Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz - Eine Ausstellung in drei Teilen von Ceija Stojka

Pressemitteilung vom 18.06.2014

Die Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz, Sabine Weißler, informiert:

Galerie Nord, Berlin | Kunstverein Tiergarten und Galerie Schwartzsche Villa

Ceija Stojka (1933 – 2013)
Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz
Eine Ausstellung in drei Teilen

21. Juni – 26. Juli 2014: Galerie Nord, Berlin | Kunstverein Tiergarten
02. Juli – 31. August 2014: Galerie Schwartzsche Villa, Kulturamt Steglitz-Zehlendorf, Berlin
13. Juli – 12. September 2014: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Fürstenberg/Havel

Pressevorbesichtigungen

Freitag, 20. Juni 2014, 11 Uhr : Galerie Nord, Berlin | Kunstverein Tiergarten, Turmstraße 75 , 10551 Berlin

Dienstag, 01. Juli 2014, 11 Uhr : Galerie Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin

Ausstellungseröffnungen
Freitag, 20. Juni 2014, 19 Uhr : in der Galerie Nord, Berlin | Kunstverein Tiergarten, Turmstraße 75 , 10551 Berlin

Zur Eröffnung sprechen Dr. Ralf Hartmann (Kunstverein Tiergarten), Dr. Christian Hanke (Bezirks¬bürgermeister Berlin-Mitte) und Matthias Reichelt (Kurator).

Dienstag, 01. Juli 2014, 19 Uhr : Galerie Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin

Ausstellungen
Mit „Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz“ hat die 1933 in der Steiermark in
Österreich geborene und im Januar 2013 in Wien gestorbene Romni Ceija Stojka ein
eindrucksvolles künstlerisches Narrativ über die Verfolgung und den Genozid an den Roma und Sinti in der NS-Zeit geschaffen. Ceija Stojka, Angehörige der Lovara (von ungarisch Lo = Pferd, Pferdehändler) – einer zu den Roma gehörigen und in Österreich ansässigen Volksgruppe – wurde als Zehnjährige mit einem großen Teil ihrer Familie nach Auschwitz deportiert, während ihr Vater bereits zuvor in der „Euthanasie“-Anstalt Hartheim vergast worden war. Ceija Stojka hat nicht nur das
Vernichtungslager Auschwitz, sondern auch die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-
Belsen überlebt, aus dem sie am 15. April 1945 von der Britischen Armee befreit wurde.
Zusammen mit ihrem Bruder Karl Stojka war sie die erste, die in den 1980er-Jahren in Österreich das Schweigen der Opfer durchbrach und fortan offen als Romni und Künstlerin auftrat, über ihr Schicksal in Veranstaltungen berichtete und es bildnerisch, literarisch sowie musikalisch verarbeitete. Neben Ceija und Karl Stojka erlangten aus der nachfolgenden Generation die virtuosen Gitarristen Harri Stojka und Karl Ratzer weltweiten Ruhm.

Ende der 1980er-Jahre begann Ceija Stojka autodidaktisch mit dem Zeichnen und Malen. Ihre Werke erregten international große Aufmerksamkeit und wurden in vielen europäischen Ländern sowie in Japan und den USA ausgestellt. Der schätzungsweise 180 Blätter umfassende und im Laufe mehrerer Jahre entstandene Zyklus von Tuschezeichnungen und Gouachen „Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz“ wird in der von Lith Bahlmann und Matthias Reichelt für den Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord konzipierten Ausstellung so vollständig wie noch nie zuvor gezeigt und in einer begleitenden Publikation
veröffentlicht. In einer parallelen Ausstellung in der Galerie Schwartzsche Villa wird eine Auswahl von Ceija Stojkas Gemälden zu sehen sein. Sie repräsentieren einen weiteren Teil von Stojkas Werk, der im Kontrast zu den überwiegend auf Schwarz und Weiß reduzierten Tuschezeichnungen und Gouachen die Verfolgung und den Terror in bunten Farben schildert.

Im Rahmen der Ausstellungen finden begleitende Filmabende sowie eine Busfahrt unter Leitung der Historikerin Barbara Danckwortt in die Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück statt. Die Gedenkstätte präsentiert dort anlässlich der beiden Berliner Ausstellungen die in ihrer Sammlung befindlichen Werke Ceija Stojkas in einer Sonderausstellung, die am Tag der Exkursion eröffnet wird.

Es erscheint eine Publikation im Verlag für Moderne Kunst Nürnberg.

Begleitprogramm
21. Juni 2014, 17 Uhr: Filmvorführung „Ceija Stojka – Portrait einer Romni / Unter Brettern Hellgrünes
Gras” mit Dr. Karin Berger und Nuna und Hojda Stojka (Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord)

12. Juli 2014, 9 – 19 Uhr: Bustour zur Gedenkstätte Ravensbrück zur Eröffnung der
Sonderausstellung mit Führung und Vortrag von Barbara Danckwortt (Historikerin).
Anmeldung erbeten bis zum 10.07.2014 unter lithbahlmann@gmx.de
Kostenbeitrag: 10 Euro, ermäßigt: 6 Euro

31. August 2014, 17 Uhr: Filmvorführung „Ceija Stojka – Portrait einer Romni / Unter Brettern Hellgrünes Gras“ mit Dr. Karin Berger (Galerie Schwartzsche Villa)

Ausstellungsorte

Galerie Nord, Berlin | Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75 EG, 10551 Berlin
21. Juni 2014 – 26. Juli 2014
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag, 13 – 19 Uhr, Eintritt frei
www.kunstverein-tiergarten.de

Galerie Schwartzsche Villa, Kulturamt Steglitz-Zehlendorf
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
02. Juli 2014 – 31. August 2014
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 10 – 18 Uhr, Eintritt frei
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/Havel
13. Juli 2014 – 12. September 2014 Eröffnung: 12. Juli 2014, 14 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 9 – 18 Uhr (Gelände: bis 20 Uhr), Eintritt frei
www.ravensbrueck.de

Förderung
Beide Berliner Ausstellungen und die Publikation entstehen dank der Förderung durch den
Hauptstadtkulturfonds, das Bundeskanzleramt: Österreich, der Hamburger Stiftung zur
Förderung von Wissenschaft und Kultur ; Navigatorfilm Wien und der Dr. Hansche
Stiftung sowie dem kulturradio vom rbb

In der Galerie Nord, Berlin | Kunstverein Tiergarten ist der Aufenthalt für Rollstuhlnutzer/innen mit Hilfe möglich. Ein Behinderten-WC ist vorhanden.

Kontakt für das Gesamtprojekt:
E-Mail: Denhart v. Harling . segeband.pr . dh@segeband.de , Tel.: 49 179 4963497

Medienkontakt
Bezirksamt Mitte, Fachbereich Kunst und Kultur, Bernd Mannhardt, Tel.: (030) 9018-37461