Die Finanzierung für die Errichtung eines Gedenkorts am ehemaligen Güterbahnhof Moabit ist gesichert

Pressemitteilung Nr. 272/2015 vom 09.06.2015

Die Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz, Sabine Weißler, informiert:

Am 5.Juni bewilligte der Stiftungsrat der Stiftung Deutsche Klassenlotterie den Antrag des Amtes für Weiterbildung und Kultur des Bezirksamtes Mitte von Berlin über 150.000,00 Euro für die Realisierung eines Gedenk- und Lernorts am ehemaligen Güterbahnhof Moabit. Ohne diese Zusage wäre es nicht möglich gewesen, einen Kunstwettbewerb zur Gestaltung des Ortes auszuschreiben da die Finanzierung der Umsetzung des Ergebnisses vorab gesichert sein muss. Der Kunstwettbewerb wird noch in diesem Jahr ausgelobt, die Realisierung ist für 2016 vorgesehen.

Seit 1987 wurde über die Errichtung eines Gedenkorts am ehemaligen Standort des Güterbahnhofs Moabit diskutiert. Der Bahnhof lag auf Reichsbahngelände und konnte somit nicht vom ehemaligen Bezirk Tiergarten gestaltet werden. Als die Mauer fiel wurde das Gebiet nördlich der Quitzowstraße komplett umgestaltet, die Stimmen, die auf die Geschichte des Geländes hinwiesen, wurden übergangen.

Seit 2012 wurde erneut die Diskussion über die Gestaltung aufgenommen und noch bestehende Grundstückfragen gelöst. Mit der Senatskanzlei-Kulturelle Angelegenheiten wurde ein Verfahren abgesprochen und umgesetzt. Im März besuchte Staatssekretär Tim Renner den ehemaligen Deportationsbahnhof.

Bezirksstadträtin Sabine Weißler erklärt dazu:
„Ich bin sehr erleichtert. Jetzt ist es endlich möglich, dass der ehemaligen Güterbahnhof Moabit seine Geschichte durch künstlerische Mittel erzählt, eine Geschichte des Leidens und Mordens. Die Berliner Topographie der Vernichtung und Verschleppung wird um einen bedeutenden und aussagefähigen Ort ergänzt“.

Historische Gutachten belegen, dass vom Güterbahnhof Moabit, zwischen der heutigen Quitzowstraße und der Ellen-Epstein-Straße, die meisten Menschen aus Berlin in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt wurden; zwischen März 1942 und Januar 1944 waren es mehr als 32.000. Der Fachbereich Kunst und Kultur informiert auf seiner Internetseite über das langjährige Vorhaben am Standort des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit einen Gedenk- und Lernort einzurichten:
http://www.berlin.de/kunst-und-kultur-mitte/kunst-im-stadtraum/erinnerungskultur/

Kontakt:
Sabine Weißler
Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz
030/ 9018-33500

Weiter Informationen zum Verfahren
Fachbereich Kunst und Kultur
Geschäftsstelle Kunst im Stadtraum
Dr. Ute Müller-Tischler, 030 / 9018-33408
Judith Laub, 030 / 9018-33409