PARK AM NORDBAHNHOF ERÖFFNET

Pressemitteilung vom 13.05.2009

Mit dem Park am Nordbahnhof wurde heute an historisch herausragender Stelle eine Grünanlage eröffnet, die in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist. Gemeinsam weihten Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, Bezirksstadtrat Ephraim Gothe und Lothar Legler, Sprecher des Regionalbereiches Ost der DB ProjektBau GmbH den neuen Park ein.

Senatorin Junge-Reyer: „Der „Park am Nordbahnhof“ gibt Gelegenheit, Berlins Stadtnatur wieder einmal anders zu erleben. In seinem Ursprung ist dieser neue Park ein ehemaliger Bahnhof, aber auch ehemaliger Grenzstreifen und damit Bestandteil des Mauergedenkkonzeptes – was mannigfaltig zu erleben ist. Gleichzeitig ist er viel mehr. Er ist ein Naturrefugium, das die Grenzen überwindet. Alles in allem ein typischer Park für Berlin, für alle Berlinerinnen und Berliner.“

Das Gelände der neuen Grünanlage – direkt am S-Bahnhof und in Nachbarschaft eines wichtigen Verwaltungsstandortes der Deutschen Bahn gelegen, blickt auf eine lange Geschichte zurück, die an vielen Stellen im Park spürbar ist. Der Stettiner Bahnhof ging im Jahre 1842 in Betrieb. Reste der Bahnanlagen des Bahnhofs sind vielerorts zu entdecken. Eine Besonderheit bildet dabei der Stettiner Tunnel, der ehemals die Gartenstraße mit der Schwarzkopfstraße verband. Das wesentliche Vermächtnis des Stettiner Bahnhofs ist jedoch die Höhenlage des Areals – drei Meter über Straßenniveau. Zusätzlich finden sich Relikte der Bahnnutzung wie Gleise und Weichen, Pflasterflächen und Rampen.

Die zweite historische Schicht ist die ehemalige Grenzanlage, die einst das ganze Areal beanspruchte. Ein Teil der Grenzbefestigung ist die Gartenstraßenmauer – eine Bahnhofsmauer aus Ziegelsteinen, die im Zuge der Parkgestaltung denkmalgerecht saniert wird sowie die ca. 400 Meter lange Hinterlandmauer. Diesen Umständen hat das Areal zu verdanken, dass es ein wichtiger Bestandteil des Mauergedenkkonzeptes ist.

Seit dem Fall der Mauer lag das Gelände bis zum Jahr 2003 im Dornröschenschlaf. Nach anfänglichem Zögern entwickelte sich auf dem ehemaligen „Todesstreifen“ eine üppige Vegetation. Dem neuen Park – geplant vom Berliner Landschaftsarchitekturbüro FUGMANN JANOTTA – liegt das Leitbild „der großen Wiese am Nordbahnhof“ zugrunde. Die offene gehölzfreie Fläche mit steppenartigen hohen Gräsern im Sommer verleiht dem Park seine einzigartige Atmosphäre. In dieses „Meer“ aus Gräsern wurden „Inseln“ eingelassen, die über Stege von den umgebenden Hauptwegen zu erreichen sind. Dort gibt es Spiel- und Sportangebote, Plätze zum Sonnen, Lesen und Träumen. Schatten spenden hier lichte Bäume, die locker über die Rasenflächen verteilt sind.

Der naturnah-urbane Park in zentraler Lage der Berliner Innenstadt zeichnet sich aber nicht nur durch Offenheit und Weite aus. Der circa 20 bis 30 Meter breite Gehölzstreifen entlang der Gartenstraße bildet gegenüber den weitgehend offenen Wiesen einen schattigen, beschaulichen Bereich. Eine Schneise, die vom ehemaligen Mauerverlauf herrührt, wurde frei gehalten und für die Anlage des „Mauerweges“ genutzt. Hier gibt es zudem in zwei freigelegten Tunneln schmale Eingänge in den Park und ein „archäologisches Fenster“, das einen Blick auf die ehemaligen unterirdischen Grenzbefestigungen frei gibt.

Die erhöhte Lage lässt Lärm und Hektik der Stadt weit entfernt erscheinen. Die Blickbeziehungen auf die Innenstadt mit Fernsehturm, Jüdischer Synagoge und Berliner Dom machen jedoch jederzeit die zentrale Lage in der Stadt deutlich.Die Gesamtkosten des neuen Parks belaufen sich bisher auf ca. 1,6 Mio. €. Die Mittel wurden überwiegend aus Ausgleichs- und Ersatzmitteln für vorgenommene Eingriffe in Natur und Landschaft aus fünfzehn verschiedenen Bauvorhaben finanziert. Der Anteil der Deutschen Bahn betrug dabei gut 65% der Gesamtkosten. Die restlichen Mittel kamen aus Vorhaben des Landes Berlins und anderer Investoren. Ergänzend standen Investitionsmittel des Bezirkes Mitte in Höhe von ca. 40 T € für den Bau eines Streetballplatzes und für Spielgeräte zur Verfügung.

Die lange Bauzeit von gut fünf Jahren resultiert aus der außergewöhnlichen Finanzierung: die Maßnahmen konnten zeitlich und inhaltlich nicht zusammenhängend durchgeführt werden.

Die Sanierung der Mauer an der Gartenstraße ist eine eigenständige Maßnahme und wird aus dem Denkmaltitel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung finanziert.

Die Gesamtkosten betragen ca. 1,1 Mio. €. Die Fertigstellung ist für 2011 geplant.