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Integrationsmedaille für Dr. Mekonnen Shiferaw

Pressemitteilung vom 02.12.2010

Am 01. Dezember hat die Bundesregierung erstmals Menschen geehrt, die sich um die Integration in Deutschland verdient gemacht haben. Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte, verlieh am Mittwoch acht Bürgerinnen und Bürgern die Integrationsmedaille. Zu den Ausgezeichneten gehörte auch Dr. Mekonnen Shiferaw, Geschäftsführer des Babel e.V.

Bereits zur DDR-Zeit musste Dr. Mekonnen Shiferaw neben viel Solidarität auch Ausgrenzungen, Diskriminierungen und offenen Rassismus erfahren und auch die Ohnmacht, die Betroffene dabei empfinden. Selbst für seine Liebe musste er acht Jahre lang mit den Behörden kämpfen, bis er – trotz seiner bereits geborenen zwei Kinder – erst 1989 heiraten durfte. Diese persönlichen positiven und negativen Erfahrungen bilden die Basis für seinen stets differenzierenden Blickwinkel und sein jahrelang beständiges und unermüdliches Engagement für Menschen unterschiedlichster Herkunft, für einen demokratischen Umgang miteinander und Verständigung über alle kulturellen Barrieren hinweg.

“Für Toleranz und gegen Gewalt”
Mit der Entwicklung seines ersten Projekts “Babylon” unter dem Motto „Für Toleranz und gegen Gewalt” im Jahr 1992 entschied er sich bewusst, im Nordosten von Berlin in den damaligen Bezirken Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen zu arbeiten, wo immer stärker das Phänomen “Ausländerfeindlichkeit ohne Ausländer” sichtbar wurde. Er suchte und fand viele Partner und Mitstreiter, die diese Zustände ebenso nicht hinnehmen, sondern verändern wollten. In den beiden Migrant/innenbeiräten in Marzahn und Hellersdorf war er von ihrer ersten Berufung an aktiv und übernahm die Verantwortung als stellvertretender Vorsitzender. Auch heute übt er diese Funktion in Marzahn-Hellersdorf im Ehrenamt aus.1996 wählte er bewusst den Ort seines interkulturellen Zentrums “Haus Babylon” in Hellersdorf, in einem Gebiet mit vielen Kindern und Jugendlichen, um ihnen den interkulturellen Gedanken nahe zu bringen. Es wurden seitdem unzählige Projekttage in Schulen realisiert. Heute ist Mekonnen Shiferaw der Pate einer Marzahn-Hellersdorfer “Schule ohne Rassismus” und leitet viele weitere Initiativen an, die über die Bezirksgrenzen hinweg ausstrahlen. So gewann beispielsweise im vergangenen Jahr ein von ihm betreutes Team aus jungen Leuten unterschiedlicher Herkunft den 2. Preis der Berliner Projektplattform “Respekt gewinnt”. Im „Haus Babylon” wird auf die eigenen Ideen und Potenziale der Menschen sowie auf Gemeinsamkeit geachtet, d.h. Vielfalt wird wirklich gelebt.

Respekt ist eines der Leitwörter von Mekonnen Shiferaw. Sein wesentliches Anliegen ist, die Migrantinnen und Migranten zum Mitmachen bei den unterschiedlichsten Aktivitäten zu motivieren, und auch dazu, sich mit anderen auf Augenhöhe zu begegnen und über gegebenenfalls strittige Fragen offen zu diskutieren. Deshalb entwickelte sich das „Haus Babylon” mit etwa 1300 Besucherinnen und Besuchern im Monat zum Hort der Integration für viele Migrantinnen und Migranten unterschiedlicher Nationalitäten, in dem sie Unterstützung in der Anfangszeit ihres Einlebens in Berlin und erste Begegnungen mit dem einheimischen Umfeld erfahren haben, die ihren weiteren Integrationsweg maßgeblich prägten. Das „Haus Babylon” hat auch einen eigenen und mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft besetzten Beirat mit vielen Ideen und Aktionen, welche mehrfach ausgezeichnet wurden. Mekonnen Shiferaw setzt sich für seinen Bezirk Marzahn-Hellersdorf ein, wo immer er kann und arbeitet dafür, dass das von den Medien und Bezirksfremden kolportierte Bild des Bezirkes revidiert und mit seinen Worten “gerade gerückt wird”. Es war ebenso eine bewusste Entscheidung von ihm, in diesem Bezirk auch zu wohnen

Nähere Infos unter Tel.: 9985891 und unter www.haus-babylon.de