Gemeinsam gegen Auswüchse des Straßenstrichs – Bezirksbürgermeister fordert mehr Einbeziehung der Anwohnerinnen und Anwohner

Pressemitteilung vom 26.11.2009

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Dr. Christian Hanke, informiert:

Der 25. November ist der jährliche internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Das ist ein guter Anlass, sich an dem Sonderpräventionsrat des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg an diesem Tag zu beteiligen.
Anhaltende Proteste von Anwohnern und Anrainern der Kurfürstenstraße unterstützen den Bezirk in seinen Bemühungen, eine einvernehmliche Lösung für das Quartier um die Kurfürstenstraße zu erarbeiten.

Seit Jahren engagiert sich das Bezirksamt Mitte gemeinsam mit den beiden Quartiersmanagementgebieten Tiergarten Süd und Schöneberger Norden für dieses Wohngebiet.
Die sozialen Beratungsstellen vor Ort erhalten zusätzliche Mittel, um die muttersprachliche Beratung und soziale Betreuung auch der osteuropäischen Frauen durchzuführen. Dieses muttersprachliche Angebot ist auch in den nächsten Jahren gesichert.
Die osteuropäischen Prostituierten werden über ihre Rechte und Grenzen informiert, erhalten gesundheitliche Aufklärung, bekommen kostenlos Kondome und erhalten eine medizinische Versorgung.
Die niederschwelligen Arbeit der Beratungsstellen mit den Prostituierten ist ausgesprochen erfolgreich.
Den Frauen – und hier vor allem den osteuropäischen Frauen – kann so vor Ort vermittelt werden, dass ein Freieranwerben, wie es in Sperrgebieten üblich ist, hier unerwünscht ist. Auch die Frauen selbst sind sehr an einem friedlichen Nebeneinander interessiert.

Die Einrichtung eines Sperrgebietes oder einer Sperrzeit halten wir für den falschen Weg.
Aus dem Erfahrungen anderer Städte wissen wir, dass Sperrgebiete, z.B. in schlecht zu kontrollierende Industriebrachen, zu einem massiven Anstieg von rotlichtbedingter Kriminalität führen. Die Frauen sind kriminellen Machenschaften relativ hilflos ausgesetzt. Zudem stellen Sperrgebiete eine große Gefährdung für diese Frauen dar.
Eine Überwachung ist sehr personalintensiv und somit auch keine Lösung für das Land Berlin.

Viele der Frauen prostituieren sich aus wirtschaftlicher Not, einige kommen dazu extra aus dem Ausland, weil sie hier vergebens auf einen guten Verdienst hofften. Die Realität sieht anders aus.

Alle Verwaltungsebenen, Bezirke, Hauptverwaltungen und Polizei, stehen in einem engen Kontakt miteinander, alle sozialen Einrichtungen sind in die Kommunikation einbezogen. Auch mit den Anwohnern und Anrainern wird kontinuierlich der Kontakt gesucht. Gemeinsam mit dem Quartiersmanagement wurden regelmäßig Bürgersprechstunden durchgeführt. Ich selbst führte viele Gespräche zu den Sorgen der Menschen.

Mein Ziel ist der sozialverträgliche Umgang aller Betroffenen. Ich fordere deswegen auf, weiterhin im Gespräch zu bleiben, um einvernehmliche, bürgernahe Lösungen im Interesse aller Beteiligten zu finden. Dazu sind die Gespräche mit allen ein unverzichtbares Mittel.

Medienkontakt :
Bezirksamt Mitte, Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Drobick, Telefon 9018 32048