Bezirk Mitte benennt Grünanlage zu Ehren von James Simon Feierstunde am 23. Mai 2007 um 9.30 Uhr

Pressemitteilung vom 16.05.2007

Die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Mitte von Berlin haben die derzeit neu gestaltete öffentliche Grün- und Erholungsanlage an der Burgstraße zwischen dem Stadtbahnviadukt und der Spree nach dem berühmten Kunstsammler James Simon benannt.
Diese öffentliche Grün- und Erholungsanlage befindet sich direkt gegenüber der Museumsinsel und damit ebenfalls in räumlicher Nähe des Ortes, wo ein Großteil der Schenkungen James Simons zu besichtigen sind.
Aus kulturhistorischer Sicht kann mit dieser Benennung der vielleicht bedeutendste Berliner Kunstmäzen in angemessener Weise geehrt werden. Das Bezirksamt bedankt sich ausdrücklich bei der Bezirksverordnetenversammlung Mitte, die Initiative des „Freundeskreises James Simon“ aufgegriffen zu haben.
Die Benennung durch das Bezirksamt Mitte erfolgt in Abstimmung mit dem Freundeskreis James Simon.

Zur feierlichen Namensgebung des James-Simon-Parks anlässlich des 75. Todestages des Berliner Kunstmäzens am Mittwoch, dem 23. Mai 2007, um 9.30 Uhrin der Grünanlage an der Burgstraßelädt Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke alle Interessierten und Medienvertreter/innen ein.

James Simon war ein Berliner Unternehmer, der die Kunst und Wissenschaft im aufstrebenden Berlin unterstützte und zu weltberühmtem Ansehen führte.Seine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Plastiken, Möbeln und Münzen des 15. bis 17. Jahrhunderts, seine Renaissancekollektion, stellte er dem heutigen Bode-Museum zur Verfügung. Seine zweite Sammlung, deren Schwerpunkt auf deutsche und niederländische Holzplastiken des Spätmittelalters lag und etwa 350 Stücke umfasste, schenkte er ebenfalls den Berliner Museen.James Simon unterstützte aber auch soziale Projekte. Er gründete zahlreiche Hilfs- und Wohltätigkeitsvereine, richtete Krankenhäuser ein und ließ an der Ostsee Ferienheime für Arbeiterkinder bauen.

Weitere Hintergrundinformationen:

James Simon:
geboren 17.09.1851 in Berlin, gestorben 23.05.1932 in BerlinJames Simon war ein Unternehmer im Berlin der Ära Wilhelm II., Förderer der Berliner Museen, Gesprächspartner von Kaiser Wilhelm II. sowie Gründer und Finanzier zahlreicher wohltätiger Einrichtungen. Mit seinem Namen dauerhaft verbunden ist die Porträtplastik der Nofretete, die er dem Ägyptischen Museum Berlin übereignete.
James Simon spendete für die Gründung der „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“ – den ungewöhnlich hohen Betrag von 100.000 Reichsmark.
Seine Villa in der Tiergartenstraße hatte er schon vorher zu einem Privatmuseum entwickelt. Simons Berater beim Aufbau einer qualitativ hochwertigen Sammlung war seit Mitte der 1880er Jahre Wilhelm von Bode.
Im Jahre 1900 nahm Simon das Projekt eines neuen Museums zum Anlass, den staatlichen Sammlungen seine Renaissancekollektion als Schenkung zu überlassen. 1904 wurde das Kaiser-Friedrich-Museum (das heutige Bodemuseum) eröffnet, für Bode seit Jahren ein zentrales Anliegen, vom Kaiser als preußisches Prestigeobjekt gefördert.
Simons Sammlung ergänzte eindrucksvoll die vorhandenen Bestände, sie wurde in einem eigenen „Kabinett Simon“ ausgestellt, und zwar in gemeinsamer Vielfalt, ganz ähnlich wie zuvor in seinem Privathaus. Auch Bode war sehr damit einverstanden, dass sich die verschiedenen Kunstkategorien zu einem stilgerechten und stimmungsvollen Gesamteindruck verbanden. Nach diesem Prinzip gestaltete er das ganze Museum.
Insgesamt soll James Simon etwa ein Drittel seiner jährlichen Einkünfte verschenkt haben. Mit dem überwiegenden Teil unterstützte er nicht Kunst oder Wissenschaft, sondern soziale Projekte. Diese Aktivitäten sind nur sehr lückenhaft dokumentiert, weil Simon keinen Wert darauf legte, dass sie bekannt wurden, sondern dies sogar nach Möglichkeit vermied.
James Simon wurde auf dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee in Berlin beigesetzt.

Auf Initiative des James-Simon-Freundeskreises wurde in Kooperation mit der Landesvertretung Baden-Württemberg am 16. Juni 2006 eine Gedenktafel an der Außenfassade der Landesvertretung feierlich enthüllt. Damit und nun auch mit der Benennung des James-Simon-Parks in der unmittelbaren Umgebung seines Wirkens erfährt die großartige Leistung von James Simon eine angemessene und dauerhafte Würdigung in Berlin. Bereits am 22. Mai 2006 war an der Stelle seines letzten Wohnhauses in der Berliner Bundesallee 23 eine Gedenktafel eingeweiht worden. Außerdem wird auf der Museumsinsel in Berlin zwischen Neuem Museum und Kupfergraben nach dem Entwurf von David Chipperfield (London/Berlin) die James-Simon-Galerie als neues zentrales Besucherzentrum geplant.

Weitere Informationen:
zur Benennung der Grünanlage nach James Simon:
Straßen- und Grünflächenamt
Harald Büttner, Telefon: 9018 22822
Kommission Straßenbenennungen:
Volker Hobrack, Telefon: (0172) 3267852

Zur Veranstaltung am 23.05.07 (Programm und Ablauf):
Büro des Bezirksbürgermeisters
Ramona Zimmermann
Telefon: 9018 32759