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Opfer der Fabrik-Aktion – Gedenken am 28. Februar

Pressemitteilung vom 06.02.2008

Am Donnerstag, 28. Februar 2008 um 14.00 Uhr
findet eine Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag der Fabrikaktion
am Gedenkstein in der Großen Hamburger Straße statt.

Um 14.00 Uhr wird am Gedenkstein in der Großen Hamburger Straße eine Gedenkstunde abgehalten. Die Gebete sprechen Rabbiner Ehrenberg und Kantor Sheffer.

Anschließend sprechen am Denkmal in der Rosenstraße

Lala Süsskind , Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin,
Petra Pau , Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages (angefragt),
Dr. Mario Offenberg , Adass Jisroel Gemeinde,
Dr. Christian Hanke , Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte.

Die Gebete sprechen Rabbiner Ehrenberg und Kantor Sheffer , die musikalische Umrahmung wird von Schülern der Jüdischen Oberschule gestaltet.
Ende der Veranstaltung ca. 15.30 Uhr

Die Fabrikaktion am 27./28. Februar 1943 war von den Nazis als “Schlussaktion” gegen das Berliner Judentum gedacht. An diesen Tagen wurden weit über zehntausend jüdische Zwangsarbeiter/-innen, darunter viele Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr, aus den Fabriken geholt, aus ihren Wohnungen einbestellt und von der Straße weg verhaftet. Für alle, die nicht entkommen konnten, folgte der Weg in die Konzentrationslager. Unter den Gefangenen befanden sich rund 2.000 jüdische Partner aus sogenannten “Mischehen”, überwiegend Männer, und jugendliche Kinder aus diesen Ehen, in der Naziterminologie “Mischlinge”. Diese Menschen wurden größtenteils in ein Verwaltungsgebäude der ehemaligen Jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße gebracht und zu einem kleineren Teil in ein früheres jüdisches Altersheim in der Großen Hamburger Straße. Vor beiden Gebäuden gab es in den Tagen nach dem 27. Februar 1943 tage- und nächtelange Protestaktionen der nicht-jüdischen Ehepartner und Angehörigen. Sie forderten die Freilassung der Gefangenen. Die Angaben über die Zahl der Protestierenden schwanken stark zwischen einigen Hundert und über Tausend. Das NS-Regime gab unerwartet ihrem Druck nach, die Männer kamen frei. Zu gleicher Zeit, also in der ersten Märzwoche 1943, sind 7.000 Berliner Juden nach Auschwitz deportiert und dort größtenteils sofort umgebracht worden.

Für Rückfragen :
Jüdische Gemeinde zu Berlin
Dalit Mann, Telefon 880 28 253 (von 9-14 Uhr)