Gedenken an die Opfer des Volksaufstandes in der DDR vom 17. Juni 1953

Pressemitteilung vom 11.06.2007

Der Bezirksbürgermeister, Dr. Christian Hanke, und die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte informieren:

Am kommenden Sonntag jährt sich der Tag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 zum 54. Mal.

Auch in diesem Jahr werden Vertreterinnen und Vertreter der BVV Mitte
sowie des Bezirksamtes Mitte gemeinsam der Opfer des Volksaufstandes in der DDR gedenken

und

am Sonntag, 17. Juni 2007, um 15.30 Uhr
am Denkmal für die Opfer des 17. Juni 1953
auf dem Urnenfriedhof Seestraße 92-93A (Ortsteil Wedding)
einen Kranz niederlegen.

Im Juni 1953 ging es nicht nur um sozialen Protest. Der Aufstand war auch eine politische Bewegung mit dem klaren Ziel, Freiheit und Demokratie zu erreichen. Die Geschehnisse um den 17. Juni 1953 zählen zu den wenigen demokratischen Massenbewegungen der jüngeren deutschen Geschichte. Sie sind in die Geschichte eingegangen als ein Symbol für den Willen nach Freiheit und Einheit.

Hintergrundinformationen zum 17. Juni 1953:
Im Juni 1953 war im sowjetisch besetzten Sektor (SBZ) Deutschlands aufgrund der allgemeinen Lebens-, aber auch der Arbeitsbedingungen eine große Unzufriedenheit der Bevölkerung zu spüren. Insbesondere in Berlin herrschte ein gespanntes Klima. Infolgedessen kam es am 15. Juni zu ersten Arbeitsniederlegungen, da die SED-Regierung die Normen der zu erbringenden Arbeitsleistungen der Werktätigen erneut erhöht und damit den Unmut der Bevölkerung auf sich gezogen hatte.
Am 17. Juni 1953 brach dann der Volksaufstand in der DDR aus. Ziel der Demonstranten war neben sozialpolitischen Forderungen, die politischen Häftlinge zu befreien. Knapp 1400 Gefangene wurden aus Haftanstalten befreit, von denen allerdings über 1200 wieder eingesperrt wurden. Die Befreiten konnten in den Westteil Deutschlands flüchten. Am 17. Juni wurde durch die sowjetische Militäradministration der Ausnahmezustand in über 167 der 217 Land- und Stadtkreise in der DDR verhängt.
Am Volksaufstand vom 17. Juni 1953 waren über eine Million Menschen beteiligt. Trotzdem wurde er in wenigen Stunden durch die sowjetische Besatzungszone niedergeschlagen. Bei den Unruhen kamen mehr als 140 Menschen ums Leben.

Weitere Informationen:
Büro des Bezirksbürgermeisters
Ramona Zimmermann
Telefon: 9018 32759