Beweidung Hönower Weiherkette

Naturschutz Malchow
Bild: BA Marzahn-Hellersdorf, UmNat

Am 13.10.2015 fand im Horthaus der Bücherwurm-Schule eine Informationsveranstaltung zur geplanten extensiven Beweidung von Teilflächen der Hönower Weiherkette statt.
Interessierte konnten auf Karten die geplanten Weideflächen nachvollziehen, sich Kurzfilme zu schottischen Hochlandrindern und einigen anderen Tierarten, die von der Beweidung profitieren würden anschauen oder an einer von Naturschutzexperten und Vertretern des Umwelt- und Naturschutzamtes angeführten Gebietsbegehung teilnehmen. Diese Angebote wurden von vielen Anwohnern angenommen und die Gelegenheit genutzt, das Für und Wider mit den an der Planung Beteiligten zu diskutieren.

Was war Hintergrund der Informationsveranstaltung?

Der Plan war, ab November 2015 schottische Hochlandrinder auf ausgewählten Weidearealen in der östlichen Weiherkette weiden zu lassen. Die Rinder schaffen und erhalten durch ihr Fressverhalten strukturreiche Halboffenlandschaften, also wertvolle Lebensräume für viele andere Tiere. Lebensräume, die ansonsten mühsam und kostenaufwendig von Menschenhand gepflegt werden müssten. Das Beweidungskonzept ist als Ausgleichmaßnahme für den CleanTech Business Park am Standort des ehemaligen Klärwerks Falkenberg in Marzahn entstanden und wird aktuell im Pflege- und Entwicklungsplan für das Landschaftsschutzgebiet Hönower Weiherkette weiter konkretisiert.
Da die aufgestellten Zäune immer wieder beschädigt wurden, ging es bei der Veranstaltung darum, die Bürger über den bisherigen Stand der Planung zu informieren und ihre Ideen und Wünsche soweit möglich einzubeziehen.
Der Grundgedanke, dass sich künftig eine Gruppe von 3 bis 5 schottischen Hochlandrindern auf den Weiden aufhält, fand bei den Teilnehmern der Informationsveranstaltung große Zustimmung. Bedenken bestehen jedoch darin alle Gewässer im Osten der Weiherkette zu umzäunen und so wichtige Wegeverbindungen abzuschneiden. Auch die Gestalt und das Material des Weidezauns werden sehr kritisch gesehen. Statt der bisher verwendeten mannshohen Drahtzäune wünschten sich fast alle Teilnehmer der Informationsveranstaltung Holzzäune oder zumindest Holzpfähle zur Umgrenzung der Weideflächen.

Wie geht es nun weiter?

Naturschutz Malchow
Bild: BA Marzahn-Hellersdorf, UmNat

Vorerst wird das Beweidungsprojekt nicht umgesetzt.
Obwohl Umwelt- und Naturschutzamt und beauftragtes Planungsbüro viel Zuspruch seitens der Bürger erhielten, hat sich die Notwendigkeit gezeigt, das Konzept erst noch einmal zu überarbeiten und stärker an die Bedürfnisse der Anwohner anzupassen. Damit soll auch der anhaltende Vandalismus gegen die Umzäunungen eingedämmt werden.
Die gesammelten Anregungen und Kritikpunkte aus der Informationsveranstaltung werden nun im Rahmen des Pflege- und Entwicklungsplans ausgewertet, abgewogen und zur Erarbeitung verschiedener Varianten genutzt. Lage der Weideflächen, Art der Umzäunung, Erhalt bzw. Anpassung der Wegeverläufe sowie eine geeignete Einbeziehung der Anwohner soll darin Beachtung finden.
Auf dieser Grundlage soll dann in nicht allzu ferner Zukunft die Beweidung stattfinden. Denn davon hätten alle etwas: Tiere, Pflanzen und Menschen in der Hönower Weiherkette.