Drucksache - 2590/V  

 
 
Betreff: "Masterplan Bildung" - Gemeinsam für bessere Bildung in Marzahn NordWest (BA-Vorlage Nr. 1805/II)
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:BzStRin JugFamBzStRin JugFam
Verfasser:1. Dr. Schmidt, Manuela
2. Köhnke, Marlitt
 
Drucksache-Art:Vorlage zur KenntnisnahmeVorlage zur Kenntnisnahme
   Beteiligt:BzStRin BildKultSport
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Anhörung
31.08.2006 
59. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf mit Abschlussbericht zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlagen:
1. Vorlage zur Kenntnisnahme PDF-Dokument

Die Vorlage mit den Dateikurzbezeichnungen "vzb1805/II", liegt elektronisch nicht vollständig vor

Die Vorlage mit den Dateikurzbezeichnungen "vzb1805/II", liegt elektronisch nicht vollständig vor.

 

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin                                                                 22.08.2006

 

Vorlage zur Kenntnisnahme

 

für die Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am      

 

1. Gegenstand der Vorlage:     " Masterplan Bildung "- Gemeinsam für bessere Bildung in Marzahn NordWest

 

2. Die BVV wird um Kenntnisnahme gebeten:

 

Der “Masterplan Bildung” beschreibt die Handlungsleitlinien und Empfehlungen für lokale Bildungsstrategien in Marzahn NordWest als verbindliche Grundlage für alle Akteure.

Erste Etappe auf dem Weg zum “Masterplan Bildung” war zum einen die Fachtagung “Bildungsallianzen im Stadtteil” der Fachkräfte und Eltern am 1. März 2006 im Jugendclub Mehrweg. Hier wurde in Arbeitsgruppen aktiv darüber nachgedacht, welche Schwerpunkte, Inhalte und konkrete Projektideen den “Masterplan Bildung” ausmachen können. Erste Projektschritte wurden definiert und gemeinsame Verabredungen getroffen.

 

Weiterer wichtiger Schritt ist die gegenseitige Information darüber, was es an Angeboten im Stadtteil bzw. in der Stadt alles an vielfältigen Bildungsangeboten gibt und der Austausch der Akteure und Fachleute – dazu diente der “Tag der Bildung am 31. März in der Selma-Lagerlöf-Grundschule.

 

Neben den Impulsen dieser beiden Veranstaltungen ist die kontinuierliche Ausweitung der inhaltlichen und organisatorischen Zusammenarbeit aller Bildungsakteure im Stadtteil ein Hauptziel des Masterplans. Als Ziel und Ergebnis sollen Wertschätzung und Bildungschancen für alle im Stadtteil lebenden Menschen verbessert werden und dies ein Leben lang!

 

Der “Masterplan Bildung” definiert Schritte auf dem Weg dahin – umsetzen können diese aber nur alle Akteure gemeinsam und in Kooperation. Aus diesem Grund wird der “Masterplan Bildung” von den politischen Akteuren (Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie Bildung, Jugend und Sport, Bezirksamt Abt. Jugend und Familie sowie Bildung, Kultur und Sport) und den lokalen Partnern durch das Unterzeichnen als verbindlich akzeptiert!

 

Der "Masterplan Bildung" - Gemeinsam für bessere Bildung in Marzahn NordWest ist als Anlage beigefügt.

 

 

Dr. Klett                                            Dr. Manuela Schmidt                 Marlitt Köhnke

Bezirksbürgermeister                      Bezirksstadträtin für                   Bezirksstadträtin für                                   Jugend und Familie                      Bildung, Kultur und Sport

 

 

Anlage

 


 

 

 

 

 

-Überarbeitete Fassung – Stand 7.8.06-

 

 

 

“Masterplan Bildung” –

Gemeinsam für bessere Bildung

in Marzahn NordWest                           

 

 

 


Gliederung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

0.        “Masterplan Bildung” – was bedeutet das?                                                    S. 3

 

 

1.    Ausgangslage und Besonderheiten des Gebietes                                                     S. 4

 

 

2.    Erste Etappen auf dem Weg zur Bildungsallianz in Marzahn NordWest:                 S. 6

 

·       Fachtagung                                                                                                                 S. 6

·       Tag der Bildung                                                                                                           S. 6     

·       Steuerungsrunde                                                                                                        S. 7

 

 

3.      Handlungsleitlinien und –empfehlungen (kurz-, mittel- und langfristige Ziele)

für die Bildungsallianz in Marzahn NordWest:                                                            S. 9

 

·       Schnittstellen und Übergänge (auch zur außerschulischen Bildung) –

Öffnung der Einrichtungen                                                                                          S. 9

·       Sprachförderung und Sprachkompetenz                                                                   S. 11

·       Medienkompetenz                                                                                                       S. 12

·       Soziale Kompetenz, Werteerziehung, Stärkung der

Selbstwahrnehmung, Identität                                                                                    S. 13

·       Gesundheit und Bewegung                                                                                        S. 14

·       Stärkung von Eltern und Familien                                                                               S. 16

·       Bildungsmotivation und Individualisierung von Bildung –

Entwicklung von Bildungswerkzeugen bzw. Bildungsmodulen                                  S. 17

 

 

4.   Partner des “Masterplan Bildung”                                                                               S. 19

 

 

 

 

 

 


0. Masterplan Bildung – was bedeutet das?

 

 

 

 

 

 

 

Der “Masterplan Bildung” beschreibt die Handlungsleitlinien und Empfehlungen für lokale Bildungsstrategien in Marzahn NordWest als verbindliche Grundlage für alle Akteure.

 

Maßgebliches Erfolgskriterium dafür ist Kooperation – sind lokale Bildungsallianzen.

 

Ziel und Weg sind dabei die optimale Ausnutzung vorhandener Ressourcen; das heißt, diese sichtbar zu machen und zu benennen:

 

Ressourcen gibt es bei jedem und jeder Einzelnen von uns – bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und insbesondere in den Projekten und Einrichtungen vor Ort.

 

Daneben heißt es kleinteilige und Schnittstellen übergreifende Projekte zu initiieren, die zum Teil kurzfristig umgesetzt werden können – wie zum Beispiel eine Lesepatenschaft zwischen Oberschulen, Grundschulen und Kitas, teilweise langfristig – wie zum Beispiel das “Marzahner Zukunftsdiplom” - momentan in der ersten Durchführungsphase für die Altersgruppe von 6 bis 14 Jahren -, das als ein Bildungsinstrument eingesetzt werden kann und ermöglicht, sich für verschiedene Bildungsetappen zertifizieren und ehren zu lassen, oder aber langfristige Ziele verfolgen, wie die konkrete Verbesserung der Bildungschancen aller Menschen im Stadtteil.

 

Erste Etappe auf dem Weg zum “Masterplan Bildung” war zum einen die Fachtagung “Bildungsallianzen im Stadtteil” der Fachkräfte und Eltern am 1. März 2006 im Jugendclub Mehrweg. Hier wurde in Arbeitsgruppen aktiv darüber nachgedacht, welche Schwerpunkte, Inhalte und konkrete Projektideen den “Masterplan Bildung” ausmachen können. Erste Projektschritte wurden definiert und gemeinsame Verabredungen getroffen.

 

Weiterer wichtiger Schritt ist aber die gegenseitige Information darüber, was es an Angeboten im Stadtteil bzw. in der Stadt alles an vielfältigen Bildungsangeboten gibt und der Austausch der Akteure und Fachleute – dazu diente der “Tag der Bildung am 31. März in der Selma-Lagerlöf-Grundschule.

 

Neben den Impulsen dieser beiden Veranstaltungen ist aber die kontinuierliche Ausweitung der inhaltlichen und organisatorischen Zusammenarbeit aller Bildungsakteure im Stadtteil ein Hauptziel des Masterplans. Als Ziel und Ergebnis sollen Wertschätzung und Bildungschancen für alle im Stadtteil lebenden Menschen verbessert werden und dies ein Leben lang!

 

Der “Masterplan Bildung” definiert Schritte auf dem Weg dahin – umsetzen können diese aber nur alle Akteure gemeinsam und in Kooperation. Aus diesem Grund wird der “Masterplan Bildung” von den politischen Akteuren (Bezirksamt Abt. Jugend und Familie sowie Bildung und Kultur, Senatsverwaltungen für  Stadtentwicklung sowie Bildung, Jugend und Sport) und den lokalen Partnern durch das unterzeichnen als verbindlich akzeptiert!


1.      Ausgangslage und Besonderheiten des Gebietes

 

 

 

 

 

 

 

Marzahn NordWest ist ein “junges Gebiet” sowohl baulich als auch hinsichtlich der Bevölkerungsstruktur. Die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt mit 2,1 Personen über dem Berliner Durchschnitt. Fast jeder Dritte in diesem Gebiet ist Kind oder Jugendliche/r. Der Anteil an Alleinerziehenden ist die zweithöchste in Berlin. Hinzu kommt ein relativ geringes durchschnittliches Haushaltseinkommen.

 

Das Gebiet ist unter anderem geprägt durch einen hohen Anteil von Spätaussiedlern und Vietnamesen an der Gesamtbevölkerung. Soziale Probleme von Familien und damit häufig auch von Kindern und Jugendlichen stellen im Gebiet ein großes Handlungsfeld dar. Die monetäre Abhängigkeit vom Bezug staatlicher Transferleistungen ist besonders bei Kindern – soweit noch im elterlichen Haushalt lebend -  und Jugendlichen besonders groß.

 

Allerdings ist auch ein starker Zuwachs von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verzeichnen, die ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung wenig Chancen haben, in der hoch technisierten und qualifizierten Arbeitswelt eine Berufsausbildung zu erhalten bzw. eine Betätigung als Ungelernte zu finden. Dies deutet insbesondere auf eine längerfristige Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen hin. Zusätzlich ist auch zu beobachten, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit einem oder zwei arbeitslosen Elternteilen oftmals keine Strategien und Vorbilder für die Erlangung von Bildung oder Wegen in eine selbsttragende berufliche Situation vermittelt bekommen.

 

Die Mobilisierung von Energien zur Verbesserung der Bildungschancen aller Familien und ihren Kindern steht daher im Mittelpunkt der Handlungsleitlinien auf dem Weg zum “Masterplan Bildung”. Voraussetzung dafür ist die gemeinsame Erarbeitung der Handlungsschritte in diesem Masterplan mit allen im Gebiet maßgeblichen Akteuren und die Verstetigung des Themas Bildung im Alltag der Akteure und der Familien.

 

Durch die Umstrukturierung der gesamten Bildungslandschaft, die sich sowohl im Bereich der Kindertagesstätten als auch im Bereich der Schulen, der Nachmittagsbetreuung und auch der Kooperationen zwischen Schule und Einrichtungen aus der Jugendhilfe, dem Sport und dem weiteren Bildungsbereich erstreckt, sind alle Einrichtungen immer noch in einem Prozess der Neudefinition der Inhalte und Arbeitsbedingungen.

 

Da innerhalb dieses Prozesses Strukturen und Inhalte gleichzeitig reformiert werden müssen, stellt dies für alle Beteiligten (PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, Eltern, Ämter etc.) nicht nur eine Herausforderung, sondern auch vielfach eine Überforderung dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dadurch können leicht Chancen eines inhaltlichen Neubeginns auf der Strecke bleiben. Chancen einer intensiveren Nutzung bzw. Aktivierung und Verfestigung von Elternengagement und Netzwerkstrukturen können so leicht vertan werden.

 

Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund einer geringen Bildungsorientierung in einigen Bevölkerungsgruppen ungünstig. Vielmehr ist es wichtig das Thema Bildung maßgeblich und als Chance für alle Lebensbereiche in den Köpfen und im Handeln der Bildungsakteure und der Bewohnerinnen zu verankern und gemeinsam abgestimmte Schritte für eine verbesserte Ausgangssituation gehen. 

 

Die Kooperation zwischen Bildung und Jugendhilfe ist bereits in den vergangenen Jahren ein entscheidender Schwerpunkt der Vernetzungs- und Strategiebestrebung der Akteure im Stadtteil gewesen und sollte auch zukünftig als ein Mittelpunkt der Maßnahmen verankert werden. Zusätzlich sollte verstärkt auch der Partner Wirtschaft eingebunden werden.

 

Wichtig ist darüber hinaus die Erfahrungen aus der Arbeit der Bildungsakteure vor Ort (z.B. Sprachförderung, Elternaktivierung und Bildung, Modelle zur Gestaltung von Übergängen – Kita-Grundschule, Grundschule–Oberschule, Schule-Beruf u.a.) einzubinden. Im Rahmen der Fachtagung “Bildungsallianzen im Stadtteil” konnten diese ausgetauscht, praktisch unterfüttert und gemeinsam konkretisiert werden. Ebenfalls ist es wichtig mit überregional agierenden Bildungsakteuren zu kooperieren.

 

In den vergangenen Jahren konnten mithilfe der Quartiersagentur Marzahn Nord-West bereits zahlreiche Projekte und infrastrukturelle Verbesserungen in den Bereichen Bildung und Jugendhilfe aus den Mitteln der Sozialen Stadt angestoßen und finanziert werden. Ziel des “Masterplan Bildung” ist es darüber hinaus zukünftig alle Maßnahmen an den darin formulierten Leitlinien und Zielen zu orientieren und Projekte nur zielgerichtet und in verschiedenen Kooperationen auf dem Weg der Zielerreichung der schrittweisen Manifestierung von Bildungschancen im Stadtteil zu realisieren.

 

So soll die Bildungsdefinition auf den Zeitraum vom Lebensbeginn eines Kindes bis zum Lebensende des Menschen ausgeweitet werden und nicht nur auf den Ein- uns Austritt in eine staatlich verordnete Bildungseinrichtung beschränkt bleiben.

 


2.      Erste Etappen auf dem Weg zur Bildungsallianz in    

          Marzahn NordWest: 

 

 

 

 

 

 

Begonnen im Dezember 2005, konnte durch eine Abfolge aufeinander aufbauender Maßnahmen bzw. Veranstaltungen die Diskussion zum Thema Bildung konzentriert neu begonnen bzw. bewertet werden. Bestehende Netzwerkstrukturen wurden dabei ebenso berücksichtigt wie auch unter die Lupe genommen. Gleichzeitig konnten aber auch externe Impulse und Erfahrungen einbezogen werden, um den Blick für neue strukturelle und inhaltliche Überlegungen zu öffnen.

 

 

·       Fachtagung

 

Am 1. März 2006 fand im Jugendclub Mehrweg die Fachtagung “Bildungsallianzen im Stadtteil” statt. Zielgruppe waren die Multiplikatorinnen und Fachkräfte der Bildungsakteure aus Marzahn-Nord sowie Eltern. Eine große Beteiligung bestätigte die Wichtigkeit von gemeinsamen Qualifikationsveranstaltungen.

 

Neben den fachlich übergreifenden Impulsen aus den verschiedenen Schnittstellen bzw. Übergangsbereichen der Bildungseinrichtungen wie Kita, Schule aber auch dem Bereich der außerschulischen Bildung stand der Austausch in Arbeitsgruppen im Vordergrund. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen wurde bewusst inter-disziplinär gestaltet, damit auch Akteure in ein Gespräch einsteigen konnten, die nicht bereits in anderen Vernetzungsrunden miteinander im Gespräch sind.

 

Ziel der Arbeitsgruppen war es – neben dem Erfahrungsaustausch und der Kontaktaufnahme – erste Schwerpunktthemen für den “Masterplan Bildung” zu formulieren. Gleichzeitig konnten auch gemeinsame Projektideen und erste Verabredungen entwickelt und getroffen werden.

 

Zwei der für den “Masterplan Bildung” wichtigen Abteilungen des Bezirksamtes (Bildung und Jugend) konnten als Unterstützer für den Gesamtprozess gewonnen werden.

 

 

·       Tag der Bildung

 

Am 31. März 2006 hat der “Tag der Bildung” in der Selma-Lagerlöf-Grundschule stattgefunden. 50 lokale und 15 überregionale Bildungsträger haben sich an diesem Tag an Ständen oder auf der Bühne präsentiert. Die bunte Vielfalt konnte ein schönes Bild davon geben, wie zahlreich die Ressourcen und Potentiale in Marzahn NordWest sind. Neben den Grund- und Oberschulen und den Kindertagesstätten des Stadtteils präsentierten sich die Jugendeinrichtungen und zahlreiche Träger der Berufs- und Erwachsenenbildung. Weiterhin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

standen auch die Arbeitsagentur und die kulturellen Einrichtungen des Stadtteils für Informationen und Gespräche zur Verfügung. Ansatz des “Tages der Bildung” war es zum einen die Einrichtungen untereinander ins Gespräch zu bringen, sich gegenseitig die Angebote und Profile vorzustellen und eventuelle Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und zu manifestieren. Zum anderen wurde der Öffentlichkeit das breite Bildungsangebot in ihrem Stadtteil vorgestellt mit Informationsmaterialien, Gesprächen und zum Ausprobieren. Vielfältige interaktive Angebote und ein Bildungsquiz bereicherten den “Tag der Bildung”. Darüber hinaus wurde in einer Podiumsdiskussion mit politischen Vertretern der Senatsverwaltungen und der Bezirksverwaltungen die Gelegenheit gegeben die Ziele und Chancen von Bildungsallianzen im Stadtteil zu diskutieren und auszuloten.

 

Der “Tag der Bildung” wurde von den teilnehmenden Einrichtungen fast durchweg als positiv und erfolgreich bewertet. Problematisch war insbesondere der zur Verfügung stehende Ausstellungsraum, der durch die Vielzahl an Ausstellern sehr eingeschränkt vergeben werden musste. Durchweg wurde auch der Wunsch nach einer Fortführung der Veranstaltung in den kommenden Jahren formuliert.

 

Ein nicht abreißender Besucherstrom brachte viele interessierte Kinder, Jugendliche und Pädagoginnen auf den “Tag der Bildung”. Die Eltern und sonstigen Bewohner des Stadtteils aber auch zum Teil die Jugendlichen konnten durch die Bewerbung der Veranstaltung noch nicht genügend angesprochen werden. Auch unter diesem Aspekt ist eine Weiterführung der Veranstaltung sicherlich sinnvoll, da sich so die Möglichkeit ergibt die Veranstaltung durch persönliche Empfehlungen weiter zu tragen. Dem mangelnden Platzangebot könnte durch eine Verlagerung in die Sommermonate Rechnung getragen werde, da dann auch der Hofbereich der Selma-Lagerlöf-Grundschule mitgenutzt werden kann.

 

 

·       Steuerungsrunde

 

Die Steuerungsrunde (eingesetzt bis zur Erstellung des Masterplans) setzte sich aus Akteuren der unterschiedlichen Bildungsbereiche zusammen: neben der Quartiers Agentur Marzahn NordWest und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind aus der Bezirksverwaltung das Schulamt, der Bereich der Kitaberatung, die Migrationsbeauftragte und die Jugendhilfe vertreten. Weiterhin sind eine Grundschule und drei Träger der außerschulischen Bildung (Nachbarschaftshaus Kiek in, ABU gGmbH, Kinderring e.V.) ein Bewohnervertreter, ein Elternvertreter sowie eine externe Prozessmoderation vertreten durch K&K Kulturmanagement & Kommunikation teil der Steuerungsrunde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Steuerungsrunde wurde als begleitendes Entscheidungsgremium für den Gesamtprozess bis einschließlich der Formulierung des “Masterplans Bildung” installiert.

 

Zu wünschen und zu empfehlen ist es aber, das die Steuerungsrunde auch die Umsetzung des “Masterplan Bildung” begleitet und so für einen längeren Zeitraum als begleitende Instanz die Handlungsleitlinien und Empfehlungen bzw. Maßnahmen wieder und wieder überprüft und ggf. neu formuliert. Gleichzeitig sollte die Steuerungsrunde auch für Förderentscheidungen von zukünftigen Projekten für den Bereich Bildung konsultiert werden. Damit kann gesichert werden, dass die Förderentscheidungen Ziel gerichtet an die Empfehlungen des “Masterplans Bildung” angelehnt werden. Eine begleitende Prozessmoderation, die auch eine Wirkungs- und Qualitätskontrolle beinhaltet, ist darüber hinaus in diesem Prozess eine hilfreiche Unterstützung. Weiteres Aufgabenfeld der Steuerungsrunde könnte das Zertifizieren der teilnehmenden Einrichtungen im Rahmen des “Zukunftsdiploms” sein.

 


3.      Handlungsleitlinien und –empfehlungen

     (kurz-, mittel- und langfristige Ziele):

 

 

 

 

 

 

Die Handlungsleitlinien und –empfehlungen sind das Kernstück des “Masterplans Bildung”. Sie definieren die Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bildungsallianz im Stadtteil. Wichtig ist es daher, die formulierten Ziele als Prozess zu betrachten und diese daher in regelmäßigen Abständen in einem Diskussionsprozess (zum Beispiel in Form von Fachtagungen oder Werkstattgesprächen) zu überprüfen und den tatsächlichen Erfordernissen anzupassen. Hieraus ergibt sich auch die Möglichkeit einen Zeitplan zu formulieren, der sowohl in die lokalen politischen Entscheidungen wie auch in Förderentscheidungen des Bürgerbeirates bzw. der Quartiers Agentur einbezogen wird. Ebenfalls ist es wichtig, immer zu eruieren, welche Maßnahmen aus den vorhandenen Ressourcen heraus realisiert werden können und welche einer zusätzlichen Ausstattung bzw. Finanzierung bedürfen.

 

Viele der formulierten Ziele sind mehreren Überthemen zuzuordnen, finden sich aber in dem Bereich, der inhaltlich am dominantesten ist – auch hier zeigt sich die enge Verzahnung der Bildungsbereiche inhaltlicher und struktureller Art. Hierzu ist ebenfalls anzumerken, dass eine wichtige Zielstellung des “Masterplans Bildung” ist, ein übergeordnetes Bildungsinstrument zu installieren. Ein bereits gefördertes und begonnenes Projekt ist das “Marzahner Zukunftsdiplom” (siehe auch Bildungswerkzeuge bzw. Bildungsmodule). Bei erfolgreicher Durchführung der ersten Phase für 6 bis 14-jährige Kinder in diesem Jahr, kann über eine längerfristige Installation dieses Instrumentes und die Erarbeitung der langfristigen inhaltlichen Schwerpunkte diskutiert werden. Viele langfristigen Ziele können potentiell als Schwerpunkte des “Marzahner Zukunftsdiplom” aufgenommen werden. Eine explizite Zuordnung findet daher in den Empfehlungen nicht statt.

 

Besonders hervorzuheben ist, dass die oftmals verlorene Wertschätzung von und gegenüber dem einzelnen Menschen in seiner individuellen Lebenssituation ein wichtiger Bestandteil aller formulierten Handlungsleitlinien und – empfehlungen ist und daher wichtigstes Grundprinzip ist. Ebenfalls übergeordnet steht als Ziel die Chancengleichheit für alle im Stadtteil lebenden Menschen egal welchen Alters, welcher Nationalität und welcher Hautfarbe. Hierauf sollen alle Maßnahmen zielen und alle Beteiligten sich auf dieses Grundprinzip  festlegen und in ihrem Handeln besinnen.

 

Zur Ergänzung der formulierten Ziele finden sich im Anhang die Protokolle der Arbeitsgruppen im Rahmen der Fachtagung am 1. März 2006, in denen teilweise bereits konkrete Verabredungen mit Zuständigkeiten formuliert wurden.

 

 

·      Schnittstellen und Übergänge (auch zur außerschulischen Bildung) – Öffnung der Einrichtungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnittstellen und Übergänge bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit. Übergänge betreffen in der Regel den Wechsel von einer Bildungsinstitution zur anderen (Kita -Grundschule,  Grundschule – Oberschule, Oberschule – Beruf, Austritt aus dem aktiven Erwerbsleben) aber auch die Vernetzung der Bildungsinstitutionen mit außerschulischen Einrichtungen wie Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Projekte zur Berufsbildung, kulturelle Einrichtungen und viele andere mehr. Punktuell findet eine Kooperation verschiedener Bereiche bereits statt und es kann auf eine gute Logistik von diversen Vernetzungsrunden zugegriffen werden. Dennoch liegen gerade in dem Bereich der Schnittstellen- und Übergangsübergreifenden Zusammenarbeit besonders viele Potentiale und Ressourcen ungenutzt oder sind zumindest nicht optimal ausgenutzt. Durch eine Verbesserung der Zusammenarbeit kann aber insbesondere der Umgang mit der Bildungsbiografie und auch mit Bildungswerkzeugen deutlich verbessert und nutzbar gemacht werden.

 

 

Kurzfristige Ziele:

 

-          Erstellen einer Kontaktliste aller im Stadtteil agierenden Einrichtungen sowie eines Mailverteilers, über den auch Protokolle und aktuelle Informationen verschickt werden können

-          Abfragen des Vernetzungsstatus und den Inhalten der Kooperation (in den einzelnen Vernetzungsrunden auf der Grundlage der angestrebten Kooperationsvereinbarungen im Rahmen der Sozialraumorientierung)

-          Feststellen wer in den Vernetzungsrunden fehlt (z.B. Senioren, Bewohner, Vertreterinnen der Zielgruppen etc.)

-          Abfragen der Ressourcen (personell, materiell und ideell – d.h. persönliche Fähigkeiten wie Sprachkenntnisse, Sportarten, Lizenzen etc.) die gemeinsam genutzt werden können

-          Ausloten der vorhandenen Kooperationspotentiale

-          Verabredungen für neue Kooperationen treffen (siehe auch anliegende Protokolle der Arbeitsgruppen im Rahmen der Fachtagung am 1. März 2006) und die verabredeten umsetzen

 

Mittelfristige Ziele:

 

-          Entwicklung eines Symbols/ Logos für das “Netzwerk Masterplan Bildung” und Verwendung in allen Veröffentlichungen (z.B. Bildungsatlas)

-          Einbinden der als fehlend festgestellten Partner

-          Bereits funktionierende Netzwerke miteinander in Austausch bringen

-          Zusammenlegung bzw. Neustrukturierung verschiedener Vernetzungsrunden unter Berücksichtigung der Kooperationspotentiale

-          “Tag der Bildung” als jährliche Veranstaltung im Sommer durchführen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-          Stadtteil-Umfrage, welche Angebote benötigt werden

-          Zielgruppengerechte Bündelung aller Informationen zu den einzelnen Angeboten im Stadtteil in noch zu definierenden Medien (beispielsweise Kiezplan, Kinderstadtplan, Erwachsenenstadtplan, Website) sowie Kompetenzaufbau Öffentlichkeitsarbeit

 

Langfristige Ziele:

 

-          Erarbeiten und fixieren eines verbindlichen Kooperationsvertrages, der zwischen kooperierenden Einrichtungen geschlossen wird. Berücksichtigt werden hierin die Aufgaben und Pflichten der einzelnen Kooperationspartner, ein Zeitraster mit verbindlichen Verabredungen, eine Zuordnung der einzubringenden Ressourcen und der Zuständigkeiten. Dieser Kooperationsvertrag ist verpflichtend für alle Projektanträge auf Förderung durch Soziale Stadt und der Bezirksämter und für alle Kooperationen.

 

 

·      Sprachförderung und Sprachkompetenz

 

Das Sprachniveau der Kinder, Jugendlichen und auch der Erwachsenen Bewohner des Stadtteils variiert teilweise stark. Gute Sprachkompetenzen sind aber eine wesentliche Voraussetzung für eine uneingeschränkte Teilhabe an Bildungsangeboten und an der Mitwirkung an demokratischen Prozessen. In vielen Bildungseinrichtungen wird daher großer Wert auf Sprachfördermaßnahmen gelegt. Gerade in diesem Bereich ist es aber durch Nutzung von gemeinsamen Ressourcen möglich (z.B. Weiterführung der Sprachlerntagebücher – siehe auch “Lernportfolio – Zusammenstellung von individuellen herausragenden Arbeitsergebnissen”) kurzfristige und kleinteilige Projekte zu initiieren um die Sprachkompetenz – insbesondere durch Vernetzung – zu stärken und zu fördern.

 

Kurzfristige Ziele:

 

-          Initiierung von Kooperationsprojekten zwischen Kita, Schule und außerschulischen Bildungsträgern wie der Bibliothek (Beispiele: Lesepatenschaften von Grundschülern für Kitakinder, Bibliotheksprojekte für Grund- und Oberschüler, Gemeinsame Theaterprojekte von Kita- und Grundschule oder von Grund- und Oberschule etc.)

-          Einbindung der Elternkompetenzen (Beispiele: Einbindung von Lesepaten in den Schul- und Kitaalltag – hier können insbesondere auch verschiedene Muttersprachen für bilinguale Sprachbildung genutzt werden)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-          Einbindung des Stadtteils (Beispiele: Senioren Lesen für und mit Kindern, “Sprachspiele im Stadtteil” in Kooperation mit Jugendeinrichtungen und lokaler Wirtschaft)

 

Mittelfristige Ziele:

 

-          Initiierung einer Erhebung und Dokumentation der verschiedenen Ansätze zur Sprachförderung, die in den Einrichtungen genutzt werden

-          Abstimmung eines Einrichtungen übergreifenden Sprachförderkonzeptes mit verschiedenen Leistungsmodulen (Beispiele: Einsatz des Rucksackprojektes als Kooperation zwischen Eltern und Pädagoginnen der verschiedenen Einrichtungen – Alltagsthemen der Kinder werden in den Bildungsalltag und in den Familienalltag transportiert)

 

Langfristige Ziele:

 

-          Umsetzung des “Sprachförderkonzeptes” mit allen Partnern des “Masterplans Bildung”

 

 

·      Medienkompetenz

 

Im Zeitalter der medialen Kommunikation und einer zunehmend medialen Wirklichkeit mit barrierefreien Zugangsmöglichkeiten, stellen gerade die Fixierung von Medienkompetenzen von Kindern und Jugendlichen aber auch der Erwachsenen und Senioren einen besonderen Schwerpunkt dar. Kinder und Jugendliche treffen teilweise unvorbereitet und ungefiltert auf nicht altersgerechte mediale Inhalte - dies fördert teilweise den Abbau von Hemmschwellen beispielsweise der individuellen Gewaltbereitschaft. Dem stehen immer noch Schwellenängste und Unkenntnis der medialen Möglichkeiten insbesondere für den Einsatz im Bereich des lebenslangen Lernens bei den Erwachsenen und Senioren gegenüber. Auch hier können verschiedene Schnittstellen übergreifende Maßnahmen und Ziele fokussiert werden, um die Medienkompetenzen individuell zum Nutzen der eigenen Bildungsbiografie einzusetzen.

 

Kurzfristige Ziele:

 

-          Sondieren der vorhandenen medialen Ausstattungen und Angebote im Stadtteil (z.B. Schulen, Bibliothek, Freizeiteinrichtungen, Internetcafes etc.)

-          Einbindung von außerschulischen Angeboten in die Unterrichtsplanung der Schulen und Kitas (hier sind auch überregionale Angebote zu nennen wie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Microsoft Schlaumäuse” oder aber den “Internetführerschein” der unter anderem von den Bibliotheken angeboten wird)

-          Konzeption und Initiierung von intergenerativen Ausbildungsmodulen der Mediennutzung (Beispiel: Jugendliche vermitteln Senioren den Umgang mit dem Computer und dem Internet)

 

Mittelfristige Ziele:

 

-          Fixierung eines verbindlichen “Medienfahrplans” durch und für alle Partner des “Masterplans Bildung” (hier sind neben der Computer- und Internetnutzung auch die klassischen Medien wie TV, Radio und Zeitungen aber auch das Handy einzubeziehen)

-          Ausstattung aller Einrichtungen mit mindestens einem Computer mit Internetanschluss und Emailzugang. Hierdurch wird auch der zeitnahe Austausch des Netzwerkes “Masterplan Bildung” im Stadtteil ermöglicht

-          Initiierung von weiteren Medienprojekten wie Schülerradio, Schülerzeitungen oder Kooperationsprojekte mit klassischen Medien in Zusammenarbeit zwischen Schule und Freizeiteinrichtungen

 

Langfristige Ziele:

 

-         Umsetzung des “Medienfahrplans” mit allen Partnern des “Masterplans Bildung”

 

 

·      Soziale Kompetenz, Werteerziehung, Stärkung der

Selbstwahrnehmung, Identität

 

Familien ziehen sich punktuell aus der Erziehung ihrer Kinder – wie beispielsweise der Vermittlung von Grundwerten oder sozialer Kompetenzen - zurück. Die Bildungseinrichtungen allein können aber diesen Erziehungsauftrag nicht übernehmen. Hier ist das Netzwerk “Masterplan Bildung” besonders gefragt eine Strategie zu entwickeln, die die Familien in ihrem Erziehungsauftrag stärken kann, gleichzeitig aber auch den Kindern und Jugendlichen und den Erwachsenen ermöglicht eigene Kompetenzen zu entwickeln, Fähigkeiten zu entdecken und gezielt zu fördern. Dies betrifft weiterhin den Ausbau einer lokalen Identität aber auch die Reaktivierung von Verantwortungsübernahme Einzelner für die Gesellschaft. Auch hierzu müssen Kompetenzen und individuelle Fähigkeiten den Menschen vor Augen geführt und reaktiviert werden, die ihre Lebensperspektive verloren haben oder aus dem aktiven Arbeitsprozess freiwillig oder unfreiwillig ausgeschieden sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzfristige Ziele:

 

-          Enge Zusammenarbeit von Schule, den Freizeiteinrichtungen und der Wirtschaft (Beispiel: Initiierung von frühzeitigen Pflichtpraktika)

-          Einbindung von ehrenamtlichen Helfern in die Einrichtungen der Partner des “Masterplans Bildung” – hierzu Abfrage von Kompetenzen starten (Beispiel: Patenschaftsbörse oder Freiwilligenagentur)

-          Patenschaftsprogramme zwischen Schule und Kita zur Übernahme von Verantwortung der Kinder und Jugendlichen untereinander

 

Mittelfristige Ziele:

 

-          Erarbeitung eines “Stadtteilreglements” für Umgangsformen mit und für alle Zielgruppen

-          Initiierung von verbindlichen Elternkursen zur Stärkung der Erziehungskompetenzen (Beispiel: Starke Eltern – Starke Kinder)

-          Initiierung und Vermittlung eines Großelterndienstes zur Stärkung der Familienstrukturen und Unterstützung insbesondere von Alleinerziehenden und jugendlichen Eltern

 

Langfristige Ziele:

 

-          Umsetzung des “Stadtteilreglements” von allen Partnern des “Masterplans Bildung” – verbindliche Unterzeichnung durch alle Mitarbeiterinnen und Nutzerinnen der Einrichtungen

-          Verbindliche Formulierung und Fixierung von intergenerativen Praktika und Patenschaften in sozialen Bereichen mit allen Partnern des “Masterplans Bildung”

-          Einrichtung einer Nachbarschafts- bzw. Elternschule (hier können die individuellen Lebensthemen gemeinsam fixiert werden und zu einer Kurs- und Angebotsstruktur ausgearbeitet werden – teilweise in Eigenregie und teilweise mit Unterstützung von Außen – siehe auch Ressourcenübersicht)

 

 

·      Gesundheit und Bewegung

 

Der allgemeine Gesundheitszustand und insbesondere das Wissen darüber, wie ich mich gesund ernähre, welche Handlungen Gesundheit schädigend oder fördernd sind und ein teilweise sehr früh einsetzender Konsum von Zigaretten, Alkohol und Drogen machen auch in diesem Handlungsfeld ein vernetztes Vorgehen notwendig. Auch hier ist eine frühzeitig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

einsetzende Strategie sehr wichtig, um nachhaltige Gesundheitsförderung im Leben von insbesondere Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. Als Zielstellung kommt eine Kooperation mit Sportvereinen oder Fitnesseinrichtungen zu den  bisher genannten Partnern hinzu.

 

Kurzfristige Ziele:

 

-          Schaffung und Nutzung von Bewegungsanlässen in Schulen, Kitas und auch im öffentlichen Raum (Beispiel: Bewegungsbaustelle, Verlegung von Unterrichtseinheiten in den öffentlichen Raum – auch Stadt als Schule, Einführung von Bewegungsritualen in den Schulunterricht)

-          Enge Kooperation mit Sportvereinen und anderen freien Trägern (Cabuwazi) aber auch mit den Jugendfreizeiteinrichtungen (siehe auch Ressourcenübersicht)

-          Angebot von Familienkochkursen in Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen (zum Beispiel im Zusammenhang mit Festen die im Jahreszyklus fixiert sind oder Nutzung von im Stadtteil entwickelten Druckwerken wie Kochkalender, Promenadenkochbuch etc.)

-          Nutzung von bestehenden Präventions- und Informationsangeboten (beispielsweise von der Bundesregierung oder der Bundeszentrale für politische Bildung) insbesondere für Jugendliche oder bei Elternabenden

 

Mittelfristige Ziele:

 

-          Erarbeitung eines “Gesundheitsfahrplans” für Marzahn NordWest als stadtteil-bezogene Präventionsmaßnahme in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, der Landessportjugend und den Partnern des “Masterplans Bildung”, der verschiedene Module der Gesundheitsförderung einbindet

 

Langfristige Ziele:

 

-          Entwicklung von positiven Symbolen für bestimmte gesundheitsfördernde Handlungen bzw. Maßnahmen (Beispiel: Rauchfreie Zone, Alkoholfreie Zone, Hier wird selbst gekocht)

-          Umsetzung des Gesundheitsfahrplans mit allen Partnern des “Masterplans Bildung”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

·      Stärkung von Eltern und Familien

 

 

Starke Eltern haben starke Kinder. Damit aber Eltern auch ihre Stärken feststellen und ihre Fähigkeiten erweitern und positiv in das Familienleben und auch das gesellschaftliche Leben einbringen können, bedarf es an verschiedenen Stellen der Unterstützung. In erster Konsequenz aber heißt das oft, das Eltern erst mal aufgefordert und motiviert werden müssen sich aktiv in den Bildungsprozess ihrer Kinder und von sich selbst einzubringen. Der ideale Ansatzpunkt sind sowohl die Kitas als auch die Schulen, da hier die Eltern über die Kinder direkt ansprechbar und erreichbar sind. Diese oftmals ruhenden Potentiale sichtbar und nutzbar zu machen ist ein Hauptziel. Ein anderes ist aber den Eltern die Möglichkeiten der Mitarbeit und der Zusammenarbeit zu schaffen und auch anzubieten. Das heißt aber insbesondere auch Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit auszuloten – Eltern sollen nicht nur als Bereicherung der Bildungslandschaft gesehen und genutzt werden, sondern im Gegenzug dafür auch Angebote bekommen, die ihre Strukturen stärken und die täglichen Belastungen reduzieren.

 

Kurzfristige Ziele:

 

-          Ausloten der möglichen Bereiche der Zusammenarbeit mit Eltern

-          Abfragen der Ressourcen und Potentiale der Eltern

-          Schaffung von barrierefreien Bildungsangeboten für Eltern in den Bildungseinrichtungen der Kinder (Beispiel: Familienkochkurse, intergenerative Sportangebote

-          Einsatz von Elternkompetenzen für die Bildungseinrichtungen (Beispiele: Patenschaften, Leseförderung)

-          Entwicklung eines “Elternhelferzertifikats” und öffentliche Auszeichnung und Ehrung der Eltern für ihre aktive Mithilfe

 

Mittelfristige Ziele:

 

-          Initiierung von Elternkursen zur Stärkung der Erziehungskompetenzen (Beispiel: Starke Eltern – Starke Kinder)

-          Initiierung und Vermittlung eines Großelterndienstes zur Stärkung der Familienstrukturen und Unterstützung insbesondere von Alleinerziehenden und Jugendlichen Familien

-          Initiierung eines Projektes “Eltern helfen Eltern” – ähnlich wie ein Großelterndienst, wo auf die Ressourcen von anderen Eltern punktuell zurückgegriffen werden kann (Beispiele: Babysittereinheiten, Dolmetscherdienst, Juristische Hilfestellungen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langfristige Ziele:

 

-          Einrichtung einer “Nachbarschafts- bzw. Elternschule” (hier können die individuellen Lebensthemen gemeinsam fixiert werden und zu einer Kurs- und Angebotsstruktur

ausgearbeitet werden – teilweise in Eigenregie und teilweise mit Unterstützung von Außen – siehe auch Ressourcenübersicht)

-          Ausweitung des “Marzahner Zukunftsdiploms” auf Eltern – so können absolvierte Kurse ebenso als Modul eingebracht werden wie zertifizierte Hilfsleistungen.

-         Einrichtung von intergenerativen Wohnprojekten in Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften des Stadtteils.

 

 

·      Bildungsmotivation und Individualisierung von Bildungsprozessen - Entwicklung von Bildungswerkzeugen bzw. Bildungsmodulen

 

Zur Individualisierung von Bildungsprozessen und zur Bildungsmotivation bietet sich die Nutzung von Bildungswerkzeugen an. Hier können über bestimmte fixierte Bildungsmodule

Zertifikate erworben werden, die eine individuelle Ausrichtung von Bildungsinhalten an persönlichen Fähigkeiten standardisierten Lernformen entgegenstellt.

 

So können zum einen alle klassischen Bildungseinrichtungen ein individuelles “Lernportfolio – Zusammenstellung von individuellen herausragenden Arbeitsergebnissen” (siehe auch Anlage) für jedes Kind und jeden Jugendlichen anlegen und gemeinsam mit dem Kind und den Eltern führen, aber auch alle außerschulischen Partner des “Masterplans Bildung” können ihre Leistungen als integrierte und ergänzende Bausteine des Lernportfolios einbringen.

 

Daneben kann für die älteren Jugendlichen das Lernportfolio durch den Berufswahlpass ergänzt werden und damit verschiedene Module der beruflichen Qualifizierung durchlaufen um die individuellen Auswahlkriterien für die eigene Berufswahl herauszufinden und zu unterstützen.

 

Ziel ist es also für den Stadtteil Marzahn NordWest Bildungsmodule zu fixieren, diese gemeinsam abzustimmen und ein Bildungswerkzeug zu fixieren – zum Beispiel das “Marzahner Zukunftsdiploms” (siehe auch Anlage und Vorbemerkungen), welches die Module in verschiedene Zertifikatsstufen unterteilt. In dem Zusammenwirken der unterschiedlichen Partner des “Masterplans Bildung” kann so ein sehr breites aber individuelles Bildungsportfolio erstellt werden, was über den Zeitraum des gesamten Lebens erweitert werden kann.

 

In der ersten Stufe wird das “Marzahner Zukunftsdiplom” für Kinder von 6 bis 14 umgesetzt. Nach Abschluss der ersten Durchführungsphase findet eine Auswertung mit dem Ziel statt, das “Marzahner Zukunftsdiplom” auf weitere Module auszuweiten. Hier wären insbesondere Inhalte für Jugendliche - insbesondere für Schulabbrecher oder ohne Berufsausbildung – und  später auch für Erwachsene bzw. Senioren abzustecken.

 

Auch hier bietet sich ein Logo zur Kennzeichnung bzw. Zertifizierung der Mitwirkenden Einrichtungen für das “Marzahner Zukunftsdiplom” an (siehe auch “Steuerungsgruppe” S. 7-8). Auch über eine Internetpräsenz und anderen Informationsmaterialien sollten die Einrichtungen vorgestellt und präsentiert werden.


4.      Partner vom “Masterplan Bildung”

 

 

 

 

 

 

Lokale Partner:

 

ABU gGmbH, Projekt “Jump Start” sowie Projekt “2. Schwelle”

BALL e.V. – Projekt Aussiedler orientieren Aussiedler

Barnim-Gymnasium

Bewohnerbeirat

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf mit den Abteilungen:

Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport

Stadträtin für Jugend und Soziales

Regionalteam Marzahn Nord-West des Jugendamtes

Migrationsbeauftrage

Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. / Migrationsdienst Marzahn-Hellersdorf

Dahlmann-Schule

Die Wurzel

Ebereschen-Grundschule

Falken-Grundschule

Förderverein der Johann-Julius-Hecker-Oberschule

Förderverein der Selma-Lagerlöf-Grundschule

Frauenzentrum Marie e.V.

Gordon Familientraining, Elterncoaching

Humanistischer Verband Deutschlands - Kita Knirpsenstadt am Glitzerbach

JaKuS gGmbH

Johann-Julius-Hecker-Oberschule

Jugendradio

Jugend- und Freizeithaus UNO

Jung+Alt Gemeinsam

Karl-Ferdinand-Braun-Oberschule

Kinderring Berlin e.V.

Kinder- und Jugendbüro Marzahn-Hellersdorf

Kinder- und Jugendhilfezentrum Marzahn Nord

Kita Jahresuhr

Kita Marzähnchen

Kita Pfiffikus

Kita "Rabennest"

50. Kita, Reggio-Kinderhaus

53. Kita

Klub Mehrweg

Kulturring e.V. – Tschechow-Theater

MiM Mädchen in Marzahn e.V. Kinderjugend-Container / Mädchentreff

Montessori-Kinderhaus

Nachbarschaftshaus “Kiek in” mit seinen Projekten

Nils-Holgersson-Schule (Grundschule und SEK I)

Outreach – Mobile Jugendarbeit Team

Paavo-Nurmi-Grundschule

Plattenverbund e.V. - Container

Projekt 2.Schwelle

QuartiersAgentur Marzahn NordWest

Schulstation des JAO e.V. an der Selma-Lagerlöf-Grundschule

Schülerclub "Yellow Blue" (Träger urban-consult gGmbH)

Selma-Lagerlöf-Grundschule

Spielplatzinitiative Marzahn e.V.

Stadtteilbibliothek Marzahn-Hellersdorf

Stadtteilbüro Marzahn NordWest der Jugendförderung

Zirkus “Springling” Cabuwazi e.V.

 

 

Kooperierende Partner:

 

AG IPSE, Interinstitutionelles Projekt zur Stärkung der Erziehungskompetenz

Agentur für Arbeit Marzahn-Hellersdorf

Appolonius – Lernende Region Marzahn-Hellersdorf

Archiv der Zukunft

Bertelsmann Stiftung

Bezirksbibliothek "Mark Twain" sowie Stadtteilbibliothek Marzahn-Hellersdorf

Bundeszentrale für politische Bildung

Camino gGmbH

DESY Schülerlabor Physik begreifen

Deutsches Technikmuseum Berlin

FIPP e.V.

Freilandlabor Marzahn

Friedrich-Naumann Stiftung und Bildungscent e.V.

GEOlino

Hahn-Meitner-Institut Schülerlabor Blick in die Materie

HAFEN Zentrum und Marzahn Online e.V.

INU gGmbH

IPLE Institut für Produktives Lernen in Europa

Jean-Piaget-Oberschule

Jugendberatungshaus XXL

Jugendkunstschule derArt

Kinder zum Olymp

Kita Tausendfuß Zwergenland

Klingendes Mobil c/o Klingendes Museum

Kreativhaus e.V. Mitte / Theaterpädagogisches Zentrum

Leapfrog

Linie7, Marzahn Online! e.V., Girls' Day

MACHmit! Museum für Kinder

Musikschule Marzahn-Hellersdorf

NFTE

Schau Hin!

Schlaumäuse - Kinder entdecken Sprache Microsoft

Schulgarten der Döblinschule

Stöhr, Christiane – Collective Intelligence GmbH

Tandem e.V.

Technologienetzwerk Berlin e.V.

Thyssen Krupp

Victor-Klemperer-Kolleg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANLAGEN

- Protokolle der Arbeitsgruppen im Rahmen der Fachtagung am 1. März 2006                   S. 22

- Information zum “Lernportfolio – Zusammenstellung von individuellen

  herausragenden Arbeitsergebnissen”                                                                                  S. 30

- Informationen zum “Marzahner Zukunftsdiplom”                                                                 S. 35

 

 

 

© Kerstin Wiehe, K&K Kulturmanagement & Kommunikation, Sommer 2006


 

 

 

 

 

 

ANLAGEN

- Protokolle der Arbeitsgruppen im Rahmen der Fachtagung am 1. März 2006

 

 

Fachtagung “Masterplan Bildung” am 01.03.2006 in Marzahn NordWest

AG – Grün: Ergebnisse des Workshops – Bildungsallianzen für die Zukunft

 

Moderation: Christiane Stöhr

 

Teilnehmer/innen:

Frau Dahse, Paavo-Nurmi-Grundschule

Manuela Fadtke, Schulstation des JAO e.V.

Petra Finke, Jugend- und Freizeithaus UNO

Marianne Fox, Jung+Alt Gemeinsam

Bernd-Roland Fromm, Ebereschen-Grundschule

Dr. Viola Godemann, Frauenzentrum

Natalia Jäger, abu gGmbH

Ingelore Kiersch, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Wolfgang Kluge, Nachbarschaftshaus “Kiek in”

Karin Koch, KITA Marzähnchen

Beatrice Rauhut, Montessori-Kinderhaus

Sieglinde Schreiter, Plattenverbund e.V.

Barbara Schünke, Stadtteilbüro Marzahn NordWest der Jugendförderung

Sabine Willno, Schulstation JAO e.V.

Steafan Wittke, Selma-Lagerlöf-Grundschule

 

      1. Teil: Vorstellungsrunde und Erfahrungsaustausch

 

Was läuft?

-          “vorhandene”, ehrenamtliche Helfer sind sehr engagiert

-          Durchführung von Projekten im außerschulischen Bildungsbereich

-          Zusammenführung: Aussiedler, Behinderte und “Normale”, Alte und Junge, Bewohnerfrühstück, Feiern und Lesungen mit AOA, Kinderkeller, BTT, Hochhaus-Cafe, Kiek in, Quartiersagentur

-          qualifizierter Unterricht

-          Spracherziehung, Sprachbildung, Sprachkultur aller sozialen Schichten

-          Projekte für Jungen (Werkstatt) und Mädchen (hauswirtschaftliche Tätigkeit)

 

Was läuft nicht?

-          Finanzen: Absicherung der materiellen Ausstattung der einzelnen Projekte und dadurch Unsicherheit über Fortführung; zu wenig Finanzmittel

-          Kooperation der Schnittstellen: mangelnde Zusammenarbeit zwischen den Akteuren (Kitas, Schulen, Jugendarbeit, Projekte, Eltern etc.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-          Kenntnis über Angebote in den jeweiligen Zielgruppen trotz verschiedener Wege der Bekanntmachung; fehlende Öffentlichkeitsarbeit

-          Mangelnde Einbeziehung bzw. Mitarbeit der Eltern

-          Unterstützung: zu wenig ehrenamtliche Helfer für inhaltliche Angebote

 

      2. Teil: Projektideen und Ziele

 

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

-          Kooperative Zusammenarbeit und Kommunikation: Erfahrungen, Wünsche, Beobachtungen, Gespräche

-          Zielgruppengerechte Bündelung aller Informationen zu den einzelnen Angeboten im Stadtteil sowie Kompetenzaufbau Öffentlichkeitsarbeit

-          Einrichtung eines “Familienhauses” als Motivation für die Aktivierung der Eltern; Familientreff und Kita bzw. Schule in einem Haus

-          Sammlung und Nutzung von ehrenamtlichen Angeboten (Erfahrung, Wissen, Können)

-          Unterstützung Jugendlicher bei Berufsorientierung und Perspektiven

-          Projekte für Kinder und Jugendliche, die theoretisches Wissen mit praktischen Tätigkeiten verbinden

-          “Marzahner Zukunftsdiplom” für Kinder

-          Nachbarschafts-Volkshochschule” (Gesundheit, Bewegung, Sprache)

 

      3.  Teil: Verabredungen und konkrete Schritte

 

Wie kommen wir dahin?

 

Informationsfluss

-          (Optimierung) Plattform Bürgerschaftliches Engagement für die Vermittlung von ehrenamtlichem Angebot und Bedarf

  (-> Anregung für die Quartiersagentur)

-          Zielgruppengerechte Bündelung aller Informationen zu den einzelnen Angeboten im Stadtteil in verschiedenen Medien (Kiezplan, Kinderstadtplan, Erwachsenenstadtplan, Website) sowie Kompetenzaufbau Öffentlichkeitsarbeit

  (-> Anregung für die Quartiersagentur)

 

Gestaltung der Schnittstellen und Übergänge, Öffnung der Einrichtungen

-          Kontaktaufnahme Kitas und Schulen zur Kleist-Bibliothek z.B. für Lesungen, Deutsch-Leistungskurse zu Hospitationen (-> Marianne Fox, Tel. 93 200 51 initiiert)

-          Einbindung der Kitas in das “Marzahner Zukunftsdiplom”    (-> Barbara Schünke stößt das an)

-          Schnittstellen schaffen: z.B. Zäune weg wie beim Spielplatz Kita Schorfheidestr./Schule                               (-> Anregung Karin Koch)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-          Schnittstelle Kita/Schule: aktiv dranbleiben, mehr streuen (-> Karin Koch und Bernd-Roland Fromm wollen dies in ihren Umfeldern vorantreiben)

-          Schnittstelle Elterneinbindung: großer, gemeinsam nutzbarer Spiel- und Erholungsplatz, der gemeinsam mit Schülern und Eltern aufgebaut wird, z.B. Platz neben der Ebereschen-Grundschule                                               (-> Bernd-Roland Fromm setzt sich dazu mit Frau Antony vom BA Stadtplanung in Verbindung)

-          Jahresgespräche Schüler/Eltern/Lehrer                     (-> Doreen Trettin, Elternvertreterin wird dies an der Paavo-Nurmi-Grundschule anregen)

 

Stärkung von Eltern und Familien

-          Projekt “Familienhaus in West”                              (-> Sieglinde Schreiter und Barbara Schünke treffen sich dazu)

-          Einrichtung von Elterncafés in Kitas und Schulen          (-> Karin Koch und Bernd-Roland Fromm wollen dies in ihren Umfeldern vorantreiben)

 

Biographische Brüche und Bildungsmotivation

-          Austausch und Begegnung der Initiativen zur Erwachsenenbildung                                          (-> Anregung Barbara Schünke)

 

Sprachförderung und Sprachkompetenz

-          Gründung einer Initiative zur Rettung der deutschen Sprache (-> Kontakt: Marianne Fox, Tel. 93 200 51)

Anmerkung: Marianne Fox (Tel. 93 200 51) bietet das Lektorat für den Masterplan Bildung in Bezug auf den Einsatz der deutschen Sprache an.

 

 

 

Fachtagung “Masterplan Bildung” am 01.03.2006 in Marzahn NordWest

AG – blau: Ergebnisse des Workshops – Bildungsallianzen für die Zukunft

 

Moderation: Ulli Spies, Stiftung SPI, Mobiles Beratungsteam “Ostkreuz”

 

Teilnemer/innen:

Marina Bikadi, Kinderring Berlin e.V.

Evelyn Buro, Projekt 2.Schwelle

Gideon Budmann, Selma-Lagerlöf-Grundschule

Dr. Viktor Fromm, BALL e.V.

Petra Fiebig, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Karin Grunwald, Nachbarschaftshaus “Kiek in”

Hans-Jürgen Hennig

Norma Kamsa, Die Wurzel

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau Kausch, Kita Pfiffikus

Manja Mai

Heike Marek

Volker Schinkel, Johann-Julius-Hecker-Oberschule

Regina Tröder, INU gGmbH

Birgit Wolf, Spielplatzinitiative Marzahn e.V.

 

      1.  Teil: Ausgangsfragestellung

 

Was erwarte ich von einem Masterplan Bildung Stadtteil als Bildungsort?/ Was will/ kann ich/ meine Institution einbringen?

 

      2.  Teil: Zusammenfassung der Ergebnisse

 

Ideelle Erwartungen:

-          neue Anregungen, Projekt-/ Arbeitsideen, Mut

 

Strukturelle Erwartungen:

-          Kontakte zu anderen Akteuren

-          Vernetzung “im Großen” mit vielen anderen Akteuren

-          Vernetzung “im Kleinen” einzelner Angebotsträger

 

Angebotsbezogene Erwartungen:

-          Kenntnisse über Bedarf von Bildungsangeboten

-          Gemeinsame Ideen

-          Gemeinsame Projekte

 

Beteiligungsmöglichkeiten:

-          Einbringen von Projekt-/ Umsetzungsideen

-          Einbringen personeller und materieller Ressourcen

 

Voraussetzungen:

-          Stadtteil-Umfrage, welche Angebote benötigt werden

-          Regionale Schwerpunkte schaffen

-          Zielgruppenfokussierung

-          Angebote als Produkte formulieren

-          Kommunikationsstrukturen schaffen und effizient nutzen

-          Austausch zwischen den Regionen im Bezirk

-          Informationsbündelung und –weitergabe

-          Langfristig angelegte Projekte im Stadtteil schaffen

-          Generationsübergreifende Projekte schaffen

 

 

 

 

 

 

 

 

      3.  Teil: Verabredungen:

 

- Entwicklung und Umsetzung eines “Patenschaftsmodells” als Kooperation zwischen Schule/ Freizeiteinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen und gemeinnützigen Einrichtungen (z.B. Senioreneinrichtungen)

- Kooperationsmodell: Wirtschaft und Bildung (frühe Pflichtpraktika in den Schulalltag einbinden)

 

 

Fachtagung “Masterplan Bildung” am 01.03.2006 in Marzahn NordWest

AG – Gelb: Ergebnisse des Workshops – Bildungsallianzen für die Zukunft

 

Moderation: Jana Hunold

 

Teilnehmer/innen:

Monika Gärtner, Kita “Pfiffikus”

Frau Grüner, Nachbarschaftshaus “Kiek in”

Frau Höxtermann, Falken-Grundschule

Gabriele Fichtner, BALL e.V.

Petra Klärner, Dahlmann-Schule

Herr Klinzmann, ABU gGmbH

Doris Majchrzak, Jugendamt Marzahn-Hellersdorf

Elena Marburg, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Gerry Mull, Klub Mehrweg

Annette von Richthofen, Spielplatzinitiative Marzahn e.V. und Kreativwerksatt

Kerstin Schlufter, Zirkus “Springling” Cabuwazi e.V.

Hermine Schroedter, Paavo-Nurmi-Grundschule

Ramona Starke, Nachbarschaftshaus “Kiek in”

Doreen Trettin, Paavo-Nurmi-Grundschule

Petra Zacke, HAFEN Zentrum und Marzahn Online e.V.

 

      1.  Teil: Eingangsfragestellung       

 

Was wären für Sie zentrale Ziele und Aufgaben für einen Masterplan Bildung?

 

      2.  Teil: Zusammenfassung der Ergebnisse

 

Ziele:

·       Im Mittelpunkt steht das Kind- der Mensch

·       Lebenslanges lernen soll ermöglicht und gefördert werden

·       Ziel ist es Kinder, Jugendliche stark zu machen.

·       Bildung muss an den Ressourcen, Stärken und Interessen der Kinder/ Bürger anknüpfen.

·       Alle Leistungsträger, die im Stadtteil verortet sind, arbeiten zum Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger zusammen

 

 

 

 

 

 

 

Aufgaben:

·       Informationen bündeln, erfassen was bereits vorhanden ist.

·       Kommunikationsstrukturen entwickeln bzw. ausbauen.

·       Bereits funktionierende Netzwerke miteinander in Austausch bringen

·       Kapazitätsgrenzen überwinden- Ehrenamtliche einbeziehen

·       Erfolgreiche Aktivierungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Bürger etablieren

 

      3.  Teil: Konkrete Verabredungen

 

·       Erstellung einer Datenbank nach einem Stichwortregister unter Einbeziehung des Projektes  “Marzahn online”

Verantwortlich: Frau Graf Jugendamt Regionalteam1 und Frau Zacke

“Marzahn online”

 

·       Marzahn NordWest im Gespräch Gesprächsrunde mit den verschiedenen Netzwerken-Ziel ist Informationen zu bündeln und konkrete Themen zu bearbeiten.

Erstes Thema soll sein: Wie kann Bürgerbeteiligung erfolgreich gelingen? Welche Methoden sind geeignet?

Verantwortlich: Frau Antony von der Stadtplanung trägt das Anliegen an das QM heran

 

·       Werbung für den Girlsday am 27.04.06

Verantwortlich: Frau Zacke wendet sich an Frau Schünke, RegionalTeam 1 des Jugendamtes

 

·       Aufbau einer Gartenarbeitsschule in gemeinsamer Nutzung durch Schule, Kita, Freizeitbereich und Ausbildung

Verantwortlich: Frau Dr. Schmidt, Jugendstadträtin wird Anliegen in das Bezirksamt tragen

 

 

Fachtagung “Masterplan Bildung” am 01.03.2006 in Marzahn NordWest

AG – Rot: Ergebnisse des Workshops – Bildungsallianzen für die Zukunft

 

Moderation: Irma Franke-Dressler

 

Teilnehmer/innen:

Marion Achilles, Container/ Mädchentreff/ Jugendclub

Herr Aldag, GEV Vorsitzender, Johann-Julius-Hecker-Oberschule

Beate Briest, Projekt Jump Start, ABU gGmbH

Janny Frehse, Selma-Lagerlöf-Grundschule

Bernd  Girod, Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Werner Hinze, Nachbarschaftshaus “Kiek in”

Regina Ludwig, Stadtteilbibliothek Marzahn-Hellersdorf

 

 

 

 

 

 

 

 

German Meneses, Jugendamt Marzahn-Hellersdorf OE II

Frau Palisch, Kita Jahresuhr

Ulrike Schimanski, Knirpsenstadt am Glitzerbach

Rene Schobert, Outreach – Mobile Jugendarbeit Team

Bärbel Schock, JOA e.V., Kinder- und Jugendhilfezentrum Marzahn Nord

Volker Vettorazzi, Selma-Lagerlöf-Grundschule

Jürgen Weinert, Die Wurzel

 

1.  Teil Vorstellungsrunde: “Was ist mein Ziel? – was möchte ich erreichen?”

 

Elternarbeit wird von allen vertretenen Institutionen gefordert oder angeboten:

-          Eltern sollen bei allen Prozessen als gleichberechtigte Partner mitgenommen werden,

-          Verstärkt Bildungsangebote für Eltern durch die Kitas (Ernährung, Erziehung)

 

Für die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil soll erreicht werden:

-          dass sie sich ihren Fähigkeiten entsprechend selbstbewusst entwickeln,

-          eine gute Schulbildung erhalten  (Anm.: es gab keine Kritik an den Schulen),

-          dass sie im Stadtteil eine Perspektive haben (Ausbildung/ Beruf).

 

Für den Stadtteil soll erreicht werden dass:

-          Bildung als Ressource gesehen wird,

-          Bildung in der Jugendhilfe eine größere Rolle spielt und eine enge Kooperation Jugendhilfe – Schule endlich realisiert wird,

-          die Bürger/innen die Angebote aus dem Stadtteil mehr nutzen,

-          das Image der Schulen aus dem Stadtteil verbessert wird (Anm.: allein die Nennung des Stadtteils wird als Stigma empfunden)

-          Migrantinnen und Migranten einbezogen werden,

-          Kontakte zwischen den Institutionen (Kita/Schule/ Jugendamt/Ausbildungsstellen) intensiviert werden.

 

      2.  Teil: Wer könnte mit wem welche Ziele erreichen?

 

Kita möchte:

-          Kontakte im Kiez intensivieren z.B.: über “Kontakt zwischen Alt und Jung”,

-          mit Grundschulen und Eltern kooperieren,

-          Kontakt zum Familienzentrum herstellen (z.B. gemeinsame Seminare zum Thema “Ernährung”).

 

Grundschule möchte:

-          mit Kita kooperieren,

-          den Übergang zur Oberschule gestalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bibliothek möchte:

-          Angebote für Kitas, Grundschulen und Realschulen machen.

 

Jobgate möchte:

-          verlässliche Partner/innen für den Berufseinstieg gewinnen.

 

      3.  Teil: Konkrete Verabredungen

 

·       Die Selma-Lagerlöf-Grundschule (Herr Vettorazzi):

macht einen Vorschultag und einen Tag der offenen Tür in Kooperation mit der Kita Jahresuhr (Frau Palisch)

 

·       Die Bibliothek (Frau Ludwig)

- wird zusammen mit der Kita Jahresuhr, (Frau Palisch) einen “Kitatag” initiieren

- wird in Verbindung mit dem Eltervertreter der Johannes-Hecker-Realschule (Herrn Aldag) versuchen, dass über feste Verabredungen Jugendliche den Zugang zu Computerarbeitsplätzen bekommen.

 

·       Der Elternvertreter der Johannes-Hecker-Realschule (Herr Aldag)und Jumpstart (Frau Briese) verabreden Kontaktaufnahme


 

 

 

 

 

 

ANLAGEN

- Information zum “Lernportfolio – Zusammenstellung von individuellen herausragenden Arbeitsergebnissen”

 

Erlebnisse durch Ergebnisse. Und umgekehrt -

Das Lernportfolio als multifunktionales Werkzeug im Unterricht und Visitenkarte des Lehrers

 

Man nehme einen Ordner. Sammle darin ein paar Dokumente von Schularbeiten. Fertig ist das Lernportfolio. Ganz und gar nicht! Das Portfolio verlangt – und bietet! – viel mehr. Es ist gleichsam die Erfolgsgeschichte des eigenen Lernens. Angenommen, ein Grafiker besucht einen neuen Kunden. Was wird er ihm wohl präsentieren? Das Schulzeugnis? Die Abschlussnoten der Kunstgewerbeschule? Wohl kaum! Dafür würde er bestenfalls ein müdes Lächeln ernten. Nein, er wird ihm zeigen, was er kann. Er wird dem potenziellen Kunden eine repräsentative Auswahl von Arbeiten vorlegen. Er wird ihm vor Augen führen, was er für einschlägigen Leistungen erbracht, was er an Erfahrungen vorzuweisen hat. Kurz: Er lässt ihn Einblick nehmen in sein Portfolio. Was für Grafik, Architektur oder Kunst bewährte Praxis ist, kann ja für die Schule nicht von übel sein. Im Gegenteil: Schulisches Lernen – Prozesse und Ergebnisse – lässt sich wirkungsvoll in Form von Portfolios zur Darstellung bringen. Und fördern.

 

Biografie des Lernens

Ein Lernportfolio beschreibt anhand ausgewählter Belege eine persönliche Biografie des Lernens. Es macht deutlich, was eine Schülerin oder ein Schüler kann. Und wie es dazu gekommen ist. Oder anders gesagt: Der Begriff Portfolio bezeichnet eine sinnvolle Sammlung von Arbeiten, mit der Engagement, Leistungen, Erkenntnisse und Entwicklungen in einem oder mehreren Lernbereichen transparent gemacht werden. Arbeiten sind Dokumente aller Art. Das können Tests sein, Zeichnungen, Aufsätze. Es kann sich aber auch um Fotos oder Fotoprotokolle von Prozessen und Situationen (z.B. von Vorträgen oder Projektarbeiten) handeln. Kurz: Das Lernportfolio zeigt die Meilensteine auf dem Weg der individuellen Entwicklung. Ziel ist es also nicht nur, Lernergebnisse sichtbar zu machen, sondern auch die entsprechenden Prozesse. Damit ist gesagt: Das Portfolio gibt es nicht. Portfolios präsentieren sich ebenso unterschiedlich wie die Lernenden, die sie erstellen. Celebrate diversity. Dennoch gibt es natürlich ein paar formale Kriterien. Beispielsweise lassen sich drei Portfolio-Typen unterscheiden.

 

Formen des Portfolios

 

ARBEITSPORTFOLIO

Das Arbeitsportfolio dient dazu, die Arbeiten der Schüler aufzunehmen. Wie in einem Container, so bleiben die Arbeiten dort, bis sie in ein Vorzeigeportfolio oder ein Beurteilungsportfolio übernommen oder mit nach Hause genommen werden. Zweck des Arbeitsportfolios ist die Diagnose des Lernens. Es dient dazu, die Stärken und Schwächen eines Schülers zu beschreiben und dient des Weiteren dem Lehrer dazu, seinen zukünftigen Unterricht zu planen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BEURTEILUNGSPORTFOLIO

Die Hauptaufgabe des Beurteilungsportfolios ist es zu dokumentieren, was ein Schüler gelernt hat. Das Curriculum bestimmt, was für das Portfolio ausgewählt werden kann. Das Beurteilungsportfolio ist formeller als die anderen Portfolio-Formen. Insbesondere gilt es zu spezifizieren, was Schüler tun müssen und wie gut sie es tun müssen.

 

PRÄSENTATIONSPORTFOLIO

Es enthält die besten Arbeiten eines Schülers. Die in der Regel vom Schüler ausgewählten Arbeiten zeigen, was Schüler für bedeutsam halten, was sie bewerten und anderen gerne zeigen möchten. Im Prinzip zeigt das Vorzeigeportfolio die höchste Leistungsstufe, die ein Schüler nach seiner Auffassung erreicht hat.

 

Die direkte Leistungsvorlage

In ihrer ursprünglichen Funktion werden Portfolios – verstanden als eine Art Fähigkeitsnachweis – in den Schulen als alternative Methode der Beurteilung eingesetzt. Mit der “direkten Leistungsvorlage” (Vierlinger ...) erhalten die Adressaten nicht einfach codierte Stellvertreter von Leistungen (Noten, Punktwerte, Lernberichte, Testergebnisse) vorgelegt, sondern die Arbeiten selbst. Die Lernenden haben auf diese Weise die Möglichkeit, selbstwirksam Einfluss zu nehmen auf die Beurteilung ihrer Kompetenzen. Sie werden in die Lage versetzt, ihr Wissen und Können an Hand ausgewählter Dokumente weitgehend selbstbestimmt darzustellen und nachzuweisen.

 

Form follows function

Portfolio-Arbeit beginnt freilich nicht mit einem wilden und ziellosen Sammeln von mehr oder weniger relevanten Arbeiten. Denn: Relevant wofür? Das heißt: Zunächst einmal gilt es zu bestimmen, welchen Zwecken ein Portfolio dienen soll. Und es gilt, die Rahmenbedingungen zu klären. Geht es darum, einfach eine Dokumentation anzulegen? Was soll zu welchem Zeitpunkt damit geschehen? Soll das Portfolio von jemandem (zum Beispiel von der Lehrkraft) bewertet werden? Wenn ja: nach welchen Kriterien? Was sind die Ansprüche und Erwartungen qualitativer und quantitativer Art? Wie sieht es aus mit den Ressourcen? Wie viel Zeit steht für die Portfolio-Arbeit zur Verfügung? Wann? Wie oft? Mit welcher Unterstützung können die Lernenden rechnen? Welche Rückmeldungen dürfen sie erwarten? Auch bei der Arbeit mit Lernportfolios gilt die mithin Devise: Form follows function. Damit Portfolios ihre Funktion erfüllen können, muss diese – eben die Funktion – allen Beteiligten klar sein. Und zwar im Voraus.

 

Eigene Arbeit wertschätzen

Lernergebnisse dokumentieren, das ist ein Ziel der Arbeit mit Portfolios. Aber nicht nur Resultate sind relevant. Mindestens so wichtig: Die Prozesse hinter den Ergebnissen sichtbar machen. Darstellen und sich bewusst machen, wie bestimmte Ergebnisse zustande gekommen sind. Das heißt: Die Arbeit mit Portfolios ist ein dynamischer kommunikativer Prozess. Er verbindet drei Ziele rückkoppelnd miteinander. Neben der eigentlichen Dokumentation geht es dabei um eine Auseinandersetzung mit den Artefakten. Im Klartext: Das Wissen nützt nichts, wenn es einfach fein

 

 

 

 

 

 

 

 

säuberlich zwischen zwei Ordnerdeckeln abgelagert wird. Die Dokumente im Portfolio sind keine

toten Trophäen. Die Lernenden sollen die Ergebnisse vielmehr als Ausgangs- und Knotenpunkte für weitere Lernaktivitäten betrachten. Die einzelnen Belege dienen dazu, über das effektive Dokument hinaus Erkenntnisse zu generieren. Zusammenhänge und Unterschiede lassen sich herausfinden und in ein Netzwerk einbauen. Die eigenen Arbeiten werden zum Gegenstand forschender Neugier. Das ist eine wirkungsvolle Form von Wertschätzung.

 

Apropos Wertschätzung: Lernportfolios bergen ein erhebliches Potenzial an emotionaler Energie. Denn: Jedes Dokument erzählt im Prinzip eine kleine Erfolgsgeschichte. Damit verbinden sich Erlebnisse. Erfolgserlebnisse eben. Könnenserfahrungen. Das Portfolio erhält damit gleichsam die Funktion einer Art Tagebuch des pfleglichen Umgangs mit sich selbst. Das bewusste Nachdenken über das, was gelungen ist, stärkt den Glauben an die eigenen Fähigkeiten. “Self efficacy beliefs” nennt Bandura diese Überzeugung, aus eigener Kompetenz Herausforderungen bewältigen zu können. (Bandura 1997) Das Portfolio kann damit einen Beitrag leisten, den emotionalen Zugang zu schulischen Lernaktivitäten zu verbessern. Aber auch auf der strategischen Ebene erweisen sich erkennbar gemachte Gelingenserfahrungen als hilfreich.

 

Denn: Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon, heißt die Devise. Wer sieht, dass eine bestimmte Arbeitsweise sich als erfolgreich erwiesen hat, kann sein Strategierepertoire entsprechend anpassen. Und damit die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen.

 

Sammeln

Die Arbeit mit dem Lernportfolio gliedert sich in drei Phasen. Sie sind rückkoppelnd miteinander verbunden. Dem vereinbarten Zweck entsprechend sammeln die Lernenden relevante Belege ihrer Lernleistungen. Diese Dokumente bewahren sie einem Ordner oder einer Sammelbox auf. Sinnvollerweise werden die Belege in diesem Arbeitsportfolio bereits nach bestimmten Kriterien – zum Beispiel nach Themen oder Fächern – sortiert. Dokumente von Relevanz, darunter lässt sich alles verstehen, was in irgend einer Form deutlich macht, welche Leistungen erbracht, welche Erkenntnisse gewonnen, welche Erfahrungen gesammelt worden sind. Je nach Alter und Schulstufe kann das ein Blatt sein mit eigenhändig geschriebenen Wörtchen sein. Ein auswendig gelerntes Gedicht. Eine selbst verfasste Kurzgeschichte. Die Zeichnung mit den neuen französischen Vokabeln. Das Mindmap über den Feldhasen. Das Personendiagramm zur Blechtrommel. Die Berechnung der Kreisfläche. Das Bild einer selbst geformten Gipsfigur mit den Entwürfen dazu. Das Fotoprotokoll eines Vortrages.

 

Dabei ist klar: Die Dokumente bilden nicht nur die Lernleistungen eines Kindes ab. Sie sind auch eine Visitenkarte der Lehrkraft. Sie spiegeln streckenweise deren Unterrichtsleistung. Denn: Die ewig gleichen Aufgaben liefern die ewig gleichen Dokumente. Oder anders gesagt: Je anregender die Arbeitsformen, je kreativer die Unterrichtsgestaltung, desto vielfältiger die Belege in den Portfolios. Hinzu kommt: Die Schularbeiten lassen sich wirkungsvoll ergänzen mit Dokumenten aus dem außerschulischen Alltag. Die Bestätigung des Sportvereins für den lückenlosen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trainingsbesuch. Die Urkunde des Schwimmkurses. Das Zertifikat des Englischkurses für Kinder.

 

Außerschulische Aktivitäten zeichnen mitunter ein viel differenzierteres Bild der Persönlichkeit, ihrer Ressourcen und Kompetenzen, als hochstrukturierte unterrichtliche Settings das zu tun vermögen.

 

Insgesamt lässt sich sagen: Je vielfältiger die gesammelten Dokumente, desto aussagekräftiger präsentiert sich das Portfolio.

 

Reflektieren: Sinn geben

Dokumente werden nicht einfach gesammelt. Sie sind auch zu kommentieren. Das heißt: Die Lernenden machen sich (und anderen) deutlich, welchen Beitrag zur Entwicklung die einzelnen Dokumente leisten. Die reflektierenden Aussagen (reflection tags) können sich auf fachliche Aspekte ebenso beziehen wie auf persönliche oder situative. Sie werden direkt auf die Belege geschrieben oder auf spezielle Zettel. Sinn der kommentierenden Notizen ist es, Überlegungen und Erkenntnisse der Lernenden nachvollziehbar zu machen. Sie zeigen, welche Wege und Umwege sie gegangen sind. Sie lassen erkennen, wie die entsprechenden Schülerinnen und Schüler Widerstände und Schwierigkeiten gehandhabt und inwieweit sie die dokumentierten Arbeiten als Sinn stiftend wahrgenommen haben. Die Dokumente werden durch die Lernenden kommentiert. Dadurch werden Ergebnisse und ihr Zustandekommen nachvollzogen und nachvollziehbar. Kurz: Durch den reflektierenden Kommentar wird deutlich, aus welchem Grund ein bestimmtes Dokument überhaupt ins Portfolio aufgenommen worden ist.

 

Hilfreich für die Reflexion erweist es sich, wenn die Lernenden sich an ein paar Leitfragen orientieren können. Zum Beispiel:

 

• Wie bin ich vorgegangen? Was ist mir dabei aufgefallen? (Strukturierung)

• Mit welchen Hilfsmitteln und Methoden habe ich gearbeitet? (Materialien)

• Was hat mir gefallen, was nicht? (Emotionen)

• Was half mir beim Lernen, was nicht? (Angemessene Hilfe)

• Was gelang mir gut und woran ist das zu erkennen? (Lernerfolg)

• Was kann ich jetzt gut oder besser? (inhaltlicher Lernzuwachs)

• Wo hatte ich welche Schwierigkeiten? Und wie habe ich sie gelöst? (Umgang mit Problemen)

• Woran will ich nächstes Mal denken? (Strategie).

 

Das Ziel ist klar: Die Lernenden sollen sich auseinander setzen.

 

Auswählen: Akzente setzen

Periodisch werden die vorhandenen Dokumente durchgesehen. Und es heißt: auswählen. Denn die “Best of” wandern in das so genannte Präsentations- oder Vorzeigeportfolio. Auf diese Weise werden die Dokumente der etymologischen Bedeutung des Wortes (“das zur Belehrung über eine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sache bzw. zur Erhellung einer Sache dienliche”) gerecht. Die inhaltliche Gestaltung des Präsentationsportfolios orientiert sich unter anderem an der Frage, inwieweit die einzelnen Artefakte repräsentativ sind für Standards und Fortschritte in bestimmten Bereichen. Wie die Teile eines Puzzles ergeben die Belege zusammen ein Bild der Person, ihrer Fähigkeiten und deren Umsetzung in konkrete Ergebnisse.

 

Mit speziellen Rubriken können innerhalb des Präsentationsportfolios Akzente gesetzt werden. Beispiel: “Meine wichtigsten und schönsten Erfolge”. Unter dieser Rubrik haben die Lernenden die Möglichkeit, Leistungen zur Darstellung zu bringen, die ihnen speziell am Herzen liegen. Klar, dass mit einer höheren emotionalen Qualität, mit einem “Sense of Ownership”, das Portfolio an individueller Bedeutung gewinnt. Und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit trägt der Erfolgsfokus dazu bei, den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Diese Überzeugungen in die eigene Wirksamkeit lassen sich gezielt fördern: in Form von Hindernisformulierungen. Das heißt: Die Lernenden formulieren bei ihrer Reflexion das Hindernis gleich mit. Beispiel: Obschon ich Angst hatte .... Oder: Obschon ich es mir nicht zugetraut habe ...

 

Basis für Kooperation

Das Portfolio bietet Anlass für vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten. Es ist häufig erst der Dialog über Lernprozesse und Lernergebnisse, der sie ins Bewusstsein bringt und damit sprachlich verfügbar macht. Neben dem Dialog mit sich selbst (Selbstreflexion) spielt die Kommunikation mit anderen eine wichtige Rolle. Da ist einmal die Lehrkraft. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, inspirierende Arrangements zu gestalten, die sich in entsprechenden Schülerarbeiten manifestieren. Die Aufgabe besteht aber auch und gerade darin, den Portfolioprozess zu begleiten. Die Lehrkraft übernimmt damit eine Art Coachingfunktion. Fragen statt sagen heißt die entsprechende Devise. Gleichzeitig übernimmt sie eine supportive Rolle und leistet ganz praktische Hilfe zur Selbsthilfe. Unter Umständen bringt beispielsweise die Lehrperson das in eine schriftliche Form, was Lernende reflektieren. Kurz: Das Portfolio und seine Inhalte sind Gegenstand regelmäßigen gedanklichen Austauschs. Die Lernenden werden zu Beteiligten. Sie teilen sich mit. Und sie erhalten Feedbacks und Unterstützung.

 

Als erweiterte Austauschmöglichkeit bietet sich die Portfolio-Präsentation an: Regelmäßig (beispielsweise wöchentlich) stellen die Lernenden eine Arbeit aus dem Portfolio der Klasse vor. Sie berichten von etwas, dass sie gelernt haben, von etwas, das sie nun wissen und können. Sie präsentieren aber nicht nur, was sie gemacht haben. Sie zeigen auch, wie sie zum Ergebnis gekommen sind. Diese mündliche und öffentliche Form der Lernreflexion produziert eine Vielfalt an Ergebnissen, Erlebnissen und Erfahrungen. Sie bietet die Möglichkeit, miteinander zu lernen. Und voneinander.

 

Quelle: Müller, Andreas

Erfolg! Was sonst? Generierendes Lernen macht anschlussfähig.

Das Lernportfolio als multifunktionales Werkzeug im Unterricht


 

 

 

 

 

 

ANLAGEN

- Informationen zum “Marzahner Zukunftsdiplom”

 

 

 

 
 

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