Kältehilfe in Mitte wird ausgeweitet

Pressemitteilung vom 22.12.2010

Senat muss zu seinen Finanzierungszusagen stehen

Die Kältehilfe in Mitte wird abermals ausgeweitet.

Bereits in diesem Monat stehen in der Wohnungslosentagesstätte „Warmer Otto“ der Stadtmission in der Wittstocker Str. 7 (Ecke Rostocker Straße), 10553 Berlin (Moabit) zusätzlich bis zu 35 Plätze zur Verfügung, in denen obdachlose Menschen übernachten können. (Ab dem 1. Januar 2011 werden diese evtl. in eine ehemalige Kita in die Wiclefstraße verlagert, da die Voraussetzungen für einen „Dauer-Nachtbetrieb“ in der Rostocker Straße ungünstig sind.)

Weiterhin werden ab dem 1. Januar 2011 durch die Gesellschaft zur Betreuung Wohnungsloser und sozial Schwacher (GeBeWo) weitere 35 Notübernachtungsplätze in der Nazarethkirchstraße am Leopoldplatz angeboten.

Der Bezirk Mitte hat – gemeinsam mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg – schnell und unbürokratisch auf die schwierige Witterungsbedingung reagiert und den Wunsch des Senates nach zusätzlichen Notübernachtungsmöglichkeiten umgesetzt. Damit nimmt der Bezirk Mitte in besonderer Weise seine gesamtstädtische Verantwortung wahr. Rund die Hälfte der in Berlin vorhandenen Notübernachtungsplätze liegen im Bezirk Mitte.

Der Senat hat zugesagt, die Kosten zusätzlicher Notübernachtungsplätze zu finanzieren. In einem unerfreulichen bürokratischen Hickhack hat die Senatsverwaltung für Finanzen diese Kostenübernahme aber inzwischen eingeschränkt: Die Refinanzierung der zusätzlichen Kosten soll abhängig von der jeweiligen Auslastung der neuen Übernachtungsmöglichkeiten sein und nur in Höhe eines Durchschnittspreises erfolgen – unabhängig, wie viel qualifiziertes Personal in der jeweiligen Notübernachtung notwendig ist. Die Senatsverwaltung für Soziales schaut diesem unwürdigen und finanziell fragwürdigen Kostengefeilsche – voraussichtliche Gesamtkosten für die zusätzlichen Notübernachtungen in Berlin: rund 100.000 Euro – teilnahmslos zu. Die (Nacht-)Versorgung von obdachlosen Menschen ist aber eine gesamtstädtische Aufgabe, die nicht zu Lasten der bezirklichen Haushalte gehen darf.

Grundsätzlich gilt für alle obdachlosen Menschen: Im Rahmen der sozialen Wohnhilfe sind ausreichend Möglichkeiten vorhanden, obdachlosen Menschen sofort eine „normale“ Wohnmöglichkeit zu verschaffen und nicht mehr unter den frostigen Temperaturen leiden zu lassen. Wir freuen uns über jeden obdachlosen Menschen, der den Schritt zum Sozialamt zu gehen bereit ist.

Ansprechpartner:
Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste
Stephan von Dassel

Telefon: 9018-42660

stephan.vondassel@ba-mitte.verwalt-berlin.de: