Straßenbenennungen im Bezirk Mitte

Straßenschild Marlene-Dietrich-Platz
Bild: Mitte Museum, Foto: Markus Fella

Sobald es im öffentlichen Interesse erforderlich ist, sind öffentliche Straßen, Wege oder Plätze zu benennen. Vorschläge zu Neu- oder Umbenennungen von Straßen, Wegen und Plätzen im öffentlichen Straßenland können grundsätzlich von allen Bürger*innen beim Bezirksamt eingereicht werden. Benennungsvorschläge sind gebührenfrei.
Die Vorschläge werden im Ausschuss für Bildung und Kultur der Bezirksverordnetenver- sammlung Mitte von Berlin nach vorheriger fachlicher Überprüfung im Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Geschichte, beraten und abgestimmt. Nach positiver Abstimmung wird der jeweilige Name auf eine Liste für mögliche Straßenbenennungen gesetzt. Die Zahl der Listeneinträge übersteigt deutlich die Zahl der zu benennenden Straßen, Wege und Plätze. Die Bezirksverordnetenversammlung kann dem Bezirksamt die Be- oder Umbenennung einer Straße empfehlen. Erst wenn dieses mit Beschluss der Empfehlung folgt, wird die Veröffentlichung im Amtsblatt für Berlin eingeleitet.

Auch Privatstraßen sind auf Antrag des Grundstückseigentümers öffentlich zu benennen, soweit dies zur Sicherstellung ausreichender Orientierungsmöglichkeiten notwendig ist.
Der Eigentümer der Privatstraße schlägt den Namen vor, wobei die Bestimmungen für die Benennung öffentlicher Straßen einzuhalten sind. Sollte der Eigentümer keinen eigenen Namenswunsch vorweisen, besteht die Möglichkeit, dass ihm ein Name aus der vorgehaltenen Liste vorgeschlagen wird. Der Eigentümer trägt die Kosten des Benennungsverfahrens.

Die rechtliche Grundlage jeder Neu- oder Umbenennung sind das Berliner Straßengesetz und seine Ausführungsbestimmungen. Außerdem gelten verschiedene Grundsätze, die von der BVV in folgenden Beschlüssen festgelegt wurden:

  • 2002 beschloss die BVV Mitte einen Kriterienkatalog für die Neu- bzw. Umbenennung von Straßen (siehe Beschluss 0384/II).
  • 2004 entschied die BVV Mitte, dass bei der Neubenennung von Straßen und Plätzen im Bezirk Namen von Frauen besondere Berücksichtigung finden sollen (siehe Beschluss 1367/II). Dies soll so lange geschehen, bis ein Gleichstand zwischen den Geschlechtern bei der Benennung erreicht ist.
  • 2014 wurden diese Grundsätze an die Gleichbehandlungsrichtlinie der Europäischen Union und an die europäische Rechtsprechung angepasst. Demnach werden Frauennamen weiterhin vorrangig berücksichtigt, Straßen und Plätze werden aber nicht ausschließlich nur nach Frauen benannt (siehe Beschluss 1763/IV).

Berliner Straßengesetz (BerlStrG) zuletzt geändert 4.12.2008 und Ausführungsvorschriften zu § 5 vom 1.2.2017

PDF-Dokument (14.7 MB)

BVV-Beschluss 0384/II Verfahrensweise bei Straßen (Plätzen) und deren Neu- bzw. Umbenennungen vom 20.06.2002

PDF-Dokument (23.7 kB) - Stand: 20.06.2002

BVV-Beschluss 1367/II "Vergabe von Frauennamen bei der Benennung neuer Straßen und Plätze" vom 17.06.2004

PDF-Dokument (11.8 kB) - Stand: 17.06.2004

BVV-Beschluss 1763/IV „Genderquote bei Benennungen und Umbenennungen von Straßen und Plätzen“ vom 11.11.2014

PDF-Dokument (59.7 kB) - Stand: 20.02.2015

Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen

Link zu: Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen
Bild: Mitte Museum, Foto: Markus Fella

Liste der Namen von den Frauen und Männern, nach denen seit der Fusion der alten Berliner Bezirke Mitte, Tiergarten und Wedding zum jetzigen Bezirk Mitte im Jahr 2001 Straßen und Plätze benannt wurden. Weitere Informationen

Afrikanisches Viertel

Link zu: Afrikanisches Viertel
Gedenktafel "Das Afrikanische Viertel", 2012
Bild: Bezirksamt Mitte

Informationen rund um die Straßenbenennungen im Afrikanischen Viertel im Wedding Weitere Informationen

Europacity

Link zu: Europacity
Bild: © ca immo deutschland; visualisierung: bünck+fehse; berlin; Luftbild: Dirk Laubner, Berlin

2016 stimmte die Bezirksverordnetenversammlung für die Benennung von sieben neuen Straßen und Plätzen, die im neuen Wohn- und Geschäftsgebiet an der Heidestraße in Moabit entstehen. Weitere Informationen