Gehwege und Teile der Straße in Erwägung gezogen wurde. Seit vier Jahren haben wir versucht eine fachliche Lösung zu finden um die notwendige Gehwegsanierung zu realisieren unter Erhalt der Straßenbäume. Dies ist aber durch die massive Wurzelplattenausbildung des Silberahorn nicht möglich, so das nur durch die Fällung der Bäume die Verkehrssicherheit der Gehweg- und Straßenbereiche wieder hergestellt werden kann.

Bevor wir auf die einzelnen Bäume eingehen können Sie die folgenden Übersichtpläne herunterladen

Fällungen Dortmunder Straße Baumarten

Der Plan zeigt welche Baumarten gefällt werden

PDF-Dokument (316.4 kB) Dokument: Straßen- und Grünflächenamt

Der Plan zeigt die Fällungen unterschieden nach fachlichen und baulichen Fällungen

Der Plan zeigt die Bäume die aus fachlichen und baulichen Gründen gefällt werden müssen

PDF-Dokument (293.5 kB) Dokument: Straßen- und Grünflächenamt Mitte

Fällungen die aus fachlichen Gründen erfolgen müssen

Warum müssen die fünf Straßenbäume aus fachlichen Gründen gefällt werden ?

Matt01
Die Abb. zeigt die möglichen Infektionswege für Holzpilze Bild: Dr. Karlheinz Weber / Prof.Dr. Claus Mattheck / Quelle: Taschenbuch der Holzfäulen 2001

Im Laufe der Jahre wurden die Bäume verschiedenen Faktoren ausgesetzt, die dazu führten das holzzerstörende Pilze in die Wurzelbereiche einwandern konnten.

Die ersten Schäden wurden bereits im Jahr 2000 festgestellt und die Bäume seitdem regelmäßig untersucht. Bei der Baumkontrolle und den weiterführenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass fünf Straßenbäume im belaubten Zustand nicht mehr Standfest sind und vor der nächsten Vegetationsperiode gefällt werden müssen.

Die Gründe wurden in einen Gutachten am 11.11.2015 zusammengefasst und können nach vorheriger Terminabsprache im Straßen- und Grünflächenamt eingesehen werden.

Baum 3/1-5 Silberahorn

B3_1_5DS
Silberahorn vor dem Haus 3 Bild: Wolfgang Leder

Der Baum hat schwere Schäden im Wurzelbereich, die Zug- und Druckwurzelbereiche sind zu 72 % zerstört. Die Schäden befinden sich unterhalb der Erdoberfläche. Auch der Kronenbereich ist im belaubten Zustand stark bruchgefährdet.

Baum 4/1-6 Eschenahorn

BeDS02
Eschenahorn vor dem Haus 4 Bild: Wolfgang Leder

Der Baum stirbt seit Jahren langsam ab. Der Baum musste, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten in den letzten Jahren mehrmals eingekürzt werden. Der Wurzelbereich ist inzwischen aber so stark geschädigt, dass der Baum gefällt werden muss. Die Zug- und Druckwurzelbereiche sind zu 84 % zerstört.

Baum 5/1-7 Eschenahorn

B5_1_7DS
Eschenahorn vor dem Haus 5 Bild: Wolfgang Leder

Auch hier stirbt der Baum seit Jahren langsam ab. Der Baum musste, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten in den letzten Jahren mehrmals eingekürzt werden und sich trotzdem im belaubten Zustand weiter langsam zur Straße neigt. Dies zeigt uns sehr deutlich, dass der Wurzelbereich inzwischen so stark geschädigt ist, dass der Baum gefällt werden muss. Die Zug- und Druckwurzelbereiche sind zu 85 % zerstört.

Baum 9a/1-15 Eschenahorn

B9a_1_15DS
Eschenahorn vor dem Haus 9a Bild: Wolfgang Leder

Der Baum musste, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten in den letzten Jahren mehrmals eingekürzt werden. Auch sieht man deutlich, dass der Baum kaum noch artgerechte Zuwächse macht. Der Wurzelbereich ist er inzwischen aber so stark geschädigt, dass der Baum gefällt werden muss. Die Zug- und Druckwurzelbereiche sind zu 68 % zerstört.

Baum 10/1-16 Eschenahorn

B10_1_16DS
Eschenahorn vor dem Haus 10 Bild: Wolfgang Leder

Hier spricht der Anblick des Baumes glaube ich für sich alleine. Die Zug- und Druckwurzelbereiche sind zu 90 % zerstört.

Fäule in der Wurzelplatte des Eschenahorns
Bereich in dem die Wurzelplatte des Baumes besonders stark geschädigt Bild: Wolfgang Leder

Dieser Baum kann natürlich auch nicht mehr den Gehweg anheben, weil der Wurzelbereich im gekennzeichneten Bereich im Boden stark geschädigt ist.

Was wird man am Sägeschnitt erkennen können ?

BeDS01
Bohrkern von einem Eschenahorn in ca. 1m Höhe Bild: Wolfgang Leder

Der interessierte Laie wird einen hellen und kaum verfärbten Sägeschnitt sehen nach der Fällung. Bei den Fäulen im Wurzelbereich erfolgt meist kein großer Holzabbau in den Stammbereichen und ist deshalb im Sägeschnitt kaum erkennbar. An dem Bohrkern kann man erkennen wie der Sägeschnitt in ca. 1 m Höhe aussehen wird. Aber dies ist eben keine Aussage, dass der Baum gesund ist weil sich die entscheidenen Prozesse unterhalb der Erdoberfläche abspielen.

So sieht eine aus dem Boden aufsteigende Wurzelfäule aus

BeiDS07
Gefällter Baum, die Schädigung konnte nur erkannt werden weil der baum einen kleinen Fruchtkörper ausbildete Bild: Wolfgang Leder

Diese Linde konnte nur gefällt werden weil ein kleiner Pilzfruchtkörper ausgebildet wurde. Von außen war nichts zu erkennen. Die Wurzelplatte des Baumes war vollständig zerstört. Der Baum wurde nur noch über zwei kleinere Wurzelanläufe ernährt.

Was passiert wenn man nicht rechtzeitig tätig wird ?

BeiDS06
Ausbruch unterhalb der Erdoberfläche Bild: Wolfgang Leder

Wird die Schädigung nicht rechtzeitig erkennt, bricht das Restholz und der Baum fällt um. Wir wissen heute durch den aktuellen Stand der Technik sicher, dass ein geschädigter Baum bricht. Deswegen müssen die Grünflächenämter denn auch reagieren und die geschädigten Bäume fällen, wirtd man nicht tätig handelt man grob fahrlässig.

Aber niemand kann seriös voraussagen wann dies passiert. Sicher ist bei den Ergebnissen unserer Untersuchungen das es dazu kommt.

Fällungen die aus baulichen Gründen erfolgen müssen

Warum müssen die sieben Straßenbäume aus baulichen Gründen gefällt werden ?

Zeigt die Wurzelplatte des Silberahorns
Stark beschädigter Gehweg durch die massive Wurzelplatte des Silberahornes Bild: Wolfgang Leder

Das Bild zeigt sehr deutlich wie schwer die massiven Wurzelplatten des Silberahornes, die Gehwege und Teile der Fahrbahn gerschädigt haben.

In § 7 des Berliner Straßengesetzes vom 13.07.1999 ist die Straßenbaulast geregelt. Darin heißt es, dass „die öffentlichen Straßen im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Trägers der Straßenbaulast so zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern, zu verbessern oder zu ändern sind, dass sie dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügen. Dabei sind auch die Belange der im Straßenverkehr besonders gefährdeten Personen sowie von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen. Der Träger der Straßenbaulast hat im Falle eines nichtverkehrssicheren Zustandes der Straße die alsbaldige Wiederherstellung des verkehrssicheren Zustandes zu veranlassen.“
Die allgemeine Rechtsprechung geht davon aus, dass Stolperkanten ab einer Höhe von 1,0 cm in Laufrichtung der Gehwege nicht hinnehmbar sind und massiv die Verkehrssicherheit stören. Weiterhin dürfen Maximalgefälle nicht übereschritten werden, ebenso muss gewährleistet sein, dass das Oberflächenwasser nicht auf die Privatgrundstücke entwässert. In der Dortmunder Straße sind aber genau das die Probleme zusätzlich zu den Stolperkanten und zu dem Problem, dass Menschen mit Behinderungen hier große Schwierigkeiten haben. Es ist derzeit an einigen Stellen nicht einmal garantiert, dass Grundrechte der Bürger aus dem Berliner Straßengesetz, wie z.B. Zugang und Zufahrt zum Grundstück, jederzeit möglich sind.
Bei Verletzungen der Straßenverkehrspflichten haftet der Straßenbaulastträger. Aus diesem Grund sind die Arbeiten zwingend erforderlich und unaufschiebbar.
Wie Gehwege neu herzustellen und zu reparieren sind, ergibt sich aus der Ausführungsvorschrift zu § 7 des Berliner Straßengesetzes, der AV Geh- und Radwege. „Geh- und Radwege, für die Berlin Träger der Baulast ist, sind nach diesen Ausführungsvorschriften herzustellen.“ Geregelt sind in dieser Vorschrift die maximalen Längs- und Querneigungen, die i.d.R. 2,5 % nicht überschreiten dürfen, der Gehwegaufbau, Bordsteinhöhen, Mindestabstände usw. Ab Grundstücksgrenze muss ein Quergefälle zur Fahrbahn entstehen, derzeit ist es wegen des extremen Wurzelwuchses umgekehrt. Um das Oberflächenwasser also in die richtige Richtung zu bekommen, sind Baumfällungen unumgänglich.
Bis zur Herstellung des verkehrssichern Zustandes eines Gehweges, eines Radweges oder einer Fahrbahn „ist der Straßenbaulastträger verpflichtet, durch Anordnung von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer auszuschließen.“ Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte muss, bei Nichtfällung der Bäume, die Konsequenz daraus ziehen und sämtliche betroffenen Gehwegabschnitte der Dortmunder Straße vollsperren.

Am 12.12.2015 findet auf Wunsch der BI Silberahorn Plus ein Ortstermin um 14:00 Uhr statt wo das Grünflächenamt gerne Fragen der Anwohner beantworten wird.

Treffpunkt vor dem Buchladen Dortmunder- Ecke Bochumer Straße.

Auf dieser Internetseite werden ständig neue Inhalte eingestellt, deshalb besuchen Sie die Seite bitte regelmäßig um alle Fakten zu kennen oder sprechen Sie mich persönlich an