Die Luisenstadt - Wiedergewinnung eines Stadtteils - 1. Bürgerabend zur städtebaulichen Rahmenplanung

Pressemitteilung vom 14.10.2009

Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe, informiert:

Die Bezirksämter Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg laden alle Bewohnerinnen und Bewohner, Grundstückseigentümer, Gewerbetreibenden und alle an der Entwicklung der Luisenstadt Interessierten zur Vorstellung des Planungsstandes ein.

Der Bürgerabend findet statt
am Dienstag, den 20.Oktober 2009, von 18.00 bis 20.00 Uhr
in der St. Michael-Kirche in der Waldemarstraße 8-10
in 10999 Berlin-Kreuzberg

Wichtige Fragestellungen sind: Was ist notwendig, um vorhandene Qualitäten zu stärken? Wie kann das Zusammenwachsen der Luisenstadt gefördert werden? Alle Gäste sind eingeladen, ihre Anregungen und Ideen hierzu einzubringen.
Die Vorstellung der ersten Planungsüberlegungen und die Moderation des Abends erfolgt durch das beauftragte Büro Herwarth Holz, Planung und Architektur.
Die Luisenstadt soll als stadtentwicklungspolitisch wichtiger Bereich an der ehemaligen Grenze zwischen Mitte und Kreuzberg in den nächsten Jahren städtebaulich verbessert werden. Es geht darum, den Stadtgrundriss wiederherzustellen und die historische Stadtstruktur für die Bürgerinnen und Bürger wieder erlebbar zu machen, die Wohnnutzung auszubauen und zu qualifizieren, die öffentlichen Freiflächen und die Verkehrssituation zu verbessern sowie die Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen zu fördern.

Deshalb erarbeitet das Bezirksamt Mitte in Kooperation mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine städtebauliche Rahmenplanung. In den letzten Jahren wurden bereits wichtige Entwicklungen angestoßen. Die Luisenstadt ist wegen ihrer besonderen Bedeutung und des erforderlichen Handlungsbedarfs ein Schwerpunkt der sozialen und integrierten Stadtteilentwicklung Berlins. Für die Stabilisierung und Entwicklung kommen in mehreren Bereichen der Luisenstadt Instrumente der Städtebauförderung zum Einsatz, wie das Quartiersmanagement, der Stadtumbau West und der Städtebaulichen Denkmalschutz. Die Luisenstadt ist weiterhin durch fünf städtebauliche Erhaltungsverordnungen in großem Umfang geschützt.

Wie in kaum einem anderen Stadtteil Berlins spiegeln sich in der Luisenstadt die unterschiedlichen Phasen Berliner Stadtentwicklungsgeschichte wider. Der kleinere und ältere Teil der Luisenstadt liegt in Mitte, der weitaus größere Teil im ehemaligen Bezirk Kreuzberg. Durch Kriegszerstörung und Mauerbau sind wesentliche Bereiche der historischen Luisenstadt verschwunden. Teile der Grenzstreifen sind heute noch als innerstädtische Brachen sichtbar. Besonders stadtbildprägend sind die rekonstruierten Anlagen des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals mit Engelbecken, die weithin sichtbaren Kirchen St. Michael und St. Thomas, das Bethanien und die repräsentativen Platzfolgen. Die Luisenstadt hat gute Voraussetzungen und ein beträchtliches Kapital für ein innerstädtisches Quartier mit hoher Anziehungskraft.
Ob es gelingt, einen attraktiven und lebenswerten Stadtteil für alle Bewohnerinnen und Bewohner, Beschäftigten sowie Besucherinnen und Besucher zu entwickeln, hängt auch von der Mitwirkungsbereitschaft der Partner vor Ort ab.
Die Rahmenplanung ist die Grundlage, flexibel auf neue Entwicklungen und Anforderungen an Gebäude, Freiräume und Nutzungen im Stadtviertel reagieren zu können. In einer ganzheitlichen Betrachtungsweise werden Aspekte der Bevölkerungs- und Wohnungsentwicklung, der Situation der sozialen Einrichtungen, der Grün- und Verkehrsflächen und der Wirtschaft zusammengeführt.

Hintergrund
Das ca. 210 ha große Planungsgebiet mit rund 20.500 Einwohnern wird im Norden von der Spree, im Westen von der Lindenstraße und Axel-Springer-Straße, im Süden von der Ritterstraße begrenzt. Der ehemalige Luisenstädtische Kanal mit dem Denkmalbereich Bethanien sowie das Gartendenkmal Mariannenplatz begrenzen den Planungsraum nach Osten. Die in großen Teilen vorhandenen aufgelockerten, fast reinen Wohngebiete der Nachkriegszeit, wie die Großsiedlung Heinrich-Heine-Viertel, und umfangreiche, seit Jahren brachliegende Flächen lassen die geschäftige, innerstädtische Dynamik der Luisenstadt vor den Kriegszerstörungen nur erahnen. In den gründerzeitlichen Teilen der Luisenstadt sind teilweise noch sehr kleinteilige Nutzungsmischungen vorzufinden. Ein Gewerbe- und Kerngebietsband zieht sich von der Spree bis zur südlichen Friedrichstadt.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Bezirksamt Mitte von Berlin
Kristina Laduch
Tel.: 9018- 4 5846, Fax: 9018- 4 5776
E-Mail: kristina.laduch@ba-mitte.verwalt-berlin.de

Herwarth Holz
Carl Herwarth von Bittenfeld / Thomas Fenske
Schlesische Straße 27, 13341 Berlin
Tel.: 61 654 78 – 0, Fax: 61 654 78 – 28
E-Mail: carl.herwarth@herwarth-holz.de thomas.fenske@herwarth-holz.de