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Eröffnung: „Unsichtbare Manöver – Interpretationsreservate und Definitionsreviere“ in der Galerie Wedding

Pressemitteilung Nr. 326/2015 vom 07.07.2015

Die Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz, Sabine Weißler, informiert:

Am Donnerstag, den 23. Juli 2015 um 19 Uhr

eröffnet die Ausstellung „Unsichtbare Manöver – Interpretationsreservate und Definitionsreviere“ in der Galerie Wedding. Die diesjährige Gruppenausstellung wird von Gastkuratorin Sabine Winkler kuratiert und versammelt Arbeiten der Künstler*innen Anna Artaker und Meike S. Gleim, Silvia Beck, Burak Delier, Francis Hunger, Nadia Kaabi-Linke, Susan Schuppli, Juliane Zelwies. Die Ausstellung läuft bis 29. August.

Begrüßung & Einführung:
Dr. Ute Müller-Tischler, Leiterin der Galerie Wedding und des Fachbereichs Kunst und Kultur
Sabine Winkler, Kuratorin der Ausstellung

Gäste mit Kommunikations- bzw. Assistenzbedarf melden diesen bitte bis zum 17. Juli unter der Rufnummer (030) 9018-423 86 oder per E-Mail bei post@galeriewedding.de an. Die Galerie ist barrierefrei zugänglich.

Zur Ausstellung:
In der diesjährigen Gruppenausstellung „Unsichtbare Manöver – Interpretationsreservate und Definitionsreviere“ werden Videoarbeiten und Installationen von sieben jungen Künstler*innen gezeigt, die sich mit den dem Machpotential von Überwachungs- und Kontrollsystemen auseinandersetzen.

Zu sehen sein wird u.a. Burak Deliers Filmarbeit „Crisis and Control“. Sie zeigt Büroangestellte und Manager*innen an ihrem Arbeitsplatz in einer Yogastellung ein Interview geben. Während sie ihren Körper in der veränderten Körperhaltung unter Kontrolle zu halten versuchen, loten sie individuelle Krisen aus. Nadia Kaabi-Linkes Arbeit „Faces“ wiederum zeigt eine Serie fotografischer Einzelportraits, die einer Gruppenfotografie aus dem 19. Jahrhundert entnommen sind, auf der Afrikaner*innen in Kriegsbekleidung als „Wilde“ inszenierte wurden. Durch den Eingriff in die Repräsentationsform macht Nadia-Kaabi-Linke das kolonialistisch begründete Motiv sichtbar. Mit Archivmaterial arbeitet auch Susan Schuppli. In ihrer Arbeit „Tape 342: A timeline of testimony“ untersucht sie am Beispiel der Watergate-Affäre die Beziehung zwischen Zeugenaussage und Beweismaterial, zwischen Subjekt und Objekt im Kontext geheimer Politiken, Abhängigkeiten und Rechtsstaatlichkeit. Silvia Beck wird eigens für die Ausstellung in der Galerie Wedding eine installative Arbeit vor Ort entwickeln.

Die Kuratorin Sabine Winkler schreibt: „Die Ausstellung untersucht Politiken der Regulierung von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und deren Anwendungsbereiche. Parallel zur Massenüberwachung kann man beobachten, dass sich politische Agenden zunehmend in geheime, informelle Bereiche verlagern, wenn man etwa an die angekündigten Handelsabkommen oder an informelle Praktiken wie Lobbyismus, Schattenbörsen und -banken etc. denkt. In diesem Kontext wird Unsichtbarkeit zu einem Privileg, das einer ökonomisierten Politik erweiterte Handlungsspielräume gewährt, die durch digitale Überwachung abgesichert werden. Die künstlerischen Arbeiten erforschen Kategorien von Interpretationshoheit und Definitionsmacht im Kontext ästhetischer, ideologischer und technologischer Bereiche und fragen nach den ästhetischen Manövern, durch die Zuordnungssysteme aufgebrochen werden können. Inwieweit unterliegen ästhetische Praxen selbst diesen Mechanismen?“

Sabine Winkler lebt als freischaffende Ausstellungs- und Filmkuratorin in Salzburg und Berlin. Seit 2011 lehrt sie an der Kunstuniversität Linz, derzeit am Institut für Raum & Designstrategien. Sie kuratierte Ausstellungen in Berlin, London, Wien, Graz, Salzburg, Potsdam, Karlsruhe, Bregenz.

Begleitveranstaltung:
Dérive – Stadtspaziergang
am 25. Juli, um 11 Uhr
Der Künstler Francis Hunger (www.irmielin.org) geht mit Interessierten auf ein Datenbanken-Dérive in der Nähe der Galerie Wedding. Ziel ist es, die Umgebung nach Anzeichen von Datenbanken zu erkunden, diese zu dokumentieren und sich eine Strategie des Erspürens von Datenbanken im Alltag anzueignen. Bitte Fotoapparat oder Smartphone, Stift und Papier mitbringen. Um Voranmeldung bei Frau Julia Zieger wird gebeten: presse@galeriewedding.de.

Anschrift: Galerie Wedding, Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin
Öffnungszeiten: Di-Sa, 12-18 Uhr
Der Eintritt ist frei. Die Galerie ist barrierefrei zugänglich.

Medienkontakt Galerie Wedding: Julia Zieger, Tel. 030 / 9018 423 85
Medienkontakt Fachbereich Kunst und Kultur: Bernd Mannhardt, Tel. 030 / 9018 374 61